Nach langem RingenWeinmarktreform kommt
Die Agrarminister der Europäischen Union haben sich am Mittwoch auf eine Reform des europäischen Weinmarktes geeinigt. Mit Rodungsprämien für Winzer und anderen Maßnahmen soll die Überproduktion für Wein eingedämmt werden.
Die Agrarminister der Europäischen Union haben sich am Mittwoch auf eine Reform des europäischen Weinmarktes geeinigt. Mit Rodungsprämien für Winzer und anderen Maßnahmen soll die Überproduktion für Wein eingedämmt werden. Die Verhandlungen hatten sich über Monate hingezogen. Besonders Frankreich und Italien hatten für eine Verwässerung der ursprünglich geplanten Reformen gekämpft.
Die EU ist zwar weltweit der größte Produzent, Verbraucher, Ex- und Importeur von Wein, hat in den vergangenen Jahren aber Marktanteile an billigere Hersteller aus Australien, Chile und den USA verloren.
Geeinigt haben sich die Agrarminister auch auf die Fischfangquoten für das kommende Jahr. Den neuen Regelungen zufolge können 2008 mehr Fische gefangen werden, als es der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission vorsah. Die Quote für Kabeljau liegt im kommenden Jahr in den meisten Fischfanggebieten 18 Prozent unter der von 2007. Die EU-Kommission hatte eine Kürzung der Fangmenge um 25 Prozent vorgeschlagen. Der Einigung zufolge dürfen Fischer jedoch an weniger Tagen im Jahr Kabeljau fangen. Für die Nordsee wurde die Quote um elf Prozent angehoben, nachdem Wissenschaftler eine Erholung der Bestände festgestellt hatten.
EU-Fischerei-Kommissar Joe Borg zeigte sich zufrieden mit der Einigung. Die Entscheidung werde sicherstellen, dass der wirtschaftliche Druck auf die Bestände weiter nachlässt. Die Fangquoten für Kabeljau stehen jedes Jahr hoch auf der Agenda der EU-Agrarminister. Wissenschaftler warnen seit Jahren davor, dass Kabeljau wegen Überfischung in den EU-Gewässern vom Aussterben bedroht ist. Sie riefen die EU sogar dazu auf, die Fangmengen für das kommende Jahr verglichen mit denen von 2006 zu halbieren.