Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 190 Wachsen Barthaare nachts schneller?

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Rasieren kann manchmal auch anstrengend sein.

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Ich habe den Eindruck, dass meine Barthaare während der nächtlichen Schlafphase, also in sechs bis acht Stunden, schneller wachsen als in den 16 bis 18 Stunden der Wachzeit. Kann das sein? (fragt Walter Frische aus Saint-Pierre-Saint-Jean in Frankreich)

"Das ist eine interessante Frage. Leider gibt es bisher darüber keine wissenschaftliche Untersuchung" sagt Dr. Andreas Finner, Experte für Haarmedizin und Haartransplantation in Berlin. "Das Wachstum der Haare bewegt sich eher in längeren Zeiträumen von Monaten und Jahren. Daher denke ich, dass Haare über Nacht nicht schneller wachsen als am Tag", so Finner.

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Manche Männer machen ihren Bart zum Kunstwerk.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch wenn sich nachts die Haarwurzeln regenerieren, das heißt, die Durchblutung angeregt wird und Giftstoffe abtransportiert werden, bedeutet es nicht gleichzeitig, dass Haare in dieser Zeit auch schneller wachsen. "In jüngster Zeit wurden zwar immer wieder Untersuchungen zur Wirkung des Schlafhormons Melatonin auf das Haarwachstum gemacht, bisher jedoch ohne eindeutige Befunde", ergänzt Finner.

Falsche Wahrnehmung möglich

Es ist sicherlich so, dass unsere Wahrnehmung uns trügt. Die meisten Männer rasieren sich am Morgen und viele von ihnen schauen am Tag auch mal in einen Spiegel, so dass die Veränderungen im Gesicht durch den Bartwuchs über den Tag wahrgenommen werden können. In der Nacht jedoch schaut man sich nicht im Spiegel an. Es könnte also sein, dass man nach sechs bis acht Stunden Schlaf den Bartwuchs als wesentlich stärker empfindet als am Tag.

Viele Menschen nehmen an, dass Haare, die oft geschnitten werden, schneller wachsen. Das ist jedoch nicht richtig. Nur Wärme kann als Reiz von außen das Wachstum der Haare, auch der Barthaare, beeinflussen.

Übrigens: Dass Barthaare nach dem Tod weiterwachsen, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Nach dem Tod eines Menschen bleiben alle Lebensprozesse stehen. Lediglich der Flüssigkeitsverlust in der Haut des Toten lässt diese schrumpfen und so treten Bartstoppeln hervor, die man vorher nicht gesehen hat.

Quelle: n-tv.de

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