Auto

Die wichtigsten TippsAugen auf beim Autokauf

14.10.2009, 18:19 Uhr
imageMarkus Mechnich
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Traum oder Albtraum: Der Kauf eines Gebrauchten birgt so seine Tücken. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Kauf eines Autos ist immer eine recht emotionale Angelegenheit. Selbst bei recht rationalen Menschen schaltet sich der gesunde Menschenverstand manchmal aus, wenn es um das neue Gefährt geht. Doch gerade beim Kauf eines Gebrauchten ist Vorsicht geboten, denn dabei lauern viele Fallen.

Da steht es nun, das Traumauto. So günstig und so schön. Das ist der Zeitpunkt an dem viele Autokäufer zu einem spontanen "Ja" neigen und bei dem Wagen zuschlagen. Doch das kann sich als teure Fehlentscheidung herausstellen. Denn der erste Blick kann täuschen und auch manchen Verkäufern ist nicht wirklich zu trauen. Deshalb ist höchste Vorsicht angesagt, gerade wenn es sich um den Traumwagen handelt. Einige Punkte sind beim Kauf eines Gebrauchten unbedingt zu beachten.

Zunächst sollten Sie sich das Auto genau ansehen. Ein Rundgang ist unerlässlich. Wurden am Lack des Autos Ausbesserungen vorgenommen? Ist der Lackstift im Einsatz gewesen? Das kann auf schnell behobene Roststellen oder sogar Unfallschäden einen Hinweis geben. Mit einem nachträglich aufgebrachten Unterbodenschutz werden gerne mal durchrostende Stellen an den Schwellern oder dem Unterboden verheimlicht. Es ist nicht erkennbar, was sich darunter verbirgt. Beim Rundgang sollte ruhig mal der Kopf auf der Motorhaube und an den Türen liegen. Denn so ist erkennbar, ob es Unebenheiten und Schäden im Klarlack gibt.

Verdächtige Gummidichtungen

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Auch bei Händlern ist nicht immer alles Gold, was so schön auf dem Hof glänzt. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Auch einen Blick wert sind die Spaltmaße des Autos. Das sind die Lücken zwischen den einzelnen Karosserieteilen. Die sind normalerweise gleichmäßig und die einzelnen Teile stehen nicht schief zueinander. Tun sie das doch, oder steht der Kotflügel irgendwie schief, dann ist das ein starkes Zeichen für einen Unfallschaden. Dann könnte auch die Konstruktion darunter beschädigt sein oder der Unfall wurde nicht sachgemäß repariert. Achten Sie auch auf die Gummidichtungen an Türen von Kofferraum und Motorhaube. Dort ist das Alter eines Autos ablesbar und poröse Dichtungen können zum echten Ärgernis werden. Wassereintritt und zufrierende Türen sind eventuell die Folgen.

Auch ein Blick unter die Motorhaube gehört zum ordentlichen Rundgang dazu. Dabei ist gleich zu prüfen, ob die Haube richtig öffnet und schließt. Verdächtig ist es, wenn der Motor erst kürzlich einer Motorwäsche unterzogen wurde. Erstens können bei einer unsachgemäßen Wäsche Schäden entstehen und es drängt sich der Verdacht auf, dass der Verkäufer möglicherweise ölende Stellen vertuschen möchte. Andererseits ist Öl im Motorraum auch ein schlechtes Zeichen. Zwar ist bei älteren Motoren ein bisschen Öl nicht besorgniserregend, aber es sollte sich in engen Grenzen halten. Ölaustritt aus den Zylinderköpfen ist ein wichtiges Warnsignal, denn dann sich die Dichtungen wahrscheinlich marode. Ein kapitaler Motorschaden könnte die Folge sein.

Innenraum sagt viel

Der Innenraum ist ein relativ untrügliches Zeichen für das Alter eines Autos. Besonders markant ist das Lenkrad. Es sollte in einem vernünftigen Verhältnis zum Alter des Autos und zu der Laufleistung in Kilometern stehen. Ist der Kilometerstand niedrig, aber das Lenkrad abgegriffen und der Innenraum stark abgenutzt, dann stimmt was nicht. Leider ist heutzutage das "Drehen" am Tacho zum Volkssport geworden. Selbst technisch eher unbedarfte Verkäufer lassen gerne mal vom Bekannten oder einem Schrauber den Kilometerstand um einige 10.000 zurückdrehen. Das steigert den Wert erheblich und ist schwer nachweisbar. Deshalb ist ein gutes Auge für den Gesamtzustand wichtig.

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Tachostände werden heutzutage gerne manipuliert. Egal ob digital oder per Welle angetrieben. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Autokauf ist immer auch ein Stück Psychologie. Deshalb sollte auch der Verkäufer genau beobachtet werden. Verdächtig ist es beispielsweise, wenn Verkäufer die ganze Zeit auf Interessenten einredet und versucht vom Betrachten des Autos abzulenken. Sie sollten sich auch auf keinen Fall unter Druck setzen lassen. Beim Autokauf gilt immer: Eine Nacht drüber schlafen. Außerdem sollten alle Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden. Mündliche Zusagen sind im Nachhinein schwer zu beweisen.

Experten hinzuziehen

Für technisch weniger versierte Käufer ist der Besuch bei einer Werkstatt oder einer Kfz-Prüfstelle ratsam. Wenn der Verkäufer das verweigert heißt es, besser die Finger davon lassen. Wenn das Auto von Privat gekauft wird sollte auch der Name im Kfz-Schein oder Brief übereinstimmen. Sonst könnte es sich um einen Händler handeln, der sich um die Gewährleistungspflichten drücken will. Ein gewerblicher Verkäufer hat nämlich ganz andere Pflichten als ein privater. Er muss vor allem eine Gewährleistung von zwei Jahren geben. Unter Umständen kann die auf ein Jahr verkürzt werden.

Am besten machen Sie sich eine Checkliste mit den Dingen, die sie bei Ihrem Traumwagen für wichtig erachten. Ratsam ist es auch einen Blick auf die Checkliste von Automobilsclubs oder Versicherungen zu werfen. Der ADAC bietet eine solche sehr umfangreiche Liste an (ADAC-Checkliste).

Quelle: ntv.de