Auto

Citroën DS3Neuauflage eines Mythos?

31.08.2009, 13:05 Uhr
imageFabian Maysenhölder

Schon der französische Präsident Charles de Gaulle liebte sie. Er fuhr zu offiziellen Anlässen nur mit Fahrzeugen der Citroën DS-Reihe vor. Und der "Mythos DS" ist bis heute nicht abgeflaut: Liebhaber greifen für gut erhaltene Modelle, von denen es glücklicherweise noch viele gibt, unter Umständen tief ins Portemonnaie.

Die Franzosen von Citroën nehmen sich viel vor, wenn sie nun die Neuauflage der DS-Serie wagen - denn der Name allein überzeugt keine Käufer.

Mini auf französisch

Als erstes Modell der neuen Produktlinie schickt Citroën auf der IAA den DS3 an den Start. Er soll Konkurrenzmodellen wie dem Mini oder dem Fiat 500 das Leben schwer machen und hat natürlich eine entsprechende Zielgruppe: Fahrspaß, Individualität und ein wenig Pragmatismus stehen im Vordergrund.

Das Design des DS3 wirkt frisch und sportlich. Und auch wenn es hart für den kleinen Franzosen ist, am Mini gemessen zu werden – der DS3 erinnert durch die optische Zweiteilung von Dach und Rumpf etwas an den Konkurrenten. In der Form allerdings orientiert sich der neue von Citroën an den typischen Rundungen des C3, um diese in Kombination mit einer markanten Linienführung aggressiver wirken zu lassen; das signalisiert Angriffslust. Unterstrichen wird diese noch von der "Haifischflosse", die aus der Gürtellinie auftaucht und sich an der B-Säule anlehnt.

Punkten wollen die Autobauer aus Frankreich durch Individualität. Der DS3 wird in allen erdenklichen Farbkombinationen verfügbar sein. Die Farben von Dach, Wagenkörper, Außenspiegelschalen und Rädern können unterschiedlich gewählt und kombiniert werden.

Ein Hauch von Luxus

Das sportliche Äußere transportiert Citroën auch im Interieur. Tacho, Drehzahl- und Tankanzeige verpacken die Franzosen in drei schwungvolle Rundelemente direkt vor dem Fahrer – dezente Chromelemente sollen für einen Hauch von Luxus sorgen.

Wie es so oft jedoch bei Kleinwagen ist, die einen gewissen Luxus übermitteln wollen, ohne dadurch zu viele potentielle Käufer durch einen hohen Preis zu vergraulen, muss hier die Frage nach der Verarbeitung gestellt werden. Die bleibt allerdings unbeantwortet – zumindest bis zur IAA in Frankfurt, auf der der DS3 seine Premiere feiern wird.

Der DS3 will geräumiger sein als der C3. Das etwas gegenüber dem C3 etwas angehobene Armaturenbrett sorgt für mehr Beinfreiheit, das steile Heck schafft Platz auf den Rücksitzen – so wird der DS3 zum "echten" Fünfsitzer. Der Kofferraum ist allerdings mit 285 Litern noch kleiner als der im C3. Mehr Platz schaffen lässt sich immerhin durch die geteilt umklappbare Rückbank.

Zwei mal Diesel, drei mal Benzin

Der DS3 will mit fünf verschiedenen Motorisierungen für Fahrspaß sorgen, alle sind sie Euro 5-konform: Zwei HDi-Turbodiesel mit FAP-Partikelfilter und 109 bzw. 90 PS und drei Benzinmotoren (THP 150, VTi 120 und VTi 95) haben die Franzosen im Programm. Doch heutzutage definiert sich Fahrspaß nicht nur über Motorleistung, denn das Gewissen fährt mit. Die beste HDi-Version des DS3 schafft es unter die 100er-Marke und stößt nach Herstellerangaben gerade einmal 99g Co2 pro Kilometer aus, bei den Benzinern liegen die Werte zwischen 136g und 160g pro Kilometer.

In Sachen Sicherheit bietet der DS3 serienmäßig ESP, ABS, eine elektronische Bremskraftverteilung und einen Notbremsassistenten. Sollte es trotzdem krachen, ist man im Innenraum mit sechs Airbags geschützt.

Besonders erfreulich ist die serienmäßige Ausstattung mit einem Geschwindigkeitsregler und –begrenzer. Zudem soll eine Gangwechselanzeige installiert werden, die dem Fahrer den jeweils optimalen Schaltzeitpunkt für besonders geringe Verbrauchs- und Emissionswerte vorschlägt. Genaue Preise für den DS3 sind im Vorfeld der IAA noch nicht bekannt, in der Basisversion sollen es um die 15.000 Euro werden.

Individualität statt Innovation

Dass Citroën mit dem DS3 in irgendeiner Form an den alten DS-Mythos anknüpft, ist unwahrscheinlich bis unmöglich. Zwar zeigt sich der kleine Franzose schick und sportlich, hebt sich insgesamt aber doch zu wenig von der Masse ab, bietet zu wenig Innovation. Und die Konkurrenz in seiner Klasse ist hart; Mini, Fiat 500 und Suzuki Swift sind nur drei der Konkurrenten, die dem DS das Leben schwer machen werden.

Die "Göttin" DS in den 60er und 70er Jahren war eine Limousine, die neue Standards gesetzt hat und die ihrer Zeit weit voraus war. Der DS3 hingegen setzt mehr auf Individualität als auf Innovation. Ob das gut geht?