Mobilcom-AufsichtsratDrillisch will rein
Der Mobilfunkdienstleister Drillisch strebt nach seinem Einstieg beim größeren Konkurrenten Mobilcom nun auch einen Sitz in dessen Aufsichtsrat an. Bei Mobilcom ist man wenig begeistert.
Der Mobilfunkdienstleister Drillisch strebt nach seinem Einstieg beim größeren Konkurrenten Mobilcom nun auch einen Sitz in dessen Aufsichtsrat an. Bei Mobilcom ist man wenig begeistert.
"Als Großaktionär haben wir das Recht, jemanden zu benennen", sagte Drillisch-Chef Paschalis Choulidis. Ein Antrag solle kurzfristig beim Amtsgericht eingereicht werden. Am Vortag war bekannt geworden, dass der ehemalige Chef des Mobilfunkanbieters E-Plus, Klaus Thiemann, den Aufsichtsrat von Mobilcom verlässt.
Mobilcom lehnt einen Sitz von Drillisch im Aufsichtsrat ab. "Aus Sicht der Gesellschaft sollten Aufsichtsräte nicht von direkten Wettbewerbern benannt werden", sagte ein Firmensprecher. Damit geht das Büdelsdorfer Unternehmen zunehmend auf Distanz zu Drillisch. Einen Bericht über angebliche Vorbereitungen für eine Abwehrstrategie wollte ein Mobilcom-Sprecher nicht kommentieren. Der Börsendienst "Platow-Brief" hatte ohne Angabe von Quellen geschrieben, Mobilcom habe bereits zwei US-Investmentbanken mit der Ausarbeitung einer Abwehrstrategie gegen Drillisch beauftragt.
Drillisch hatte kürzlich seinen Einstieg bei Mobilcom bekannt gegeben und hat seinen Anteil mittlerweile auf 10,4 Prozent aufgestockt. Drillisch plant einen Schulterschluss mit den Büdelsdorfern. Ziel ist es, den Mobilfunk-Provider-Markt unter dem Dach von Mobilcom zu konsolidieren. "Wir führen weiter Gespräche", sagte Choulidis. Mit einem Sitz im Aufsichtsrat gehe es ihm darum, die gemeinsamen Interessen zu verfolgen und den Wert des Unternehmens zu steigern.