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Stichwort Blutgruppen

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Blutspenden, die nach Blutgruppen geordnet worden sind.

(Foto: dpa)

Es gibt derzeit 29 von der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion (ISBT) anerkannte verschiedene Blutgruppensysteme. Die beiden wichtigsten sind das AB0-System und das Rhesussystem.

Im AB0-System werden insgesamt vier verschiedene Blutgruppen unterschieden. Die 1901 von dem Mediziner Karl Landsteiner entdeckten Blutgruppenmerkmale werden seit 1940 von einem angehängten Plus- oder Minuszeichen ergänzt. Dieses Anhängsel bezeichnet den Rhesusfaktor, der auch mit D bezeichnet werden kann. Die spezifischen Merkmale des Blutes werden vererbt und treten in regional unterschiedlicher Häufigkeit auf.

Zusammensetzung des Blutes

Im Blut des Menschen befinden sich drei verschiedene Blutkörperchen. Die roten Blutkörperchen, die auch Erythrozyten genannt werden, die Thrombozyten, die für die Gerinnung des Blutes zuständig sind und die Leukozyten, die sogenannten weißen Blutkörperchen, die sowohl die spezielle als auch die allgemeine Immunabwehr steuern.

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Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt (von links nach rechts)

(Foto: wikipedia)

Die Erythrozyten sind die häufigsten Zellen im Blut von Wirbeltieren. Sie sind für den Sauerstofftransport im Blutgefäßsystem zuständig. Im erwachsenen Menschen findet man rund 30 Billionen roter Blutkörperchen. Würde man alle Erythrozyten eines Menschen aneinanderlegen, dann würde eine Fläche von einem halbem Fußballfeld daraus entstehen.

Antigene auf Erythrozyten

Auf diesen roten Blutkörperchen befinden sich bestimmte Moleküle, die als sogenannte Antigene wirken. Zu welcher Blutgruppe das Blut schließlich gehört, entscheidet sich von der An- beziehungsweise Abwesenheit von Antigenen. Bei der Blutgruppe A finden sich ausschließlich A-Antigene, bei der Blutgruppe B nur B-Antigene. Die Blutgruppe AB trägt beide Antigene in sich und die Blutgruppe 0 keine von beiden.

Das bedeutet, im Blutserum, das auch als Blutplasma bezeichnet werden kann, werden Antikörper gegen fehlende Antigene gebildet. Im Blut der Gruppe A sind Anti-B, im Blut der Gruppe B sind Anti-A, im Blut der Gruppe AB sind weder Anti-A noch Anti-B und im Blut der Gruppe 0 sind sowohl Anti-A und Anti-B.

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Eine Blutkonserve

(Foto: picture alliance / dpa)

Wird bei einer Transfusion dieses Blutgruppenmerkmal missachtet, so kommt es durch die Antikörper zur Verklumpung des Blutes, welche schließlich zum Tode führen kann. Es gibt jedoch auch Universalspender (Blutgruppe 0-) und Universalempfänger (Blutgruppe AB). Universalspender können Blut für jedermann spenden. Sollten diese Menschen jedoch jemals selbst in die Situation kommen, eine Blutspende zu benötigen, kann man ihnen nur mit Spenden von Menschen mit der Blutgruppe 0 negativ helfen.

Der Rhesusfaktor

Auch bei dem zur Blutgruppe gehörenden Rhesusfaktor, der 1940 ebenfalls von Karl Landsteiner entdeckt wurde, handelt es sich um die An- bzw. Abwesenheit eines bestimmten Antigenes, des sogenannten D-Antigenes. Obwohl es viele verschiedene Rhesus-Antigene gibt, wird mit  – (negativ) oder + (positiv) lediglich die Ab- bzw. die Anwesenheit dieses einen Antigens beschrieben. Das Blut ist also entweder Rh-negativ oder Rh-positiv.

Das Blutmerkmal positiv tritt bei rund 85 Prozent aller Menschen auf. Wird einem Menschen mit Rh negativem Blut Rh-positives Blut gegeben, so entstehen Antikörper, die wiederum zu lebensbedrohlichen Verklumpungen im Blutkreislauf führen können. Auch bei einer Schwangerschaft kann ein unterschiedlicher Rhesusfaktor bei Mutter und Kind zu Komplikationen führen.

Blutgruppensysteme machen Transfusionen möglich

Erst durch die Entdeckung der Blutgruppen und des Rhesusfaktors wurde es möglich, ohne große Risiken Bluttransfusionen durchzuführen. Auch wenn durch Landsteiner zunächst angenommen worden war, dass nur die gleiche Blutgruppe bei Empfänger und Spender für eine Transfusion einsetzbar ist, konnte vielen Menschen durch Blutspende seither das Leben gerettet werden.

Auch wenn es beim Menschen hunderte von verschiedenen Blutgruppenantigenen gibt, so sind doch die Blutgruppenmerkmale, die im AB0-System und im Rhesussystembeschrieben werden, die wichtigsten. Durch sie kann die Verträglichkeit bei Transfusionen und Organtransplantationen optimiert werden. Sie werden außerdem bei der Feststellung einer Vaterschaft und in der Rechtsmedizin bei der Identifikation von Personen eingesetzt.

Quelle: n-tv.de