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Anthony Hopkins in einer seiner bekanntesten Rollen - als Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" von 1991.
Anthony Hopkins in einer seiner bekanntesten Rollen - als Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" von 1991.(Foto: dapd)

Viel mehr als Hannibal Lecter: Anthony Hopkins wird schon 75

Sir Anthony Hopkins ist ein Verwandlungskünstler. Ob Kannibale, Butler, Nixon, Picasso oder Hitchcock - der Brite spielt sie mit minimaler Mimik. Und sein 75. Geburtstag ist kein Grund für ihn, aufzuhören - er dreht fleißig weiter. Ein Schläfchen muss aber ab und zu schon sein.

Anthony Hopkins und seine Frau Stella 2009 in Los Angeles bei der Oscarverleihung.
Anthony Hopkins und seine Frau Stella 2009 in Los Angeles bei der Oscarverleihung.(Foto: dapd)

Anthony Hopkins ist uralt, zumindest auf der Leinwand. In dem Bibel-Epos "Noah" ergraut er zu Methusalem, dem Großvater von Archenbauer Noah (Russell Crowe). Hopkins hat gerade mit Regisseur Darren Aronofsky gedreht, bis 2014 müssen die Fans des Leinwandstars aber noch auf dessen biblische Metamorphose warten. Hopkins, der am 31. Dezember 75 Jahre alt wird, hat die Messlatte als genialer Verwandlungskünstler hochgehängt.

In dem Film "Hitchcock" nahm Hopkins zuletzt die Gestalt seines legendären Landsmannes Alfred Hitchcock an. Die Ähnlichkeit ist verblüffend: mit Halbglatze, Doppelkinn und Extra-Pfunden, so wie Hitchcock um 1960 aussah, als sein Horror-Schocker "Psycho" den Kinogängern Gänsehaut einjagte. Im Februar können sich auch die deutschen Zuschauer davon überzeugen.

Oscar für Psychopathen-Darstellung

Mit Gruselstoffen kennt sich Hopkins bestens aus. Als psychopathischer Hannibal Lecter in "Das Schweigen der Lämmer" holte er 1992 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Gerade einmal 16 Minuten ist er in dem Psychothriller auf der Leinwand zu sehen, doch das reichte. Das Duell zwischen dem mörderischen Kannibalen und der standfesten FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) schrieb Filmgeschichte.

Anthony Hopkins 1984 beim Internationalen Filmfestival in Cannes.
Anthony Hopkins 1984 beim Internationalen Filmfestival in Cannes.(Foto: dapd)

Dabei sieht Sir Anthony Hopkins beileibe nicht wie ein Monster aus. Mit seinen humorvollen Augen und den tausend Lachfältchen nimmt man ihm eher den englischen Gentleman ab. Was seinen Charakteren ihre Glaubwürdigkeit verleiht, ist eine knisternde Leinwandpräsenz - gleichgültig, ob als Adolf Hitler in "Der Bunker" (1981), als Quasimodo in "Der Glöckner von Notre Dame" (1982), als der gefallene US-Präsident Richard Nixon in Oliver Stones "Nixon" (1995) oder als Picasso in "Mein Mann Picasso" (1996).

Über hundert Film- und Fernsehauftritte hat Hopkins in seiner mehr als 40-jährigen Karriere absolviert und viele Größen dieser Welt gespielt. Für ihn selbst aber gehört die Rolle des aufopfernden, allzu perfekten Butlers in dem Drama "Was vom Tage übrig blieb" (1993) zu seinen wichtigsten Filmen - und natürlich "Das Schweigen der Lämmer". Auch in den Folgefilmen "Hannibal" (2001) und "Roter Drache" (2002) übernahm er die Gruselrolle.

Gern mal ein Schläfchen

Mit 75 Jahren gibt Hopkins weiter Gas. Gerade dreht er mit Morgan Freeman und Bruce Willis die Fortsetzung des Agentenfilms "R.E.D. - Älter.Härter.Besser." Gleichzeitig verwandelt er sich in der nächsten "Thor"-Folge wieder in Odin, den Vater von Donnergott Thor. Beide Filme sollen Ende 2013 in die Kinos kommen. Ein bisschen ist ihm das Alter doch anzumerken. Zumindest räumte er vor einem Jahr im Interview mit dem Fernsehsender Tele 5 ein, dass er die Drehpausen gerne für Schläfchen nutze. "Heutzutage sind die Arbeitstage sehr lang. Außer wenn man mit Woody Allen oder Clint Eastwood dreht. Die hören gerne früh auf. Ich persönlich halte das für eine gute Idee."

Mit Kultregisseur Woody Allen hat er natürlich auch schon gedreht. In der Tragikomödie "Ich sehe den Mann deiner Träume" (2010) spielt er den alternden Alfie, der in Panik vor der eigenen Sterblichkeit nach 40 Jahren Ehe seine völlig geschockte Frau gegen ein junges Callgirl eintauscht.

Vom Bäckerssohn zum Topschauspieler

Für den Sohn einer Bäckerfamilie in Wales war es ein schwieriger Weg in die Topriege der Schauspieler. Hopkins, der sich mit minimaler Mimik eine so starke Leinwandpräsenz verschafft, war lange von Furcht und Unsicherheit geplagt. "Ich habe die Schule gehasst, weil mein Gehirn nicht mitwollte. Ich fühlte mich geächtet und isoliert", sagte Hopkins dem Sender Tele 5. "Meine größte Angst war, dass ich dumm bin und niemals etwas erreiche. Das ging so weiter, als ich erwachsen war." Erst in reiferem Alter habe die Angst abgenommen.

In der Schule galt er mit seiner Vorliebe fürs Malen und Klavierspielen eher als Eigenbrötler. Nach dem Militärdienst schaffte er 1961 die Aufnahme an die renommierte Royal Academie of Dramatic Arts in London - ein glänzendes Sprungbrett. Am Theater konnte er sich den Ruf eines vielseitigen Charakterdarstellers erwerben - allein als "King Lear" stand er zahllose Male auf der Bühne.

Doch er galt auch als schwierig und unberechenbar, häufig legte er sich mit seinen Regisseuren an. Als seine Ehe mit der Schauspielerin Petronella Barker zerbrach und er die gemeinsame Tochter Abigail nicht mehr sehen durfte, nahmen seine Alkoholprobleme drastisch zu. Erst nach einem Zusammenbruch 1975 gelang es ihm mit Hilfe seiner zweiten Frau, einen Schlussstrich unter seine Sucht zu ziehen und das Trinken aufzugeben. Inzwischen ist Hopkins ein drittes Mal verheiratet und seit dem Jahr 2000 auch US-amerikanischer Staatsbürger. Seinen britischen Pass und den ritterlichen Ehrentitel Sir durfte er aber behalten.

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Quelle: n-tv.de

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