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Enttäuscht von denen, die enttäuscht sind: Clooney mit seinem Präsidenten.
Enttäuscht von denen, die enttäuscht sind: Clooney mit seinem Präsidenten.

10 Millionen Dollar von den Stars: "Obama, Clooney and You"

Ein wahres Traum-Paar: der Präsident der Vereinigten Staaten und der Schauspieler, der sicher auch einen guten Präsidenten abgeben würde. Denn Clooney ist ein Guter und die US-Amerikaner sind Schauspieler im Weißen Haus ja gewöhnt.

Barack Obamas Trip nach Hollywood in dieser Woche dürfte ihm gut bekommen. Nicht nur, dass der US-Präsident am Donnerstag in der Villa des Schauspielers George Clooney bei einem Dinner zulangen darf. Die Tafelrunde in illustrer Gesellschaft wird auch Obamas Wahlkampfkasse um einige Millionen Dollar füllen.

"Wir haben jetzt schon 10 Millionen Dollar mit diesem Spenden-Dinner eingenommen, etwa doppelt so viel wie jemals zuvor geschafft worden ist", rechnete Clooney beim alljährlichen Galadinner des Pressekorps des Weißen Hauses Ende April vor, wie das "Wall Street Journal" schrieb. Er wisse nur, dass es der größte Fund-Raiser (Veranstaltung zur Spendenbeschaffung) überhaupt sei, zitierte das Blatt den Oscar-Preisträger.

Das Branchenblatt "Hollywood Reporter" spricht inzwischen gar vom 12-Millionen-Dollar-Dinner (etwa 9,2 Millionen Euro). Die 150 Plätze seien ausverkauft. 40.000 Dollar (etwa 31.000 Euro) kostet der Einlass in die Villa des Filmstars in Los Angeles. Das allein bringt sechs Millionen Dollar.

Zusätzlich gab es für weniger betuchte Fans des Präsidenten eine Verlosung von zwei Karten. Schon eine kleine Spende genügte, um bei der Aktion "Obama, Clooney and You" sein Glück zu versuchen. So flossen weitere Millionen in die Kasse.

Dinner mit Halle und Scarlett

Die Gästeliste ist streng geheim, aber Obamas Unterstützer in der traditionell liberalen US-Unterhaltungsindustrie sind bekannt: Steven Spielberg, Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Scarlett Johansson, Halle Berry, Reese Witherspoon und Oprah Winfrey sind nur einige der prominenten Namen, die Obama schon vor vier Jahren ihre Stimme gaben. Auch auf einflussreiche Filmbosse kann Obama zählen, etwa auf Produzent Harvey Weinstein oder DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg.

Nicht mit am Tisch sitzen wird dagegen der frühere MGM-Boss Harry Sloan. Der Entertainment-Veteran macht sich in Hollywood für die Republikaner stark. Obamas wahrscheinlicher Herausforderer, der Republikaner Mitt Romney, muss sich in der liberalen Hochburg mit weniger glamourösen Namen zufriedengeben. Der Sänger Kid Rock ist ein erklärter Romney-Fan, auch die Schauspieler Chuck Norris oder Tom Selleck legen sich gewöhnlich für Republikaner ins Zeug.

Wenn Clooney "bitte bitte" sagt

In der Wahlnacht im November 2008 zählte Clooney, der sich seit langem in politisch-humanitären Fragen engagiert, zu Obamas ersten Gratulanten. Erst Mitte März bat Clooney bei einem Treffen im Weißen Haus um Hilfe für Flüchtlinge im sudanesischen Grenzgebiet. Obama kann auf den Leinwand-Star zählen. "Ich glaube fest daran, zu den Leuten, die man gewählt hat, zu stehen und für sie einzutreten", sagte Clooney im vorigen Herbst dem Sender ABC. "Ganz ehrlich, ich bin enttäuscht von den Leuten, die von Obama enttäuscht sind."

Nicht alle, die Obama vor vier Jahren ins Amt verholfen haben, bringen dem Demokraten diese Loyalität entgegen. Oscar-Preisträger und Clooney-Kumpel Matt Damon etwa warf Obama im vorigen Jahr im CNN-Interview vor, viele seiner politischen Versprechen nicht gehalten zu haben. Auch die Sänger Melissa Etheridge und Harry Belafonte und US-Regisseur Michael Moore zeigten sich von Obama enttäuscht.

Doch um die Spenden-Quelle in Hollywood muss sich Obama keine Sorgen machen. Die nächsten Benefizveranstaltungen sind schon geplant. Anfang Juni jettet der Präsident wieder nach Los Angeles zu einer Schwulen-Gala, bei der auch die Sängerin Pink auftritt. Die billigste Eintrittskarte für das Event am 6. Juni kostet 1250 Dollar, für 10.000 Dollar gibt es besondere Sitzplätze - und dazu ein gemeinsames Foto mit Obama.

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Quelle: n-tv.de

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