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(Foto: dpa)

Das Urgestein des Promijournalismus: Paul Sahner ist tot

Er ist einer der berühmtesten Gesellschaftsreporter Deutschlands: An Paul Sahner, dem "Gottvater der Intimbeichte", kommt über Jahre fast kein Promi vorbei. Überraschend ist der Journalist nun kurz vor seinem 71. Geburtstag gestorben.

Der Gesellschaftsreporter Paul Sahner ist tot. Wie die Redaktion der Illustrierten "Bunte" bestätigte, starb der Journalist am Sonntag in Marquartstein im Chiemgau. In knapp zwei Wochen (21. Juni) wäre er 71 Jahre alt geworden. Sahner erlag den Angaben zufolge einem Herzinfarkt.

Der Journalist schrieb seit 1994 fest für die Illustrierte. Zuletzt hatte er zum Tode von Schlagerstar Udo Jürgens dessen Biografie "Merci Udo!" herausgebracht.

Der gebürtige Westfale volontierte in den 1960er Jahren beim "Westfalenblatt". Dort hielt es den umtriebigen Reporter aber nicht lang. Bei der "Bild"-Zeitung in München wurde er Polizeireporter. Bei dieser Arbeit ging Sahner offenbar so auf, dass er sogar selbst als Schauspieler in Krimis aktiv wurde - 1969 etwa stand er für die Reihe "Der Kommissar" in der Folge "Ein Playboy segnet das Zeitliche" in einer Nebenrolle vor der Kamera.

Sahner wurde Teil dessen, worüber er berichtete

Den Titel "Gottvater der Intimbeichte" (einst vergeben durch die "taz") erwarb sich Paul Sahner als Gesellschaftsreporter der "Bunten". Dort heuerte er erst 1994 fest an. Die Jahre zuvor schrieb er unter anderem für die Fernsehzeitschrift "Hörzu", für das Boulevardblatt "Quick", die Münchner "Abendzeitung" und für den "Stern". Anfang der 90er Jahre war Sahner zwei Jahre lang Chefredakteur des Männermagazins "Penthouse".

Sahner hatte den Ruf, seine Interviewpartner auf einzigartige Weise zu erreichen. Das Medienmagazin "Meedia" schreibt zu seinem Tod, Sahner habe als Reporter "eine teils übergroße Nähe zum Sujet seiner Berichterstattung" gehabt. Im Laufe seiner Klatsch-Karriere sei der Journalist selbst zum Teil der Society geworden "und kolportierte Privates auch aus dem Leben von Weggefährten und engen Freunden".

Der "Elder Statesman des deutschen Boulevard" (so nannte ihn die ARD) führte über 3000 Interviews, unter anderem mit dem Dalai Lama, Richard Gere, Michael Jackson und Nelson Mandela. Ein besonderer Coup gelang Sahner 2001, als er die Swimmingpool-Fotos des SPD-Politikers Rudolf Scharping mit seiner Lebensgefährtin in Auftrag gab. Die Affäre, die Scharping während des Bundeswehreinsatzes auf dem Balkan ereilte, kostete den damaligen Verteidungsminister sein Amt.

Quelle: n-tv.de

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