Nur eine Frage der Zeit?KfW soll sich von IKB trennen
Der Verkauf des Bundesanteils von 38 Prozent an der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB ist offenbar beschlossene Sache. Das geschehe auf Druck der Kreditwirtschaft, heißt es.
Der Verkauf des Bundesanteils von 38 Prozent an der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB ist beschlossene Sache. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf ein Protokoll von Ende Juli über die Unterrichtung des Verwaltungsrates der bundeseigenen KfW-Bank. Die Abgabe des Anteils war demnach eine der Bedingungen, zu denen die Kreditwirtschaft bereit war, an der milliardenschweren Rettungsaktion mitzuwirken. Im Falle eines Verkaufs würde sie am Erlös beteiligt, hieß es.
Überdies könne sich die IKB-Zweckgesellschaft Rhinebridge nicht mehr über kurzfristige Schuldverschreibungen refinanzieren, ergänzte die Zeitung. Deshalb habe sie jetzt von Banken zugesicherte Liquiditätslinien ziehen müssen. Dem "Handelsblatt" zufolge erwarten Finanzkreise, dass Rhinebridge Ende dieser Woche mit dem Verkauf des Portfolios von insgesamt 2,3 Milliarden Euro beginnt. Die Bank teilte nach Angaben der Zeitung mit, man habe ausreichende Rückstellungen für Rhinebridge getätigt.
Als erste prominente Bank in Deutschland war die IKB Opfer der Krise auf dem US-Hypothekenmarkt geworden. Die gesamte deutsche Kreditwirtschaft beteiligte sich an der Rettungsaktion und verständigte sich darauf, einen Verlust von maximal 3,5 Milliarden Euro zu tragen.