Unterhaltung
Claudelle Deckert bringt das Ekelfood runter.
Claudelle Deckert bringt das Ekelfood runter.

Der dicke Klaus muss raus: Runter mit dem Kakerlaken-Keks!

Von Thomas E. Schmitt

Für den Betriebsfest-Sänger Klaus Baumgart endet das Dschungelcamp. Er war eh nervlich und körperlich durch, traurig wird er also nicht sein. Die unterforderte Soap-Darstellerin Claudelle Deckert, neulich noch nackt im Playboy, darf in der Prüfung endlich zeigen, was in ihr steckt. Aber ist das viel?

Neptun sei Dank! Klaus Baumgart, die dauerkranke Nordseeküste, muss raus aus dem Dschungelcamp. Das Voting  bestraft das Verhalten des Schlaffsacks. Ständig ließ er lautstark seine Gase frei wie ein pubertierender Schuljunge in der Schwimmbad-Umkleide, füllte alleine den Klo-Bottich, futterte vorher den anderen die Bohnen vom Kopf und musste nach 50 Metern eine zehnstündige Verschnaufpause machen. Von Stimmungskanone war nicht viel zu merken. Oft aber sind ja die auf der Bühne lustigsten Typen im echten Leben die traurigsten Gestalten. Besonders, wenn sie ihren blanken Hintern in die Kamera halten und dabei auch noch ihr durchhängendes, ledriges Geschlechtsteil präsentieren. Beides hatte der dicke Klaus  getan. Und die Gefahr, dass er es wiederholt, wollte nun wirklich niemand mehr eingehen.

Tageswertung

Held:
Daniel Hartwich, weil er sich getraut hat, Dirk Bach zu ersetzen - und das gut macht

Nervensäge:
Allegra Curtis, die Depri-Drossel

Most sexy:
Claudelle Deckert mit Spitzen-BH in der Fischbrühe

Bester Spruch:
Sonja Zietlow über Klaus Baumgart mit "Der ist schwerer zu heben als die Costa Concordia"

Höchster Wahrheitsgehalt:
Fiona Erdmann mit "Meine Brüste sind irgendwo verloren gegangen"

Zurzeit Favorit:
Olivia Jones

Härteste Konkurrenz:
Fiona Erdmann, Georgina Fleur

Total unauffällig:
Arno Funke, Patrick Nuo

Rausgeflogen:
Klaus Baumgart

Hot Bandito Silva Gonzalez ist derweil schon zurück auf dem Weg in die Zivilisation. Er verabschiedet sich mit einem dieser wahnsinnig originellen Sprüche, die die RTL-Meute so sehr vermissen wird: "In Hamburg sagt man Tschüss, in Spanien Adios." Das ist ja verflucht heiß! Und dann entblödet sich der Pop-Dancer mit dem Charme einer Dose Bratfisch auch nicht, zu propagieren. "Ich habe alles gegeben!" Was genau war das noch gleich? Ach, ja: Hetz-Sprüche gegen Georgina, idiotisches Brusttrommeln, Affengeräusche und eine zu dicke Portion Selbstverliebtheit. Schon in der Limousine, die ihn abholt, schlingt der 33-Jährige einen David-Hasselhoff-Gedächtnisburger so schnell in sich rein, wie Fiona Erdmann kotzen kann. Kurze Zeit später findet er sich, umringt von fünf Tussi-Broten, in einem Kinderpool wieder. Den hochgradig emanzipierten Mädels könnte er etwa seine neue Single vorjaulen, die sicherlich so anspruchsvoll ist wie seine bisherigen Gassenhauer "Veo Veo" und "Chucu Chucu".  Wie auch immer: Das neue Bumsbirnen-Lied wird wohl dank des frühen Rausschmisses die Charts nur von Weitem sehen und auf der traurigen Saturn-Resterampe landen, die im Kassenbereich auf Grapschkinder wartet. 99 Cent, das Stück. Aber wenn man es klaut, ist der Elektronikriese auch nicht traurig. Hauptsache, der Mist ist weg.

Schauspieler-Tochter Allegra Curtis ist täglich mehr und mehr anzumerken, dass ihr das Prozac ausgegangen ist. Ohne die Glückstabletten schwitzt sie nicht nur wie ein alter Gouda auf der Picknick-Decke, sondern ist zunehmend dem ausgesetzt, was wohl besonders schrecklich ist in ihrem Leben: sich selbst. Dass sie die Kondition wie ein Klumpen Frittierfett hat, ist ihr inzwischen klar. "Ich hätte ein paar Monate früher trainieren müssen", gibt sie sich geläutert. Das andere aber ist ihre Psyche. Nachts habe sie Panik, könne nicht schlafen. Zudem werde sie gemobbt. Die Erkenntnis, dass das gerade der Sinn des Dschungelcamps ist, ist ihr noch nicht gekommen. Und so lässt sie sich sogar von Mutter Katzenberger umarmen – das letzte Zeichen, dass sie total am Ende ist. Allerdings äußert sie in ihren wehleidigen Gesprächen mit St.-Pauli-Tratsche Olivia Jones und Gefühlszombie Arno Funke immerhin den einzigen bedeutenden und wahren Satz, der neugeschichtlich von ihr überliefert ist: "Ich hätte auch ganz viele Geschichten zu erzählen, aber ich habe das Gefühl, hier interessiert das keinen." Nun denn, dem ist nichts hinzuzufügen. Nichtmal eine Messerspitze Bohnenkraut.

"Das kann ich nicht"

Am Lagerfeuer entzündet sich ein Streit zwischen den beiden Dschungel-Ludern Fiona und Georgina. Das Erdmännchen heizt den überlebenswichtigen Brand so stark an, dass die rothaarige Schweinevagina-Esserin sich wie ein frisch gefangener Räucheraal vorkommt. Prompt wird rumgezickt. Die Brechbohne und die Prüfungskönigin sind kurz davor, sich ihre roten Fingernägel durchs Fleisch zu ziehen, als  Onkel Dagobert endlich mal ein Zeichen für Bewusstsein von sich gibt. Dem geneigten Zuschauer kippt da glatt die Cola auf die Couchlehne. Er lebt! "Det hält kein Mann aus", muffelt der Verbrecherkönig. Er pampt ein bisschen rum, zeigt kurz den Blick eines irren Massenmörders, um dann wieder in die Tut-Ench-Amun-Position auf seiner Pritsche zu wechseln. "Jetzt musste ich mal eine Ansage machen", gibt er noch zu Protokoll. In dem Moment aber ist den tumben Gesichtsausdrücken zu entnehmen, dass die beiden Mädels  den steifen Ödling längst wieder vergessen haben.  

Iris steht wieder nur im Weg rum.
Iris steht wieder nur im Weg rum.

Die Schatzsuche findet diesmal inmitten von Schweinen statt. Flitzpiepe Joey Heindle und Giftnatter Iris Klein müssen das Borstenvieh erst fangen und ihnen dann den Dreck vom Leib rubbeln. Unter einer derben Matschschicht befinden sich Zahlen, mit deren Hilfe sich das Schloss zur Truhe öffnen lässt. Nun sollte der wahlberechtigte Zuschauer meinen, dass sich Rainer-Calmund-Double Iris mal aufschwingt, irgendetwas zu leisten, außer ihre Klappe aufzureißen. Doch weit gefehlt. Der schnaufende Plumpsack steht natürlich nur rum, sagt angesichts ihrer Leibesfülle ständig "Das musst du machen" oder "Das kann ich nicht" und unterstreicht damit die Vermutung, für das Camp absolut überflüssig zu sein. DSDS-Pfeife Joey fängt unterdessen ein traumatisiertes Ferkel nach dem nächsten, obwohl er sie zunächst für Hühner hält. Seine Enttäuschung ist groß, als sich in der schließlich geknackten Schatztruhe nur Kräuter befinden. Viel lieber hätte der Schaumschläger endlich eine gescheite Stimme oder wenigstens ein Snickers gehabt.

Aber RTL, das ist längst klar, treibt gerne mal den ein oder anderen Schabernack. Und dabei lässt sich der Sender auch nicht davon beeindrucken, dass der Junge bis zum Anschlag voll ist mit Liebeskummer. Er flennt und jammert bei jeder Gelegenheit. Ob seine Freundin, die als Weibchen gerne ein strammes Alphamännchen hätte, noch da ist, wenn der Ömmes nach Hause kommt, ist bald wohl keine Frage mehr.

Weil sie sich "total unterfordert" fühlt, nominiert sich die sogenannte Schauspielerin Claudelle Deckert selbst für die Prüfung. Bisher fiel sie nur auf, wenn sie sich unter der Dschungeldusche ihre verschiedenen Weichteile abseifte. Neulich, da schoss sie sich noch für ein bekanntes Herrenmagazin mit einer Spritztüte kleberige Sahne ins Gesicht. Nun musste endlich etwas ähnlich Spannendes her. Auch andere, unter anderem die ach so leistungsstarke Giftspritze Iris,  wollen die Deckert sehen – und so muss sie in den "Vorhof zur Hölle". Übrigens begleitet von allen anderen Kandidaten, die sie anfeuern dürfen.

Die Prüfung klingt brisant, ist aber so spannend wie ein Kegelabend im Kloster. Claudellchen muss in Becken mit Ameisen greifen, eine Rattenschublade öffnen und mit ein bisschen Glibber duschen. In einer Kiste findet sie sogar eine "Krokodilschlange", die bisher sogar Heinz Sielman völlig unbekannt war. Und während Breitmaulfrosch Fiona alles "geil, geil, geil" findet, stopft sich die Soap-Darstellerin einen Kakerlakenkeks rein und spült diesen mit einem Wurm-Shake herunter. Schlussendlich wird sie in ein Becken getaucht, in dem sich Fischabfälle und tote Insekten befinden. Die Brühe macht vermutlich zarte Haut – und sie wird dafür sorgen, dass Claudelle in der nächsten Folge unter der Dusche wieder ihre Nippel zeigen kann. Acht Sterne.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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