"Gefährlich, schädlich, teuer"Proteste gegen Gigaliner
Mehrere Umweltverbände haben gegen die mögliche Zulassung so genannter Gigaliner protestiert.
Mehrere Umweltverbände haben gegen die mögliche Zulassung so genannter Gigaliner protestiert. Vor dem Verkehrsministerium in Berlin machten sie auf Plakaten ihre Auffassung deutlich, dass die bis zu 25,25 Meter langen und 60 Tonnen schweren Lastwagen einen Zuwachs an Unfallrisiko und Straßenverschleiß bedeuten und der Verkehrsverlagerung von der Schiene Vorschub leisten würden. Die Verkehrsminister wollen am Mittwoch in Merseburg in Sachsen-Anhalt über die Zulassung entscheiden.
Die Banner der Aktivisten beliefen sich auf eine Gesamtlänge von 25,25 Metern, um die Ausmaße der Fahrzeuge zu illustrieren. "Zu gefährlich, zu umweltschädlich, zu teuer", fasste Michael Gehrmann, stellvertretender Vorsitzender der Allianz pro Schiene und VCD-Bundesvorsitzender, die Hauptargumente gegen die Zulassung zusammen. Bereits heute sei die Gefahr, bei einem Straßenverkehrsunfall tödlich zu verunglücken, doppelt so hoch, wenn ein normaler Lkw beteiligt ist. Richard Mergner, der verkehrspolitische Sprecher des BUND, nannte den Einsatz dieser Fahrzeuge eine "umweltgefährdende Scheinlösung" des Verkehrsproblems.
Auch der Deutsche Städtetag appellierte an die Länder, die Zulassung der Riesen-Lkw aus Gründen des Umweltschutzes und der Verkehrssicherheit abzulehnen. Mehrere Studien hätten gezeigt, dass die Fahrzeuge wegen ihres höheren Gewichts Straßen, Brücken und Tunneln schaden sowie das Verkehrswachstum, den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit negativ beeinflussen würden. Probleme könnte es auch auf Rastplätzen geben. Bei einer nur teilweisen Zulassung auf einigen Straßen sei zu befürchten, dass die Riesen-Lkw in bebaute Gebiete gelangen würden, erklärte der Städtetag, und forderte deshalb eine gänzliche Ablehnung des Vorhabens.
Vor der Verkehrsministerkonferenz hatten sich bereits Bundesminister Wolfgang Tiefensee (SPD) als auch mehrere Landesverkehrsminister gegen eine flächendeckende Zulassung der sogenannten Gigaliner ausgesprochen