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BaFin ermitteltSonderprüfung bei NordLB

25.03.2008, 11:29 Uhr

Der NordLB steht neuer Ärger ins Haus. Die Bankenaufsicht will bei dem Geldhaus eine Sonderprüfung durchführen. Damit will das Institut die Vorgänge um den Kauf mehrerer großer Aktienpakete für einen Großkunden klären. Der Kunde hatte einen Rückzieher gemacht und die NordLB ist auf den Aktienpaketen sitzen geblieben.

Der NordLB steht wegen ihrer fehlgeschlagenen Aktiengeschäfte Finanzkreisen zufolge eine Sonderprüfung der Bankenaufsicht ins Haus. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will die Vorgänge im Handel der NordLB genauer ansehen.

Dabei solle geprüft werden, ob es organisatorische Mängel gegeben habe und ob bei den Aktiengeschäften alles ordnungsgemäß abgelaufen sei. Wie lange die Sonderprüfung dauert, sei noch nicht abzusehen. Die BaFin wollte sich dazu nicht äußern. Von der NordLB war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Die NordLB hatte nach eigenen Angaben im Auftrag eines Kunden Aktien mehrerer Unternehmen erworben, der die Anteile aber nicht abnimmt. Finanzkreisen zufolge handelt es sich bei dem Kunden um den Investor Vatas, für den der in den 90er Jahren als Unternehmer-Wunderkind bekannt gewordene Lars Windhorst arbeitet.

Unfreiwillig Großaktionär

Die NordLB sitzt nun auf einem 15,5 Prozent schweren Aktienpaket des Handyausrüsters Balda. Zudem hält sie unfreiwillig 13 Prozent am Pflegeheimbetreiber Curanum, knapp 20 Prozent am IT-Unternehmen Euromicron und 23,6 Prozent an dem US-Hersteller für elektronische Fußfesseln RemoteMDx. Wegen der Unregelmäßigkeiten in der Handelsabteilung wurden bereits zwei Mitarbeiter entlassen.

Der "Financial Times Deutschland" zufolge prüft die NordLB, ob sie im Zusammenhang mit den fehlgeschlagenen Geschäften Zahlungsansprüche gegen die Schweizer Großbank Credit Suisse geltend machen kann. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Händlerkreise, dass ein Privatkundenbetreuer der Credit Suisse einem inzwischen gekündigten Händler der NordLB den Auftrag erteilt habe, unter anderem Balda-Aktien zu kaufen. Die Schweizer hätten dabei im Auftrag von Vatas gehandelt. Von Credit Suisse war dazu zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.