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Auf jeden Fall die schönste Deutsche im Universum: Sarah-Lorraine Riek.
Auf jeden Fall die schönste Deutsche im Universum: Sarah-Lorraine Riek.(Foto: Fadil Berisha / The Miss Universe Organization)
Freitag, 18. Dezember 2015

Wer ist die Schönste im Universum?: Sarah-Lorraine Riek!

Am Sonntag geht in Las Vegas die Wahl zur "Miss Universe" über die Bühne. Die deutsche Hoffnung auf den Schönheitsthron heißt Sarah-Lorraine Riek. Im Interview mit n-tv.de beweist die 23-Jährige aber, dass sie nicht nur schön ist, sondern auch Köpfchen hat.

n-tv.de: Um Deutschland jetzt bei der "Miss Universe"-Wahl in Las Vegas zu vertreten, musstest du ja im Oktober erst einmal "Miss Universe Germany" werden. Wie war das für dich, zur schönsten Frau des Landes gewählt zu werden?

Sarah-Lorraine Riek: Das war unglaublich! Ich hatte niemals damit gerechnet, das zu gewinnen. Ich lebe inzwischen in Barcelona. Als ich erfahren habe, dass ich aus Tausenden Bewerberinnen in die Top 10 gewählt worden bin, habe ich mir gedacht: Okay, dann fliege ich halt mal nach Bonn und habe wenigstens ein schönes Wochenende. Aber dass ich dann dort wirklich gewonnen habe, war echt unglaublich.

Riek spricht fünf Sprachen.
Riek spricht fünf Sprachen.(Foto: Darren Decker / The Miss Universe Organization)

Du hast in der Vergangenheit auch schon an Miss-Wahlen teilgenommen. Wie bist du denn überhaupt darauf gekommen?

Stimmt, ich bin 2012 Miss Bayern geworden. Damals hatten mich Freunde angemeldet und ich wurde in die Sache mehr so reingeworfen. Ich war ja noch total jung und unerfahren und habe das mehr aus Jux und Tollerei gemacht. Für "Miss Universe" habe ich mich dagegen bewusst entschieden, weil das für mich mehr als nur ein Schönheitswettbewerb ist.

Inwiefern?

Hier wird wirklich eine Botschafterin gesucht, die gut repräsentieren kann, sich für wohltätige Zwecke einsetzt, mit kleinen Kindern spricht, in Krankenhäuser geht - die einfach anderen Menschen Gutes tut. Eigentlich hatte ich mich von diesen Miss-Wahlen schon total entfernt und wollte den Quatsch nie wieder machen. (lacht) Aber ich war überzeugt, dass "Miss Universe" eine besondere Sache ist - und ich bin bisher nicht enttäuscht worden.

Auch wenn du jetzt in Barcelona wohnst, kommst du eigentlich aus Syrgenstein, ein kleiner Ort mit nicht mal 4000 Einwohnern im bayerischen Schwaben. Bist du da eine Berühmtheit?

(lacht) Ja, schon, eine kleine Berühmtheit. Alle sind sehr lieb und stolz und verfolgen alles. Wenn ich zu Hause bin, versuche ich auch immer, meine Großeltern und Nachbarn zu besuchen und mich mit ihnen auszutauschen. Sonst erfahren die ja gar nicht, was abgeht. (lacht)

Könnte man mit dir auch so richtig Schwäbisch schwätze?

Bei den Vorausscheidungsshows zur "Miss Universe"-Wahl machte Riek schon einmal eine gute Figur.
Bei den Vorausscheidungsshows zur "Miss Universe"-Wahl machte Riek schon einmal eine gute Figur.(Foto: Darren Decker / The Miss Universe Organization)

(im Dialekt) Ja, i konn scho Schwäbisch schwätze. I konn scho richtig loslege. Aber bei mir zu Hause schwätzen wir nicht so richtig Schwäbisch. Und gerade jetzt spreche ich seit Monaten eigentlich nur noch Englisch. Ich bin es schon gar nicht mehr gewöhnt, Deutsch zu sprechen. (lacht)

Wenngleich du aus Syrgenstein stammst, bist du an verschiedenen Orten auf der Welt aufgewachsen …

Ja, in Südkorea, Malaysia, Schweden, Australien… Ich glaube, 2000 bin ich zurück nach Deutschland gekommen.

Stimmt es, dass du fünf Sprachen sprichst?

Ja, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Türkisch - und ich verstehe noch einige mehr.

Es heißt, deine Lieblingszahl sei die 15. Warum das denn?

Weil ich am 15. November geboren bin. (lacht) Und weil meine Eltern die Hausnummer 15 haben - so wie wir auch schon in Malaysia die Hausnummer 15 hatten. Die 15 taucht irgendwie oft in meinem Leben auf. Das fing schon bei Klassenlisten in der Schule an.

Da passt es dann natürlich auch, wenn das Jahr 2015 für dich besonders erfolgreich wird …

Ja, deswegen habe ich auch an der Wahl zur "Miss Universe Germany" teilgenommen. (lacht) Eigentlich war ich gar nicht in Form. Ich habe mich in der Zeit auf mein Studium konzentriert, habe viel gelernt, Prüfungen gehabt, viel Schokolade gefuttert - und mich meinen Model-Jobs ganz entzogen.

Apropos Schokolade: Auf der Internetseite von "Miss Universe" wirst du unter anderem mit den Worten vorgestellt, du würdest alles teilen - außer deiner Schokolade. Du bist also der Schokoladen- und nicht der Gummibärchen-Typ …

Bei einer Charity-Gala versteigerte sie eine Weihnachtspyramide.
Bei einer Charity-Gala versteigerte sie eine Weihnachtspyramide.(Foto: Darren Decker / The Miss Universe Organization)

(lacht) Ja, ich bin auf jeden Fall der Schokoladen-Typ.

Was ist denn deine Lieblingssorte?

Zartbitter. Und ich mag es total, wenn Chili mit drin ist. Chili ist super!

Bei der "Miss Universe"-Wahl soll es jetzt aber natürlich möglichst nicht bitter für dich zugehen. Seit wann bist du denn schon in Las Vegas?

Seit dem 1. Dezember.

Wie sahen deine Tage dort bisher aus? Du hetzt wahrscheinlich von Termin zu Termin …

Ja, es war wirklich unglaublich stressig. Ich hatte jeden Tag nur vier Stunden Schlaf. Es gab total viele TV-Interviews, Foto-Shootings, Proben für die Shows oder andere Events, wie zum Beispiel eine Charity-Gala. Zu ihr hat jedes Mädchen etwas aus seinem Land mitgebracht, das dann versteigert wurde.

Und was hast du versteigert?

Eine Weihnachtspyramide.

Las Vegas ist ja auch die Spielerstadt. Hast du auch schon den einen oder anderen Euro verzockt?

Nein. Wir hatten gar keine Zeit, irgendetwas von der Stadt zu sehen. An einem Abend waren wir mal auf diesem Eiffelturm, der hier steht - das war es dann aber auch schon. Ich habe noch gar nicht so richtig das Gefühl, in Las Vegas zu sein. (lacht) Ich werde von fünf Security-Männern überwacht, die gerade alle vor der Tür stehen. Und ich habe eine eigene Betreuerin, die auf mich aufpasst - sie ist für mich und die Teilnehmerinnen aus Großbritannien und den Niederlanden zuständig. Ohne sie dürfen wir nirgends hingehen. Die stehen sogar beim Sport neben dir.

Du sprichst den Sport an. Wie hast du dich auf den Wettbewerb vorbereitet?

Dirndl? Nein, Danke! Stattdessen trug Riek bei der Show mit nationaltypischer Kleidung dieses Outfit. Erkennen Sie den Bundesadler?
Dirndl? Nein, Danke! Stattdessen trug Riek bei der Show mit nationaltypischer Kleidung dieses Outfit. Erkennen Sie den Bundesadler?(Foto: Richard D. Salyer / The Miss Universe Organization)

Ich bin im Vorfeld tatsächlich zweimal täglich zum Sport gegangen. Und ich bin auch mit einem echt guten Gefühl angereist. Aber hier gibt es so gutes Essen … (lacht) Die Betreuerin, die für mich verantwortlich ist, meinte gestern auch schon zu mir: "Hmm, vor zwei Wochen warst du aber noch ein bisschen besser in Form." (lacht)

Abgesehen vom Sport musstest du ja aber auch dein Wissen trainieren …

Ja, aber ich glaube, dass die Interviews mit den ganzen "Miss Universe"-Fragen schon immer meine Stärke waren - deswegen bin ich auch "Miss Universe Germany" geworden. Darauf habe ich mich deshalb eigentlich gar nicht vorbereitet. Worauf ich mich vorbereitet habe, waren Fragen abseits davon. Ich habe damit gerechnet, dass die Flüchtlingskrise und das, was in dem Zusammenhang in Deutschland gerade passiert, einfach in jedem Interview Thema sein wird. Deshalb habe ich dahingehend recherchiert und mich bemüht, immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Mittlerweile kennst du auch deine Mitbewerberinnen um den "Miss Universe"-Titel. Wie ist euer Verhältnis untereinander - ist das die pure Konkurrenz oder geht ihr freundschaftlich miteinander um?

Bei mir und den Mädchen, mit denen ich mich umgebe, gibt es überhaupt kein Konkurrenzdenken. Da ist alles easy und locker. Ich weiß nicht, wie es bei manch anderen ist - man merkt schon, dass einige sehr verbissen sind. Ich hatte tatsächlich damit gerechnet, dass ich ein stärkeres Konkurrenzdenken entwickeln würde - aber das ist nicht passiert, so gar nicht. Ich glaube, ich war mir noch nie so bewusst über das, was ich kann und wofür ich stehe. Ehrlich gesagt, ist mir total egal, was dabei am Sonntag herauskommt. (lacht)

Etwas skurril ist, dass nahezu zeitgleich zur "Miss Universe"-Wahl an diesem Wochenende auch die Wahl zur "Miss World" stattfindet. Ist das Konkurrenz für dich?

Ihr großes Interesse gilt dem Thema Menschenrechte.
Ihr großes Interesse gilt dem Thema Menschenrechte.(Foto: Matt Petit / The Miss Universe Organization)

Es gibt ja einen ziemlichen Hype um diese beiden Miss-Wahlen - hier in den Staaten, in Südamerika und in Asien werden sie fast so gefeiert, als ginge es um den Super Bowl. Dass sie jetzt praktisch zur selben Zeit stattfinden, ist schon ein bisschen tricky. Aber ich glaube, "Miss Universe" hat gewonnen. "Miss World" läuft schon länger - der Wettbewerb hat zwei Wochen früher begonnen. Aber seit "Miss Universe" gestartet ist, bekomme ich davon nichts mehr mit.

Was entgegnest du Menschen, die Miss-Wahlen generell kritisieren, weil sie finden, dass die Teilnehmerinnen zu sehr aufs Äußerliche reduziert werden?

Ich habe Miss-Wahlen selbst immer sehr kritisch gegenübergestanden - und tue das in mancher Hinsicht noch immer. Aber bei "Miss Universe" habe ich eben das Gefühl, dass nicht nur eine Schönheitskönigin gesucht wird, sondern eine Frau, die sich mit Themen beschäftigt, mit denen ich mich gerne beschäftigen würde. Klar, kann man politisch da nicht viel ausrichten. Aber wenn man das eine oder andere Thema anspricht, das man von einem jungen Mädchen ansonsten vielleicht nicht so gewohnt ist, hat man - nur weil man "Miss Universe" ist - schon eine ganz andere Reichweite.

Du hast schon erwähnt, dass du studierst. Und zwar Wirtschaftswissenschaften und Recht. Was ist dein Berufswunsch?

Ich würde gerne Anwältin für Menschenrechtsfragen werden.

Bei allem Trubel, den du gerade erlebst - in wenigen Tagen ist Weihnachten. Wirst du überhaupt Zeit haben, das zu feiern?

So richtig ist noch keine Weihnachtsstimmung bei mir aufgekommen. Aber ich werde auf jeden Fall am 22. in Amsterdam landen und mich dann direkt auf den Weg zu meinen Eltern machen. Weihnachten ist mir extrem wichtig. Wir feiern das immer mit 40 Leuten oder noch mehr, weil mein Papa einige Geschwister hat. Das ist total schön. Weihnachten muss ich auf jeden Fall zu Hause sein!

Mit Sarah-Lorraine Riek sprach Volker Probst

Quelle: n-tv.de

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