Mercedes dreht historischen Film"Die Stunde der Silberpfeile"
Historische Rennautos haben etwas Magisches. Jedenfalls für Autoliebhaber. Das dachte sich auch Mercedes und hat in einer aufwändigen Produktion die Geschichte der Silberpfeile packend nacherzählt: Sechzig Jahre zwischen Triumph und Tragödie.
Selbst die Hüter der Tradition bei Mercedes-Benz finden, dass diese Anekdote eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein. Weil der W 25 von 1934 vor seinem ersten Renneinsatz auf dem Nürburgring nach dem neuen Reglement ein Kilo zu schwer war, kratzte das Team angeblich kurzer Hand die Lackschicht ab. Darunter kam dann der matt schimmernde Metallkörper zum Vorschein, und der Mythos hatte einen Namen. Zusammen mit der Filmproduktionsfirma Cas-Film hat Mercedes-Benz Classic in jahrelanger Arbeit diesen pfeilschnellen Silberschatz gehoben und packend in Szene gesetzt.
Das Ergebnis heißt "Magische Momente. Die Stunde der Silberpfeile" und erzählt diese einzigartige Geschichte um Menschen und Maschinen, Leidenschaft, Geschwindigkeit und frühen Tod in rund 500 Minuten. Der Zuschauer erlebt in zehn Kapiteln eine Zeitreise, die von den ersten Erfolgen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die legendären Jahre zwischen 1934 und 1955 führt. Außerdem kommen internationale Sammler zu Wort, die ihre silbernen Lieblinge vorführen und versuchen, diese Faszination zu ergründen.
Hochdramatische Romantik
Caracciola, von Brauchitsch, Fangio, Moss: Wird man in sechzig Jahren als Motorsportfan die Namen Hamilton, Alonso oder Vettel noch mit demselben Schauder des Respekts aussprechen wie jene der ölverschmierten Heroen am Riesensteuer eines Silberpfeils? Im Rückblick umgibt diese tollkühnen Männer, mit samt ihrer lebensgefährlichen Leidenschaft, eine Art hochdramatischer Romantik, die nichts gemein zu haben scheint mit den Rennfahrern von heute, die oft wie ein Produkt vermarktet scheinen.
Kettenrauchend am Volant, ein Bierchen gleich nach dem Dauerduell mit den anderen deutschen Silberpfeilen, denen der Auto-Union nämlich, und der unmittelbare, mitunter hochriskante direkte Kontakt mit dem Publikum im Motodrom. Heute unvorstellbar. Genauso faszinierend sind die Persönlichkeiten, die mit ihrem Einsatz diese Siege erst ermöglichten, wie zum Beispiel der damalige Rennleiter Alfred Neubauer oder der Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut, dessen Name das atemberaubende 300 SLR Coupé von 1955 ziert.
100 Schauspieler in historischen Rollen
Um die Magie dieser Sternstunden ins rechte Licht zu rücken, hat Mercedes-Benz weder Kosten noch Mühen gescheut. Über 100 Schauspieler schlüpften in historische Rollen, Krane wurden eingesetzt, Luftaufnahmen gemacht und an den Fahrzeugen Miniaturkameras montiert. Hochauflösende Zeitlupenaufnahmen sowie bis zu zwölf High-Definition-Kameras haben geholfen, diesen schwäbischen Blockbuster zu realisieren. Um die nachgestellten Rennszenen so realistisch wie möglich zu gestalten, stieg zum Beispiel auch der ehemalige Formel-Eins-Pilot Jochen Maas ins Cockpit eines Silberpfeils. Schließlich sind die eigentlichen Hauptdarsteller kostbare Exponate aus der hauseigenen Classic-Sammlung.
Die Dokumentation, die geschickt historisches Bildmaterial mit nachgespielten Szenen verschränkt, ist ab dem 20.12.2013 für knapp 50 Euro auf DVD und Blueray im Handel erhältlich.
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