Startup

Bilanz des ersten Halbjahres Weniger Geld für deutsche Startups

90750639.jpg

Investoren geben ihr Geld weiterhin am liebsten Startups im Onlinehandel.

(Foto: picture alliance / Arno Burgi/dp)

Investoren haben in der ersten Jahreshälfte jungen deutschen Unternehmen weniger Geld zur Verfügung gestellt. Startups in Berlin ziehen nach wie vor am meisten Investoren an, doch es gibt auch einen Wermutstropfen für die Hauptstadt.

Startups haben im ersten Halbjahr 2018 etwas weniger Finanzmittel bei Investoren eingesammelt als im Vorjahreszeitraum. Laut einer Auswertung der Unternehmensberatung Ernst and Young (EY) waren das rund 2,4 Milliarden Euro und damit sieben Prozent weniger.

Dafür stieg die Zahl der Finanzierungsrunden von 264 auf 272. Am meisten Geld bekam der Berliner Gebrauchtwagenhändler Auto1 mit 460 Millionen Euro. Es folgte der Möbelversand Home24 mit 172 Millionen Euro. Investoren stecken ihr Geld weiterhin am liebsten in Startups im Onlinehandel. Sie allein konnten von Januar bis Ende Juni fast eine Milliarde Euro einsammeln. Dahinter folgen Finanzdienstleister und Software-Unternehmen mit jeweils 400 Millionen Euro.

Initial Coin Offerings spielen signifikante Rolle

Die Zahl der Finanzierungsrunden stagniert laut EY bei kleineren Summen bis fünf Millionen Euro. "Kleinere Transaktionen sind oft mit einem hohen Risiko verbunden, weil es sich um sehr junge Unternehmen mit zumeist noch nicht erprobten Geschäftsmodellen handelt", so EY-Experte Peter Lennartz." Aber gerade hier wird weiterhin dringend Kapital benötigt, um die ersten Hürden zu überwinden und Potenzial aufzuzeigen".

Erstmals spielten sogenannte Initial Coin Offerings eine signifikante Rolle. Dabei handelt es sich um neue virtuelle Währungen, die Investoren kaufen können. Dafür erhalten sie Zugriff auf künftige Produkte des Startups. In 13 solcher Finanzierungsrunden erhielten die Startups insgesamt 250 Millionen Euro. EY-Experte Lennartz sagte, es bleibe abzuwarten, ob diese Finanzierungsform auch in Zukunft wichtig bleibt. Nach dem Hype im ersten Halbjahr und negativer Berichterstattung sinke die Nachfrage wieder.

Wachstumsdynamik hat nachgelassen

Startups in Berlin ziehen nach wie vor am meisten Investoren an. Sie kassierten im ersten Halbjahr zwei Drittel des Gesamtvolumens. Bayerische Startups konnten ihren Anteil deutlich auf knapp 15 Prozent steigern. Nach Nordrhein-Westfalen flossen gut fünf Prozent. Der Anteil Berlins am gesamten Finanzierungsvolumen sank zum Vorjahreszeitraum von 74 auf 67 Prozent, der gemeinsame Marktanteil Bayerns und Nordrhein-Westfalens hingegen habe sich von 10 auf 20 Prozent verdoppelt.

EY-Experte Peter Lennartz sprach von einem erfolgreichen Halbjahr. Allerdings habe die Wachstumsdynamik etwas nachgelassen. "Wir haben in Deutschland inzwischen offenbar einen vorläufigen Höhepunkt der Marktaktivitäten auf hohem Niveau erreicht."

Quelle: n-tv.de, meh/AFP/rts

Mehr zum Thema