Auto

Audi schickte Q3 durch China: Faszination der Gegensätze

von Axel F. Busse

Dass der Q3 in China bald keine verwunderten Blicke mehr hervorruft, dafür hat Audi gesorgt: Bei der Trans China Tour fuhren 20 der Kompakt-SUV quer durch das Land der Mitte. Die Teilnehmer lernten dabei nicht nur das Auto kennen.

Wenn im nächsten Jahr der Verkauf des Audi Q3 in China beginnt, wird das Kompakt-SUV für viele Einheimische bereits eine vertraute Erscheinung sein. Auf der groß angelegten Trans China Tour 2011 schickte die Ingolstädter Marke 20 Fahrzeuge quer durch die Volksrepublik, wo sie in zweieinhalb Wochen zusammen genommen mehr als 110.000 Kilometer abspulten

Die samoa-orangenen Q3 bleiben auch nach der Tour in China.
Die samoa-orangenen Q3 bleiben auch nach der Tour in China.

Vor wenigen Tagen erreichte die Trans China Tour 2011 ihren Zielpunkt in Shenzhen nahe Hongkong. Auf insgesamt 16 Etappen lernten die rund 160 Teilnehmer den Audi Q3 als robusten und zuverlässigen Begleiter in jeder Situation kennen – von der Durchquerung der dynamischen Weltmetropolen über langgezogene Autobahnetappen bis hin zu unbefestigten Straßen in beeindruckenden Berglandschaften.

Die international besetzten Teilnehmergruppen konnten sich dabei auf minutiös vorbereitete Routen und Teilstrecken verlassen. Das mochte vielleicht den Abenteuercharakter der rund 5700 Kilometer langen Tour schmälern, zeugte aber gleichzeitig von dem Perfektionsanspruch der Marke, die dieses Jahr in China mehr Autos verkaufen wird, als in irgendeinem anderen Einzelmarkt der Welt. Technisches Personal, Fotografen, ein Arzt und eine rund 60-köpfige Betreuungscrew sorgten für reibungslosen Ablauf zwischen Millionenmetropolen und einsamen Bergdörfern. Unter den Teilnehmern auch André Lotterer, der mit Audi dieses Jahr erneut den Le-Mans-Siegerpokal nach Ingolstadt holen konnte: "Diese Tour ist ein echtes Erlebnis für mich. Und der Audi Q3 macht richtig Spaß, gerade auf den kleinen und kurvigen Straßen und den Bergen."

Drei Millionen digitalisierte Kilometer

Nichts wurde dem Zufall überlassen: CB-Funk in jeden Fahrzeug und GPS-Tracker ließen ernsthafte Orientierungsprobleme trotz der fremden Umgebung gar nicht erst aufkommen. Selbst wenn vereinzelt einheimische Verkehrspolizisten die chinesischen Führerscheine der Insassen als Fälschungen identifiziert haben mochten, konnten sie binnen Kurzem von der ordnungsgemäßen Ausstellung der Dokumente überzeugt werden. Das für den Einsatz in der Volksrepublik adaptierte Navigationssystem im Q3 mit der Datenbasis von rund drei Millionen Straßenkilometern bestand seine Feuerprobe mit Bravour. Die Entwicklungsarbeiten für das Navi-System wurden zuvor im Audi eigenen Infotainment Tec Center (ITC) in Peking geleistet. Die gewaltige Aufgabe der Programmierer wird am besten durch die Tatsache veranschaulicht, dass den 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets, auf dessen Basis europäische Systeme funktionieren, mehrere tausend Schriftzeichen der chinesischen Sprache gegenüber stehen.

Die Trans China Tour präsentierte das viertgrößte Land der Erde in seiner ganzen Faszination und Vielfältigkeit. So führte die Strecke der ersten Teilnehmergruppe von Peking über die sich rasant entwickelnden Millionenstädte im Osten wie Jinan oder Qingdao in die Megacity Shanghai mit ihrer spektakulären Skyline und ihrem futuristisch anmutenden Stadtautobahnnetz. Direkt an Shanghais berühmter Uferpromenade Bund übernahm die zweite Gruppe die Fahrzeuge und setzte die Tour in Richtung Süden fort.

Glitzer-Fassaden und Holzhütten

Die Strecke führte an der Ostküste Chinas entlang, durch eine Region mit großer wirtschaftlicher Dynamik und schnell wachsendem Wohlstand – der auch das Potenzial für die Weiterentwicklung des Premium-Automobilmarktes in diesem Land deutlich macht. Binnen weniger als zwei Jahrzehnten hat sich hier ein Ballungsraum mit 14 Millionen Einwohnern entwickelt. Die Teilnehmer erlebten ihren kleinen Ausschnitt des riesigen Landes als einen Schauplatz krasser Gegensätze. Nur wenige hundert Meter von glitzernden Fassaden und Wohnsilos von schwindelerregender Höhe rollten sie an Tempelanlagen oder an notdürftig gezimmerten Hütten vorbei, wo Wanderarbeiter in bitterer Armut leben. Die Dynamik, mit der sich die chinesische Gesellschaft verändert, war förmlich mit Händen zu greifen: Wo gestern noch eine Schotterpiste war, arbeiten heute die Baumaschinen und ist morgen ein Highway. Und gleichzeitig gibt es viele Plätze, an denen die Zeit scheinbar still steht. Etwa ein Wochenmarkt auf dem Land oder eine dürftige Behausung, wo ein Bewohner das Holz für den Küchenherd sortiert.

Die dritte und die vierte Gruppe schließlich durfte zusätzlich das Offroad-Potenzial des neuen Audi-SUV mit permanentem Allradantrieb quattro abseits befestigter Straßen erleben: Von der ausgedehnten Industrieregion um Shenzhen führte die Strecke weitgehend über kleine Straßen und Wege in die landschaftlich beeindruckende Region um Guilin mit ihren einzigartigen Karstbergen und ausgedehnten Reisfeldern. Die strahlend weiße Zielrampe vor dem Kulturzentrum in Shenzhen markierte für die Teilnehmer den Endpunkt eines faszinierenden Erlebnisses. Während sie in ihre Heimatländer zurückkehrten, bleiben die 20 samoa-orangenen Q3 dort – so wie rund 300.000 andere Audis, die der Markt im bevölkerungsreichsten Land der Erde gierig aufsaugt.

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Quelle: n-tv.de

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