Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 123 Sind weiße Autos sicherer?

weiss.jpg

Weiß prescht vor in der Sicherheitsstatistik.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wir wollen uns ein neues Auto zulegen, diskutieren in der Familie aber noch über die richtige Farbe. Ich habe nämlich gehört, dass weiße Autos sicherer sein sollen als schwarze. Stimmt das? Und wie ist es denn zum Beispiel mit roten? (fragt Peter N. aus Koblenz)

Weiße Fahrzeuge waren in Deutschland lange Zeit nicht sonderlich beliebt, doch in den letzten Jahren erlebten sie ein Comeback: Weiß wurde zur Trendfarbe unter den Autolacken erklärt. Sicherheitsaspekte spielten dabei aber weniger eine Rolle. Vielmehr sollte die weißen Karossen wohl ein Hauch von Luxus umwehen.

Welche Auswirkungen dieser Luxus auf den Straßenverkehr hat, ist in Deutschland bislang offenbar noch gar nicht näher untersucht worden. Die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH in Aachen  jedenfalls hat hierzu ebenso wenige Erkenntnisse vorliegen wie die Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach. Doch am anderen Ende der Welt, in Australien, hat man sich die Autofarben unter dem Gesichtspunkt ihres jeweiligen Unfallrisikos mal genauer angesehen. Und am Lack der schwarzen Fahrzeuge wurde dabei ganz schön gekratzt.

Denn, so das Ergebnis der Studie, schwarze Autos sind tatsächlich eher in Unfälle verwickelt. Die Untersuchung wurde vom Monash University Accident Research Centre in Melbourne durchgeführt. Verglichen mit weißen Fahrzeugen verunglücken schwarze demnach um zwölf Prozent häufiger. Bei grauen bzw. silberfarbenen Autos besteht ein um elf bzw. zehn Prozent höheres Unfallrisiko.

Ob rot, ob blau, …

Auch Autos in der Signalfarbe Rot sind gefährdeter als weiße: Sie haben eine um sieben Prozent höhere Unfallgefahr. Das gleiche gilt übrigens für blaue Wagen. Ob rot, ob blau – das ist vor diesem Hintergrund also egal.

Ähnlich sicher wie weiße Fahrzeuge sind andere helle Farben, also gelb, creme oder beige. Es wurde jedoch keine Fahrzeugfarbe gefunden, die sicherer ist als Weiß.

auto_schnee.jpg

Eines spielte in der australischen Studie eine untergeordnete Rolle: Schnee ...

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Studie gilt als besonders umfangreich. Grundlage für die Wissenschaftler waren Unfälle, die sich zwischen 1987 und 2004 in den australischen Bundesstaaten Victoria und Western Australia ereignet hatten. Andere Faktoren, die das Unfallrisiko ebenfalls beeinflussen können – wie zum Beispiel das Alter des Fahrers –, wurden dabei berücksichtigt.

Laut Dr. Stuart Newstead, dem Leiter der Studie, beweisen die Ergebnisse eindeutig, dass weiße Autos bei allen Lichtbedingungen mit dem niedrigsten Unfallrisiko behaftet sind. Umgekehrt zeigten Autos mit dunkleren Farben und Farben mit niedrigem Kontrast zum Fahrumfeld, wie Silber, Grau, Grün, Blau, Schwarz und auch Rot, ein höheres Unfallrisiko - insbesondere bei Tageslicht.

Bei Dämmerung und in der Nacht ist der Zusammenhang zwischen der Fahrzeugfarbe und dem Unfallrisiko deutlich schwächer ausgeprägt. Kein Wunder. Nachts sind schließlich alle Katzen grau.

Quelle: n-tv.de