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Gründung während Pandemie Fünf erfolgreiche Corona-Startups

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Gorillas liefert den Einkauf in nur 10 Minuten vor die Haustür.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Eine Firma mitten in der Pandemie gründen? Das kann sich durchaus lohnen, wie diese fünf Start-ups beweisen. Die Ideen, die sich hierbei aufgrund der Corona-Krise ergeben haben, haben definitiv einen Nerv getroffen.

Die Corona-Krise hat auch viele Startups schwer getroffen: Gewinneinbußen, Kurzarbeit und fehlende Finanzmittel führen bis heute in vielen Fällen sogar zu Insolvenzen. Manchmal hat die Pandemie jedoch auch die eine oder andere Geschäftsidee hervorgebracht. Wie die Datenback "startupdetector" zeigt, wurden 2857 Startups im Jahr 2020 gegründet, das sind 318 mehr als im Vorjahr. Die Firmen stammen dabei hauptsächlich aus der Technik- und Lebensmittelbranche, aber auch aus den Bereichen Medizin und Bildung. Diese fünf Corona-Startups zeigen, dass selbst eine Pandemie auch ihre guten Seiten haben kann. Sie wurden mitten in der Krise gegründet und das mit Erfolg.

Hooray Box mit Kita-to-Go

Während des Corona-Lockdowns haben die Kindergärten landesweit wochenlang geschlossen. Homeoffice und Kinderbetreuung zerren dabei an den Nerven vieler Eltern, zumal die Kleinen ja auch beschäftigt werden wollen. Das brachte die Münchnerin Marie-Luisa Puttich auf die Idee der Kita-to-Go. Die Erziehungswissenschaftlerin gründete daher Hooray Box. Dank Kita-to-Go bekommen Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren wöchentlich neue Spiel- und Lernprogramme sowie Bastelideen für die kreative Beschäftigung zu Hause. Zur Verfügung stehen dabei auch unterschiedliche Themenwelten wie zum Beispiel Weltraum, Dschungel oder Zirkus. Die Online-Plattform hat heute bereits über 50.000 Nutzer und das, obwohl die Kindergärten schon längst wieder offen sind.

Einkaufen lassen mit Gorillas

Beim vom Kagan Sümer und Jörg Kattner 2020 gegründeten Berliner Unternehmen Gorillas handelt es sich um einen Liefer-Supermarkt. Per App bestellen die Kunden ihren Einkauf und Fahrradkuriere liefern die Lebensmittel dann direkt vor die Haustür. Die Preise liegen ein wenig höher als bei den Supermärkten Rewe und Edeka und die Lieferung kostet noch einmal 1,80 Euro obendrauf. Dafür spart man sich aber das Einkaufen und erhält die Ware innerhalb von nur zehn Minuten. Das ist nicht nur superschnell, sondern auch sehr praktisch - insbesondere für Menschen mit schweren Vorerkrankungen und all jene, die sich in Quarantäne befinden. So lassen sich nämlich unnötige Kontakte leicht und einfach vermeiden. Gerade entstand ein regelrechter Hype um diesen Service. Heute ist der Supermarkt-Lieferdienst bereits mehr als eine Milliarde Euro wert. Genutzt werden kann der Dienst aber (bisher) nur in Berlin.

Kein Warten mehr dank AliudQ

Warteschlangen etwa vor Geschäften während der Corona-Krise sind nicht nur lästig, sondern stehlen auch wertvolle Zeit. Dieses Problem will die 2017 vom CV Entertainment gegründete neue Besucher- und Queuing-Software AliudQ nun endlich beseitigen. Nutzer treten hier per App nämlich in eine virtuelle Warteschlange ein und werden dann darüber informiert, wie lange sie noch warten müssen. So wird nicht nur das Einhalten der Abstandsregel erleichtert, sondern die Wartezeit kann auch sinnvoller für andere Aktivitäten genutzt werden. Zudem können Zeitfenstertickets für Attraktionen reserviert werden. Außerdem bietet AliudQ auch Sensoren oder Drehkreuze sowie Hardware-Lösungen an, die entweder unabhängig zur Software oder in Kombination mit dieser funktionieren.

Nichts Wichtiges mehr verpassen mit tl:dv

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Videokonferenzen ziehen sich oftmals in die Länge und können bei dem einen oder anderen schon auch mal zu geistiger Abwesenheit führen. So werden wichtige Informationen und Neuigkeiten nicht behalten. Auch werden Angestellte, die krank oder im Urlaub sind, oft benachteiligt. Dieses Problem löst das Corona-Startup tl:dv, das für "too long, didn't view" steht (übersetzt: zu lang, nicht gesehen) mit einem Programm. Dieses ist dazu in der Lage, nicht nur Meetings aufzuzeichnen, sondern auch bestimmte Videosequenzen zu markieren. So kann man im Anschluss alle wichtigen Zeitabschnitte noch einmal anschauen. Die können sogar mit dem Namen der jeweiligen Person markiert werden, die gerade spricht. Mittlerweile lassen sich auch Kommunikations-Kanäle wie Discord, Slack oder Trello gleich mit integrieren.

Streamparty gegen Lockdown-Einsamkeit

Die Kontaktarmut im Lockdown hat viele Menschen belastet. So ging es auch Streamingparty-Gründer Malte Granderath. Deshalb hat er ein Programm entwickelt, mit dem Nutzer von Netflix, Youtube, Prime Video und Disney+ gemeinsam Videos ansehen können. Währenddessen kann gechattet werden, sodass man sich gleich weniger alleine fühlt. Zudem können die Nutzer entdecken, welche Inhalte gerade bei anderen Leuten auf den Bildschirmen laufen. Mittlerweile wird Streamingparty schon in mehr als 30 Ländern von über 20.000 Kunden verwendet.

Quelle: ntv.de, imi

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