Internes VW-GutachtenPich wusste nichts
VW-Aufsichtsratschef Pich hat nach Medieninformationen nichts von den Vergünstigungen für Betriebsräte gewusst. Ex-Finanzvorstand Adelt sowie der heutige Audi-Chef Stadler hätten bei VW-internen Befragungen erklärt, an den Vorwürfen sei nichts dran. Auch ein vertrauliches Gutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG soll Pich entlasten.
VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Pich hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" nichts von den Vergünstigungen für Betriebsräte gewusst. Der frühere Finanzvorstand Bruno Adelt sowie der heutige Audi-Chef Rupert Stadler hätten bei VW-internen Befragungen erklärt, an den Vorwürfen sei nichts dran. Das Konto, über das die Vergnügungsreisen für Betriebsräte abgewickelt worden seien, sei in Pichs Amtszeit als Vorstandschef nicht überprüft worden, berichtet das Magazin unter Berufung auf interne Gutachten des Unternehmens.
Entlastet werde Pich zudem durch ein vertrauliches Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Die nach Bekanntwerden der Affäre im Sommer 2005 von VW beauftragten Prüfer hätten in ihrem Bericht festgehalten, dass das entsprechende Konto im Konzern weder aufgefallen noch überprüft worden sei. Laut dem Pressebericht sind auch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young zum gleichen Ergebnis gekommen, Sie hätten ebenfalls keine Verbindung zu Pich feststellen können.
Ein anonymer Hinweis, wonach Pich doch von den Unregelmäßigkeiten bei VW gewusst haben könnte, hatte im Untreueverfahren gegen den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert und Ex-Personalmanager Klaus- Joachim Gebauer vor dem Braunschweiger Landgericht Anfang der Woche für Wirbel gesorgt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sollen demnächst weitere Zeugen zur Rolle Pichs gehört werden, darunter Adelt und Stadler, der früher das Sekretariat Pichs bei VW geleitet hatte.