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Heino kann über den neuen Dresdner Tatort "Auf einen Schlag" nicht lachen.
Heino kann über den neuen Dresdner Tatort "Auf einen Schlag" nicht lachen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Dieser Tatort war überflüssig": Schlagerstars wettern gegen ARD-Krimi

Als überspitzte Milieustudie aus der Schlagerbranche nimmt sich der erste Dresdner "Tatort" "Auf einen Schlag" nicht sonderlich ernst - trotzdem sehen Heino und einige seiner singenden Kollegen die Volksmusik und seine Stars verunglimpft.

Der neue "Tatort" aus Dresden über einen Mord in der Volksmusik-Szene hat einige Schlagersänger verärgert. "Das Drehbuch kann nur ein Mann geschrieben haben, der von banalen Vorurteilen gegenüber Volksmusik geprägt ist und sich nie wirklich mit uns beschäftigt hat", sagte Musiker Heino der "Bild"-Zeitung. "Dieser Tatort war überflüssig und verhöhnt nicht nur meine Kollegen, sondern auch unsere vielen Fans."

In dem am Sonntag ausgestrahlten ARD-Krimi "Auf einen Schlag" - der erste Fall für die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels) - drehte sich die Welt der Volksmusik um Geschäfte, alternde Stars und den schönen Schein. "Den Tatort-Machern ist nichts Besseres eingefallen, als unsere Branche gehörig durch den Dreck zu ziehen. Schade, dass man uns Volksmusiker immer so negativ darstellen muss", sagte das Schunkel-Duo Marianne und Michael dem Blatt.

Wesentlich besser kam "Auf einen Schlag" bei den Schauspielerkollegen von Hanczewski und Höfels an. "Toller Dresdner Tatort. Bin begeistert", lobte etwa Armin Rohde ("Rossini") via Twitter. "Zu schade nur, dass eine starke Sympathieträgerin sterben musste." Tatsächlich mimte Leinwand-Liebling Jella Haase ("Fack ju Göhte") im Krimi eine Polizei-Anwärtin, die von den Mitgliedern einer Boyband totgetrampelt wird, nachdem sie von der Homosexualität von einem der Sänger Wind bekommen hat.

Starke Quote zum Auftakt

Die Musiker der Schlager-Band "Voxxclub" brachte diese Darstellung auf die Palme. "Homosexualität in der Volksmusik wurde als ein riesiges Problem dargestellt", kritisierte Sänger Christian Schild. "Ich selbst habe mich zum Schwulsein bekannt und keine einzige negative Reaktion bekommen. Wenn ich solch dummen Szenen sehe, könnte ich kotzen."

Drehbuchautor Ralf Husmann ("Stromberg") hatte sich für seinen ersten "Tatort" die Volksmusik-Szene ausgesucht, weil dort nach eigenen Worten "noch Rock n' Roll drin ist". Mit 9,55 Millionen Zuschauern hatte der Film auf Anhieb eine gute Quote, wenn auch andere Debüts wie etwa das des Franken-"Tatort" im April 2015 mit mehr als 12 Millionen besser ausfielen.

Quelle: n-tv.de

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