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Bank für reiche PrivatkundenBHF bleibt bei Oppenheim

22.04.2009, 17:36 Uhr

Die Privatbank Sal. Oppenheim will ihre Frankfurter Tochter BHF-Bank nun doch behalten. Offenbar liegen die Angebote interessierter Investoren weit unter den Vorstellungen des Eigentümers.

Die Luxemburger Privatbank Sal. Oppenheim will ihre Frankfurter Tochter BHF-Bank behalten. Das Institut habe entschieden, die BHF-Bank nicht zu veräußern, sagte ein Sprecher und bestätigte entsprechende Informationen aus Finanzkreisen. Details zu der Entscheidung nannte er nicht.

Sal. Oppenheim hatte in den vergangenen Wochen einen Verkauf der 2004 erworbenen BHF-Bank geprüft und bereits die Investmentbank Rothschild eingeschaltet. Ende der vergangenen Woche konnten Interessenten unverbindliche Angebot abgeben.

Finanzkreisen zufolge hatten sich acht Interessenten gemeldet, deren Gebote aber alle unter der Milliardenschwelle gelegen hätten. "Die Preisvorstellungen zwischen möglichen Käufern und Sal. Oppenheim klafften zu weit auseinander", sagte eine mit dem Prozess vertraute Person.

Es habe sich zudem niemand gefunden, der das Geschäftsmodell der auf reiche Privatkunden spezialisierten BHF-Bank besser weiterentwickeln könne als der jetzige Eigentümer.

Ein Kind der Siebziger

Sal. Oppenheim hatte die auf Vermögensverwaltung fokussierte BHF-Bank Ende 2004 für 600 Mio. Euro vom niederländischen Finanzkonzern ING übernommen. Intern hat Sal. Oppenheim für das Institut Kreisen zufolge einen Wert von 1,3 Mrd. Euro veranschlagt.

Die 1970 aus der Fusion der Frankfurter Bank und der Berliner Handels-Gesellschaft entstandene BHF-Bank machte 2007 einen Gewinn von 70 Mio. Euro. Zahlen von 2008 liegen noch nicht vor, Finanzkreisen zufolge war die Bank mit ihren rund 1800 Mitarbeiter im operativen Geschäft profitabel.

Dass der Zeitpunkt für die Verkaufsüberlegungen mitten in die Finanzkrise fiel, hatte in der Branche für Aufsehen gesorgt. Sal. Oppenheim ist wegen der Fokussierung auf das Investmentbanking ebenfalls in den Strudel der Krise gezogen worden.

Gesch äftszahlen voraus

Die Ergebnisse von 2008 will die Bank kommenden Dienstag vorstellen. Von den Familiengesellschaftern erhielt sie rund 200 Mio. Euro frisches Kapital, zudem hat sie ein Sparprogramm eingeleitet.

Die Beteiligungen an Industriekonzernen wie Arcandor und IVG hatte Sal. Oppenheim kürzlich in eine eigene Holding ausgelagert, um das Bankgeschäft vor möglichen Belastungen bei den Unternehmen zu schützen.