Donnerstag, 26. Juni 2008
"Eine große Revolution": Ende der Benzin- und Diesel-Pkw
Autos mit herkömmlichem Benzin- oder Dieselmotor rollen einer Studie zufolge ihrem baldigen Ende entgegen. Schon ab 2010 würden Elektroautos und Fahrzeuge mit sogenanntem Hybrid-Antrieb die Pkw mit klassischem Verbrennungsmotor verdrängen, erklärte Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center of Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Ursache für den Wandel sind steigende Kraftstoffpreise und zunehmende Umweltprobleme wie die Erderwärmung. "Um das Jahr 2025 werden keine Neuwagen mehr ohne Hybridisierung - sprich Elektromotoren - verkauft", sagte Dudenhöffer voraus.
Das Ende des Zeitalters der Benzin- und Dieselmotoren steht den Autofahrern nach Einschätzung Dudenhöffers unmittelbar bevor. "Es ist eine große Revolution, die stattfindet", erklärte der Auto-Experte. Bereits ab 2010 könnten Hybrid-Autos von japanischen und US-Herstellern herkömmlichen Pkw erheblich Konkurrenz machen und Marktanteile wegnehmen.
"Reine Elektroautos bleiben Nischenprodukt"
Hybrid-Fahrzeuge sind Autos mit mindestens zwei Antriebsformen. In der Regel verfügen die Fahrzeuge über einen Elektro-Motor, der durch einen Benzin- oder Dieselantrieb ergänzt wird. Bei sogenannten Parallel-Hybriden treiben beide Motoren zugleich das Fahrzeug an. Bei seriellen Fahrzeugen sorgt ausschließlich der Elektromotor dafür, dass die Räder rollen. Der Verbrennungsmotor erzeugt jedoch neuen Strom, wenn die Energie in den Akkus aufgebraucht ist. "Bei Distanzen bis zu 100 Kilometer kann auf den Verbrennungsmotor verzichtet werden, da das Laden der Batterie dann über die Steckdose erfolgt", erklärte Dudenhöffer.
Reine Elektroautos bleiben nach Ansicht Dudenhöffers auch in den kommenden Jahren noch ein Nischenprodukt. Zwar würde sich die Batterie-Technik zusehends verbessern, wodurch die Elektromobile immer weitere Strecken fahren könnten. Insgesamt bleibe die Leistung der Öko-Autos aber auch auf absehbare Zeit noch zu begrenzt, so dass ein unmittelbarer Marktdurchbruch kaum bevorstehe. Lediglich im Stadtverkehr könnten die Wagen "ein zusätzliches Mobilitätsangebot stellen".
15 Millionen für Großversuch
Das Bundesumweltministerium kündigte derweil eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Produktion und Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland an. Dazu solle eine Gruppe deutscher Unternehmen in den kommenden vier Jahren mit 15 Millionen Euro bei einem Großversuch unterstützt werden, erklärte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Insgesamt sollen 20 Hybrid-Fahrzeuge von VW eingehend getestet werden. Wagen vom Modell Golf TwinDrive sollen dazu in den kommenden Jahren durch Berlin und Wolfsburg rollen, wie ein VW-Sprecher sagte.
Fahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb sind nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine weitere umweltschonende Alternative zur Verbrennung von fossilen Rohstoffen. Elektromobilität mit Hilfe von Wasserstoff- und Brennzellentechnologie sei die "Antwort von übermorgen" auf knappe Öl-Ressourcen und die Erderwärmung. "Es gibt nur eine Strategie: weg vom Öl", betonte Tiefensee bei der Präsentation der Studie "GermanHy". Sie analysierte die Möglichkeiten der Wasserstoff-Technologie. Tiefensee geht davon aus, dass bis 2050 bis zu 70 Prozent der Pkw und leichten Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie fahren können.
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