StichwortCalvinismus
Säulen der calvinistischen Lehre sind die Bibel als einzige Autorität für ein Leben im Glauben und die absolute Souveränität Gottes.
Johannes Calvin (1509-1564) gilt als Gründungsvater der reformierten Kirchen. Säulen der calvinistischen Lehre sind die Bibel als einzige Autorität für ein Leben im Glauben und die absolute Souveränität Gottes. Calvins Lehre von der Prädestination, der gottgegebenen Vorherbestimmung des Einzelnen zu Seligkeit oder ewiger Verdammnis unterschied ihn von Martin Luther.
Der aus Frankreich geflohene Calvin begann 1536 in Genf seine Ideen zu entwickeln. Ziel war die vollkommene reformatorische Gestaltung der Schweizer Stadt, der Alltag als Gottesdienst. Kartenspiel, Tanz und Theater wurden verboten, Kirchenzucht, Sparsamkeit und strenge Arbeitsethik sollten alle Bereiche des Lebens durchdringen.
Das kirchliche Leben beruht auf der Arbeit von Laien. Die 1541 von Calvin verfasste Kirchenordnung baut die Kirche von der Gemeinde her auf. Oberstes Gremium ist das Konsistorium aus Pfarrern und Ältesten, das die Gemeindemitglieder zur Ordnung ruft. Bis heute gibt es bei den Reformierten keine Bischöfe. Über die Niederlande, England und Schottland verbreitete sich der Calvinismus auch in der Neuen Welt.