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Ob lässiger Schlapphut, coole Schirmmütze oder ein Hut im Sherlock-Holmes-Stil: Fahrradhelme, die mit modernen Mützen und Hüten überzogen werden, sind der neueste Modegag.
Ob lässiger Schlapphut, coole Schirmmütze oder ein Hut im Sherlock-Holmes-Stil: Fahrradhelme, die mit modernen Mützen und Hüten überzogen werden, sind der neueste Modegag.
Dienstag, 28. September 2010

Mehr Ästhetik für Radfahrer: Der Helm als Mütze

Fahrradhelme sollen Radler schützen. Doch viele finden sie zu hässlich. Deswegen wird der Kopfschutz jetzt in modischen Mützen getarnt. Sicherheitsexperten sind da allerdings skeptisch.

Grell glänzend und unförmig: Fahrradhelme schmeicheln nicht gerade dem Aussehen. Leuchten einige in aufdringlichen Neonfarben, sind andere mit verrückten Motiven bedruckt. Hinzu kommen ihre eigenartigen Formen, die an die Kopfbedeckung von Astronauten erinnern. Obwohl Mediziner und Polizisten immer wieder dazu raten, lehnen viele Radler Fahrradhelme aus ästhetischen Gründen ab. Doch damit ist jetzt Schluss: Neuerdings gibt es spezielle Helme, die mit modernen Mützen und Hüten überzogen werden können. Ob lässiger Schlapphut, coole Schirmmütze oder ein Hut im Sherlock-Holmes-Stil: Der Modegag ist in vielen Varianten zu haben .

"Der Vorteil ist, dass niemand auf den ersten Blick erkennt, dass der Träger einen Helm auf hat", sagt Nikola Rosenbaum. Sie ist Verkäuferin in einem Fahrradfachgeschäft in Münster, das die neuen Helme vertreibt. "Der Helm ist quasi als Hut verkleidet." Mit ein paar Handgriffen lassen sich verschiedene Überzüge über den Helm stülpen. So wird der Kopfschutz zu einem echten Hingucker: "Es gibt ganz unterschiedliche Mützen-Modelle. Je nach Saison variieren Farbe, Design und Material", so Rosenbaum. "Damit kann der Helm an das jeweilige Outfit angepasst werden."

Bewegung in der Helmbranche

Bei den Kunden komme der modische Kopfschutz gut an. "Die Leute finden die Helme super spannend", berichtet Rosenbaum. "Viele denken darüber nach, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen, entscheiden sich dann jedoch der Optik wegen dagegen." Jetzt sei das anders. Die neuen Helme böten beides: Schutz und gutes Aussehen.

"Es tut sich gerad' enorm viel auf dem Markt der modischen Fahrradhelme", so Rosenbaum. Sowohl an weiteren Designs, als auch an der Sicherheit werde gearbeitet. Stellte bis vor kurzem ausschließlich die Firma "Yakkay" aus Dänemark die Helme mit der Hut-Optik her, haben nun auch andere Unternehmen das Konzept aufgegriffen. Vom Hersteller Abus etwa ist ab November das Modell "Metronau" zu haben - ein Helm im Basecap-Style.

Sicherheit noch ausbaufähig

Sicherheitsexperten stehen den neuen Fahrradhelmen allerdings skeptischer gegenüber. So seien die Helme zwar gut für Helm-Einsteiger und Helm-Muffel, sagt Gertrud Wietholt, Geschäftsführerin der Kinderneurologie-Hilfe in Münster. "An der Sicherheit muss aber noch gearbeitet werden", lautet ihr Urteil. André Gläser, Technik- Referent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sieht das ähnlich: "Die Helme sind eher eine Art Mode-Accessoire. Grundsätzlich sind sie schon sicher, ihre Sicherheit wird jedoch durch den Überzug eingeschränkt."

So bemängeln Gläser und Wietholt etwa, dass der trendige Kopfschutz weder Reflektoren noch Licht habe, Lüftungsschlitze fehlten und auch die Riemen, mit denen der Helm am Kopf befestigt wird, verbesserungswürdig seien. Zudem könne der Helm nicht optimal an individuelle Kopfformen angepasst werden: er besteht aus einer festen Styroporschale. Generell, da sind sich beide einig, gelte aber: "Es ist besser, einen solchen Helm zu tragen, als gar keinen".

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Quelle: n-tv.de

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