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Für mittelständische Unternehmen Wie die KI Wettbewerbsvorteile verschafft

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In der Zukunft wird KI auch für kleine und mittelständische Unternehmen immer wichtiger, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

(Foto: imago images/Westend61)

Studien zufolge nutzen nur sechs Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI). Dabei kann diese erheblich dazu beitragen, Umsätze zu steigern und so den Erfolg ankurbeln. Diese erfolgreichen Praxisbeispiele zeigen, warum die KI immer wichtiger wird.

Von Chatbots über Kundenmanagement bis hin zur automatisierten Lagerhalterung: Die Künstliche Intelligenz hat als Schlüsseltechnologie des digitalen Zeitalters das Potenzial, Unternehmen dabei zu helfen, Risiken zu minimieren, Wettbewerbsvorteile zu kreieren und mehr Gewinne zu erzielen, indem bestehende Prozesse und Produkte verbessert werden. Sogar die Entwicklung ganz neuer Geschäftsmodelle ist mithilfe der KI möglich.

Allerdings kommt diese Technologie bei kleinen und mittelständischen Unternehmen noch eher selten zum Einsatz. Oft fehlen das Wissen über den potenziellen Nutzen und das Vertrauen in die KI-Technologie. Manchmal sind aber auch fehlendes Know-how in diesem Bereich, ein Fachkräftemangel und unzureichende Investitionsmöglichkeiten der Grund dafür.

So nutzen Unternehmen Künstliche Intelligenz

Beliebt ist der Einsatz von KI-Technologie unter anderem im Gastgewerbe, im Online-Handel oder auch im Handwerk. Fast jede Branche kann also von Künstlicher Intelligenz profitieren. Das liegt an dem großen Feld an Anwendungsbereichen der KI. Besonders beliebt ist der Einsatz von KI-Technologie in der Produktion, im Einkauf sowie im Kundenmanagement. Meist werden dabei intelligente Assistenzsysteme und Sensorik eingesetzt.

Im Versicherungswesen kann die KI mit der Anwendung von Chatbots, Telematik-Tarifen, Schadenermittlung und "Dunkelverarbeitung" sinnvoll eingesetzt werden. Die Nürnberger Versicherung unterstützt beispielsweise ihre Abteilung Schadenregulierung der Sach-, Kfz- und Haftpflicht-Versicherungen mittels KI-Technologie. In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat die Versicherung jetzt sogar eine eigene Software entwickelt. Macht man nun ein Foto vom Unfallort, analysiert die Künstliche Intelligenz durch Bildanalyse und Bildsensorik den Zeitpunkt der Aufnahme, die Qualität, aber auch die Echtheit des Fotos. So werden auch Betrugsversuche - wie etwa Nachbearbeitungen von Bildern - schnell und rechtzeitig erkannt. Das erleichtert die Arbeit der Versicherungsmitarbeiter enorm. Die vollständige Automatisierung aller Prozesse, die sogenannte Dunkelverarbeitung, ist hierbei das Ziel. Das heißt, die Sachbearbeiter sollen eigentlich überflüssig werden, da alles - von der Meldung des Schadens bis hin zum Abschluss des Versicherungsfalls - automatisiert abläuft. Auch arbeitet man daran, Chatbots für die Kundenkommunikation einzusetzen. Diese befinden sich allerdings genauso wie Telematik-Tarife noch nicht bei der Nürnberger Versicherung im produktiven Einsatz.

In der Kfz-Branche wird die Künstliche Intelligenz von vielen Firmen bereits erfolgreich eingesetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Nico Fahrzeugteile GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung und Lieferung von Ersatzteilen für PKW-Anhänger, darunter Stützen, Abreißseile und Radbremsen, spezialisiert. Die Kunden sandten bisher Fotos ihrer defekten Bauteile an den Online-Shop und die Mitarbeiter mussten dann das richtige Ersatzteil auswählen. Dies gestaltete sich oft schwierig, weil meist Seriennummern und weitere wichtige Merkmale nicht auf den Bildern zu sehen waren. Deswegen sollte eine geeignete KI-Anwendung die Zuordnung der Kundenbilder zu den Produkten im Online-Shop übernehmen. So werden die Mitarbeiter entlastet und können sich auf kompliziertere Aufgaben konzentrieren. Die Anlage zur automatisierten Bilddatenerfassung, -weiterverarbeitung und -archivierung reduziert den Arbeitsaufwand im Unternehmen seither drastisch.

Dass Künstliche Intelligenz im Mittelstand sehr erfolgreich eingesetzt werden kann, beweist auch die Horsch Maschinen GmbH in Schwandorf. Das Unternehmen produziert dank Unterstützung des Regionalzentrums Maschinen für den Einsatz in der Landwirtschaft. Die Vielzahl an unterschiedlichen Materialstammdaten und ähnlich ausschauenden Bauteilen erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. Dank KI können Konsolidierungs- und Einsparpotenziale identifiziert werden.

Erste Schritte hin zur Künstlichen Intelligenz

Möchte man sich als Gründer einer kleinen oder mittelständischen Firma an die Künstliche Intelligenz erstmalig heranwagen, steht man vor einigen Fragen und Herausforderungen. Schließlich kann nicht jedes Problem mithilfe von KI gelöst werden. "Deswegen sollten Unternehmen zu Beginn ihres ersten KI-Projekts klar herausarbeiten, was sie mit KI erreichen wollen und in welchen Bereichen sich der Einsatz von intelligenten Systemen lohnt", erklärt Ralf Klingenberg, Gründer von RapidMiner und Mitglied im Lenkungskreis der Plattform Lernende Systeme in einer Pressemitteilung. Da häufig das notwendige Know-How in Sachen Künstliche Intelligenz fehlt, ist es für Unternehmer in jedem Fall ratsam, einen KI-Experten zu beauftragen. Dieser sollte vor allem umfassende Kenntnisse in den Bereichen Service Design und Engineering, Data Science sowie Software und System Engineering besitzen. Solche Experten findet man leicht durch Kooperationen mit Universitäten und KI-Forschungseinrichtungen.

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Für Einsteiger ist es außerdem sinnvoll, die Künstliche Intelligenz erst einmal nur in den Bereichen Einkauf und Produktion einzusetzen. Eigene KI-Produkte und Services verwenden personenbezogene Daten und müssen einwandfrei ohne Sicherheitslücken funktionieren. Daher ist dieser Bereich eher etwas für erfahrenere KI-Anwender. Für den Anfang können Unternehmen auf KI-as-a-Service Angebote zurückgreifen, um so die notwendigen technischen Voraussetzungen für den Einsatz der Künstlichen Intelligenz schaffen. Langfristig sind allerdings eigene Entwicklungen wichtig, um auf dem Markt einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Wichtig ist auch eine funktionsfähige Dateninfrastruktur, die IT-Systeme zur Datenspeicherung, -verarbeitung und -verknüpfung sowie darauf aufbauende Dienstleistungen enthalten sollte. Besonders in kleineren und mittelständischen Firmen ist es für Unternehmer wichtig, ihre Mitarbeiter von Anfang an in die KI-Projekte einzubeziehen. So werden Ängste, wie etwa der langfristige "Austausch" von Beschäftigten durch KI-Anwendungen, genommen. Zudem erhöht man die Akzeptanz des Einsatzes der Künstlichen Intelligenz.

Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und weitere inspirierende Ideen für das eigene Geschäft zu finden, sollten sich Unternehmen mit Einsatz von KI-Technologien allerdings regelmäßig (etwa auf Veranstaltungen und Messen) untereinander austauschen und vernetzen.

Quelle: ntv.de

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