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Aber auch schnittige Autos gibt es beim Pariser Autosalon zu sehen, wie den revolutionierten Lada.

Aber auch schnittige Autos gibt es beim Pariser Autosalon zu sehen, wie den revolutionierten Lada.

Samstag, 04. Oktober 2008

Kampf gegen die Krise: Autobauer ohne Ausblick

Als wären hohe Ölpreise, der schwache Dollar, explodierende Materialkosten und drohende Kohlendioxid-Grenzwerte nicht schon schlimm genug, muss sich die Autobranche nun auch noch mit den Folgen der internationalen Finanzkrise herumschlagen. Die zum Teil chaotische Lage an den Finanzmärkten und der Kollaps mehrerer Banken haben die Verbraucher massiv verunsichert. Viele haben Angst vor einer Wirtschaftskrise und um ihren Arbeitsplatz. Der Auto-Wunsch wird da in vielen Fällen erst einmal zurückgestellt. Wieviel die Branche aber tatsächlich abbekommt, steht derzeit noch in den Sternen. Kaum einer der Autobosse wagte auf dem Pariser Autosalon einen konkreten Ausblick auf das kommende Jahr.

Die jüngsten Zahlen jedenfalls verheißen nichts Gutes. Im September sei die Order für Neuwagen im Inland um sieben Prozent und aus dem Ausland um zehn Prozent zurückgegangen, meldete der Verband der Automobilindustrie (VDA). Auch international sieht es alles andere als rosig aus. Auf dem nach wie vor wichtigsten Markt USA brachen die Verkäufe im September deutlich ein. Der BMW-Konzern musste einen Absatzrückgang um rund 26 Prozent verkraften. Bei Daimler ging der Absatz bei der Kernmarke Mercedes-Benz um 16,4 Prozent zurück. Noch härter traf es Porsche, Ford und auch Toyota.

Schlechte Stimmung auch in Europa

"Wir haben schon früh gesagt, dass 2009 ein schwieriges Jahr wird", sagt BMW-Chef Norbert Reithofer auf der Automesse. Mittlerweile habe die schlechte Stimmung in den USA auf große Teile des europäischen Marktes übergegriffen. "Die Menschen, die sich bisher von ihrem Jahresbonus einen Porsche oder Mercedes gekauft haben, werden das momentan vielleicht erstmal nicht tun", sagt auch Daimler-Chef Dieter Zetsche. Ab Mitte 2009 ist nach Einschätzung von BMW-Chef Reithofer eine leichte Erholung des Marktes aber zumindest drin. Das sieht man auch beim Weltmarktführer Toyota so.

Richten sollen es vor allem die aufstrebenden Staaten wie China oder Indien in Fernost sowie Russland. Kohlendioxid-Werte und Spritpreise sind hier allenfalls am Rande interessant, dicke Geländewagen und Limousinen weiter gefragt. Auf den etablierten Märkten müssen die Hersteller den Kunden ihre Autos dagegen mit neuen, spritsparenden Modellen schmackhaft machen. Kleiner und grüner heißt die Devise.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge

Toyota setzt hier beispielsweise auf den abgasarmen Kleinstwagen iQ und die neue Generation Hybridfahrzeuge, Volkswagen auf sparsame "Blue Motion"-Versionen der Verkaufsschlager Golf und Passat. Daimler wiederum rüstet den Kleinwagen smart mit Batterie und Elektromotoren aus, ebenso macht es die Konkurrenz aus München mit ihrem Kleinwagen Mini. Sogar Porsche-Chef Wendelin Wiedeking beteuert in Paris: "Unser Job ist es, das Maximale in Sachen Verbrauchsminderung zu tun."

Wo die Entwicklung langfristig hingeht, darüber gehen die Einschätzungen weit auseinander. Praktisch alle Hersteller präsentieren sich als "grün", als Marktführer in Sachen Öko, und sei es in einem Randsegment. Umstritten ist aber, welche Technik sich am Ende durchsetzt. So setzt Renault klar auf das Elektro-Auto, während Toyota vorerst den Hybridantrieb favorisiert. Daimler wiederum hofft langfristig auf die Brennstoffzelle. Alle aber würden die Aussage des VW-Chefs Martin Winterkorn auch für sich in Anspruch nehmen: "Kein anderer Autobauer bietet seinen Kunden so viel Öko wie wir."

Michael Friedrich und Hans-Hermann Nikolei, dpa

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