Fundsache

Fundsache, Nr. 1277 Wikingerschatz in Schottland

RTR1LT2W.jpg

Teilnehmer bei Wikinger-Festspielen auf den schottischen Shetlands: Der gefundene Schatz soll von den Wikingern von Orten entlang der britischen Küste zusammengetragen worden sein.

(Foto: REUTERS)

Ein schottischer Rentner findet auf einer Wiese etwas, das er erst für einen simplen Silberlöffel hält. Bei genauerem Hinsehen stellt er fest, dass das Stück uralt sein muss. Schließlich ist klar, dass es sich um einen der bisher größten Wikinger-Funde überhaupt handelt.

In Schottland ist einem Rentner einer der wohl bedeutendsten Funde eines Schatzes aus der Wikingerzeit geglückt. Der pensionierte Geschäftsmann Derek McLennan fand nahe der Stadt Dumfries über 100 Artefakte, darunter Armbänder und ein Silberkreuz aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, wie die britische BBC berichtet. Die Fundstücke könnten einen Betrag im sechsstelligen Bereich wert sein.

2014-10-14T150529Z_804570281_LM1EAAE18JJ01_RTRMADP_3_BRITAIN-TREASURE.JPG6053009623059140543.jpg

Neben diversen Armbändern und Broschen fand McLennan auch diese Silberkreuz aus dem 9. oder 10. Jahrhundert.

(Foto: Reuters)

"Es ist Material aus Irland, Skandinavien, verschiedenen Orten in Europa und aus verschiedenen Jahrhunderten dabei", sagte Stuart Campbell vom schottischen Nationalmuseum dem Sender. "Es handelt sich um einen immens wichtigen Fund. Niemals zuvor ist in Schottland eine Ansammlung so unterschiedlicher Stücke gefunden worden." Das gefundene Kreuz beispielsweise enthalte Emaille-Dekorationen, die als besonders ungewöhnlich gelten.

Campbell zufolge müssen die ursprünglichen Besitzer des Schatzes selbst einigen Aufwand betrieben haben, um die Sammlung zusammenzustellen. Es wird vermutet, dass die Stücke den Wikingern bei ihren Raubzügen entlang der Küste in die Hände fielen.

"Ich bin da ein bisschen besessen"

Unter den Fundstücken, die die Wikinger nach ihren Räubereien zurückgelassen haben sollen, ist auch der womöglich größte silberne Topf aus der Karolingerzeit, der jemals entdeckt wurde. Der Topf soll zu dem Zeitpunkt, als die Stücke vergraben wurden, schon über 100 Jahre alt gewesen sein.  

"Als ich das erste Stück gefunden hatte, wusste ich erst nicht, was es war", sagte McLennan über seine bereits im September gemachte Entdeckung. An dem Tag habe er eigentlich erst wegen einer Krankheit im Bett bleiben wollen, sei dann aber doch mit seinem Detektor los. "Ich bin da ein bisschen besessen", sagte er.

Er habe den ersten Fund für einen Silberlöffel gehalten. Am Design habe er jedoch erkannt, dass es sich um ein Objekt von Wikingern gehandelt haben müsse. "Dann sind meine Sinne explodiert, ich bekam einen Schock, Endorphine haben mein System geflutet."

Es ist nicht der erste Sensationsfund des Geschäftsmannes im Ruhestand: Im vergangenen Jahr war McLennan auf Schottlands größten mittelalterlichen Schatz bestehend aus über 300 Silbermünzen gestoßen.

Quelle: ntv.de, bwe/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen