Mittwoch, 24. September 2008
Leerstelle beim RS 6 zu groß: Porsche streitet mit Audi
Zwischen den Schwesterunternehmen Porsche und Audi gibt es Streit wegen einer Modellbezeichnung. Dabei gehe es um den neuen Audi RS 6, sagte ein Porsche-Sprecher und bestätigte damit entsprechende Informationen der Tageszeitung "Heilbronner Stimme". Die Leerstelle, die Audi zwischen RS und der Zahl 6 lasse, sei zu groß. Damit werde die Bezeichnung RS als eigener Bestandteil wahrgenommen. "Und die Marken RS und RSR gehören Porsche", sagte der Sprecher. Die Stuttgarter hätten deshalb Audi in einem Schreiben aufgefordert, die Bezeichnung zu ändern. "Wir sind auf einem guten Weg, uns mit Audi zu einigen."
Bereits Ende der 90er Jahre habe es wegen der Markenbezeichnung Diskussionen zwischen den beiden Autobauern gegeben, sagte der Porsche-Sprecher. Damals sei vereinbart worden, dass Audi die Bezeichnung RS in Kombination mit einer Zahl verwenden dürfe.
Das Verhältnis zwischen der VW-Tochter Audi und Porsche spielt auch im Kampf um die Macht bei Volkswagen eine wichtige Rolle. Mitte September hatte Porsche seinen Anteil an der Audi-Mutter auf mehr als 35 Prozent erhöht und damit Europas größten Autobauer zu seinem Tochterunternehmen gemacht.
Wenige Tage zuvor war VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Pich den Porsche-Vertretern im Aufsichtsrat in den Rücken gefallen, indem er mit seiner Stimmenthaltung dafür sorgte, dass ein Antrag der Arbeitnehmerbank durchkam. Danach muss der VW-Aufsichtsrat künftig alle Kooperationen zwischen Audi und Porsche billigen. Porsche erhofft sich nach der Übernahme von VW in diesem Bereich große Synergieeffekte. In Audi-Kreisen hieß es, Pich habe mit seiner umstrittenen Stimmenthaltung vor allem die Marke Audi schützen und verhindern wollen, dass sie zum Spielball werde.
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