Freitag, 23. Mai 2008
Deutlicher Wertverlust: Dieselautos als Schnäppchen
Die Diesel-Rekordpreise werden sich auf die Preise von gebrauchten Dieselfahrzeugen auswirken. "Ich denke, Autokäufer werden im B- und C-Segment bald Schnäppchen machen können", sagte Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg.
Wegen der zunehmenden finanziellen Nachteile gegenüber vergleichbaren Benzinern würden Dieselmodelle deutlich an Wert verlieren. Anders als bei den Kleinwagen rechnet der Branchenexperte bei gebrauchten dieselgetriebenen Oberklassefahrzeugen oder Sports Utility Vehicles (SUVs) jedoch noch nicht mit nennenswerten Preisveränderungen.
Am Mittwoch (21. Mai) kostete der Liter Diesel in Deutschland erstmals genauso viel wie der Liter Benzin. Nach einer erneuten Preisrunde betrug der Literpreis für beide Sorten nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands in Hamburg an den Tankstellen in Deutschland im Schnitt 1,52 Euro. Neben Ölexperten geht auch Margetts davon aus, dass Diesel in Deutschland auf lange Sicht teurer sein wird als Benzin: "Das wird der Dauerzustand sein."
Diesel kaum mehr wirtschaftlich
Beim Autokauf sei es für Verbraucher daher heute viel wichtiger als früher, eine Kalkulation anzustellen, ob sich ein Diesel für sie noch lohnt. Der günstigere Anschaffungspreis eines gebrauchten Selbstzünders allein sollte nicht den Ausschlag geben. Auch die jährliche Fahrleistung sowie die Kosten für Kfz-Steuer und Versicherung sollten berücksichtigt werden. "Früher musste man die Rechnung gar nicht machen", sagte Margetts. Da sei der Diesel automatisch die günstigere Wahl gewesen. Das sei vorbei: Nur wenn ein vergleichbarer Benziner ausschließlich Super Plus verträgt oder der Wagen extrem viel gefahren wird, gehe unter den gegenwärtigen Umständen die Rechnung für den Diesel vielleicht noch auf. Darüber hinaus sollte ein Diesel sparsam und mit Rußfilter ausgestattet sein.
Trotz des stärkeren Wertverlustes gebrauchter Diesel warnt der Marktexperte Dieselhalter vor Panikverkäufen. "Die Preise werden nicht von heute auf morgen in den Keller sacken", sagte Margetts. Es sei noch genügend Zeit, in Ruhe Alternativen zum gegenwärtigen Fahrzeug durchzurechnen. "Ich würde nicht empfehlen, eine Kaufentscheidung vorzuziehen, nur um den alten Diesel loszuwerden."
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