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Wenn ein Mercedes das Maybach-Label trägt, dann muss es schon etwas besonderes sein. Wie der Mercedes-Maybach G 650 Landaulet.
Wenn ein Mercedes das Maybach-Label trägt, dann muss es schon etwas besonderes sein. Wie der Mercedes-Maybach G 650 Landaulet.

Mercedes-Maybach G 650 Landaulet: G-Klasse wird zum Luxus-Offroader

Von Holger Preiss

Eine G-Klasse als Maybach? Tatsächlich hat Mercedes ein solches Gefährt auf die Räder gestellt. Sogar mit Klappdach und dem Zusatz Landaulet. Ein Adelstitel, der bei den Stuttgartern nicht oft vergeben wird.

Alles was bei Mercedes groß und teuer ist kann natürlich noch teurer und noch luxuriöser werden. Unter dem Label Maybach fahren unterdessen schon die S-Klasse und das S 650 Cabriolet. Jetzt sind die Stuttgarter noch einen Schritt weiter gegangen und haben die G-Klasse mit dem doppelten M versehen und ihm den Zusatz Landaulet gegeben. Ein Adelstitel, der bei Mercedes Tradition hat: Bereits der Benz 25/45 PS von 1910 gehörte zu dieser edlen Spezies. Weitere Beispiele sind der Mercedes-Benz 300 d Landaulet von 1960, der Mercedes-Benz 600 Pullman Landaulet, den es vier Jahre später gab und der Maybach Landaulet von 2008.

Trennscheibe und Klappdach

In 30 Sekunden haben die Passagiere auf den zwei Einzelplätzen in der zweiten Reihe, einen freien Blick in den Himmel.
In 30 Sekunden haben die Passagiere auf den zwei Einzelplätzen in der zweiten Reihe, einen freien Blick in den Himmel.

Seine Premiere feiert der Luxus-Bulle aus Stuttgart auf dem Genfer Autosalon. Leider wird sich das Publikum dort kaum ein Bild von der Arbeitsweise des sechs Liter großen V12 machen können, der mit 630 PS und 1000 Newtonmeter Drehmoment den 3,3 Tonnen schweren Edel-Offroader in weniger als sechs Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Unter Vollgas soll das Ungetüm immer noch 180 km/h schnell rennen. Was für einen Giganten wie den Landaulet keine alltägliche Geschwindigkeit ist.

Was das Publikum aber in Augenschein nehmen kann ist eine andere Eigenart des G 650 Landaulet. Auf Knopfdruck öffnet sich nämlich ein großes Faltdach in 30 Sekunden elektrisch und gibt für die zwei Passagiere im Fond den Blick in den Himmel frei. Wer sich dort vor dem neugierigen Augen des Fahrers separieren will, kann per Knopfdruck eine elektrische Trennscheibe ausfahren lassen. Die wird mit einem weiteren Tastendruck dann auch blickdicht. Schließlich muss das Personal nicht alles sehen, was auf den First-Class-Rücksitzen so passiert.

Da ist Platz für vieles

Die wohl teuerste Sonnenliege der Welt.
Die wohl teuerste Sonnenliege der Welt.

Platz ist jedenfalls für vieles. Bei einer Länge von 5,34 Meter und einem Radstand von 3,43 Meter würde alles andere auch verwundern. Ach und noch etwas: Auf der Quertraverse, die auch die Trennscheibe aufnimmt, sind zwei 25,4 Zentimeter große, hochauflösende Media-Displays angebracht, die natürlich auch mit den eigenen elektronischen Geräten gekoppelt werden können.

Zwischen den Einzelsitzen im Fond ist zudem eine sogenannte "Business-Konsole" mit Thermocupholdern zum Kühlen oder Wärmen von Getränken integriert. Ähnlich einem Flugzeugsitz beherbergt die Mittelkonsole auch zwei Tische, die mit einer Hand ein- und ausgeklappt werden können. Damit sie sich als komfortable Schreibunterlagen verwendet lassen, besitzen die Auflagen selbstredend Ledereinsätze. Viel schöner ist es natürlich unter freiem Himmel zu chillen und sich den Gedanken an eine Safari hinzugeben.

Offroad-Traum für eine halbe Million

Denn irgendwie erinnert der Offroad-Gigant schon an die Geländewagen mit denen man seinerzeit durch den afrikanischen Busch düste, um sich mit den mutmaßlich wildesten Raubtieren der Welt zu messen. Für grobes Geläuf taugt der G 650 Landaulet jedenfalls allemal. Die vom AMG G 63 6x6 und G 500 4x4bekannten Portalachsen schaffen mit knapp einem halben Meter reichlich Bodenfreiheit, was dafür spricht, dass der offene Luxus-Geländewagen auch extreme Aufgaben souverän meistert.

Wem jetzt das Herz aufgeht, der sollte schnell seinen Finanzstand überprüfen, denn der G 650 Landaulet dürfte, auf 99 Exemplare limitiert, der wohl teuerste Benz im derzeitigen Portfolio der Stuttgarter werden. Die 357.000 Euro für die offene Maybach S-Klasse taugen hier nur als Anzahlung. Unter einer halben Millionen wird der Edel-Panzer mit Faltdach in keinem Fall zu bekommen sein. Die ersten Exemplare sollen bereits im Herbst dieses Jahres an die Kundschaft ausgeliefert werden. Die dürfte wie gehabt in den Emiraten, Russland, den USA und in Mitteleuropa zu suchen sein.

Quelle: n-tv.de

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