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Stichwort Beschneidung bei Mädchen und Frauen

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Ein vor fünf Tagen beschnittenes Mädchen liegt in Mogadischu (Somalia) mit zusammengebundenen Beinen auf einer Decke.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet vier Formen der Beschneidung: Bei Typ 1 wird die Klitoris entfernt, bei Typ 2 zusätzlich auch die kleinen Schamlippen. Bei Typ 3, der Pharaonischen Beschneidung, werden die Klitoris, die kleinen und die inneren Seiten der großen Schamlippen entfernt und die Seiten der Vulva zusammengenäht. Typ 4 fasst alle Eingriffe zusammen, die die weiblichen Genitalien verletzen.

Auch in Deutschland leben mindestens 22.000 betroffene Mädchen und Frauen aus Einwandererfamilien. Etwa 5000 Mädchen sind gefährdet. Vor kurzem hat der Bundestag in Berlin den Weg freigemacht für eine strengere Verfolgung von Genitalverstümmelungen bei jungen Mädchen.

Weltweit leben mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Jedes Jahr werden nach Angaben des UN-Kinderhilfswerk UNICEF erneut etwa drei Millionen Mädchen Opfer dieser Praktik: Das sind 8000 jeden Tag. Betroffen sind vor allem Frauen und Mädchen in afrikanischen und arabischen Ländern wie Ägypten, Äthiopien, Guinea, Mali, dem Sudan, Somalia und Sierra Leone.

Die Beschneidung gilt als alte Tradition, die Mädchen auf ihre Rolle als Frau und Mutter vorbereiten soll. Oft wird sie mit dem Islam in Zusammenhang gebracht, aber weder der Koran noch die Bibel fordern sie.

Quelle: ntv.de, dpa