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Sogar "Bibi & Tina" laufen ihm gerade davon: Til Schweiger als Nick Tschiller im neuen Kino-"Tatort".
Sogar "Bibi & Tina" laufen ihm gerade davon: Til Schweiger als Nick Tschiller im neuen Kino-"Tatort".(Foto: dpa)

Keiner will Nick Tschiller sehen: Schweiger-"Tatort" im Kino ein Flop

Für den Leinwand-Ausflug des "Tatorts" mit Til Schweiger als Kommissar Nick Tschiller wurde fleißig die Werbetrommel gerührt. Anscheinend jedoch ohne Erfolg. Zumindest in den ersten Tagen nach Kino-Start ist der Streifen alles andere als ein Kassenschlager.

Das hatten sich Til Schweiger, die ARD und das Produzententeam von "Tschiller: Off Duty" mit Sicherheit anders vorgestellt. Der Kino-Einsatz von "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller droht zum Rohrkrepierer zu werden. Schon der Auftakt am vergangenen Donnerstag ging mit gerade mal 12.000 Zuschauern in die Hose. Und auch am Wochenende hielt sich das Interesse der Kinogänger an dem Streifen in engen Grenzen. Die Zahl der Besucher lag lediglich zwischen 110.000 und 115.000.

In "Tschiller: Off Duty" verschlägt es den Ermittler auch ins Ausland - zum Beispiel nach Moskau.
In "Tschiller: Off Duty" verschlägt es den Ermittler auch ins Ausland - zum Beispiel nach Moskau.(Foto: dpa)

Damit schaffte es der Kino-"Tatort" nicht einmal in die Top 5 der meistgesehenen Filme am Wochenende. Der große Abräumer war nach Erhebungen von Media Control stattdessen Quentin Tarantinos neuer Brutalo-Western "The Hateful 8" mit mehr als 222.000 Zuschauern, gefolgt vom Jugendfilm "Bibi & Tina 3 - Mädchen gegen Jungs" (182.000 Besucher) und dem Oscar-Favoriten "The Revenant - Der Rückkehrer" mit Leonardo DiCaprio (177.000 Besucher).

Vergleich mit "Schimanski"

Sollte der Krimi mit Til Schweiger in der Hauptrolle in den kommenden Wochen nicht außer- und ungewöhnlich zulegen, könnte der Streifen sogar die Marke von einer halben Million Zuschauern verfehlen, prognostiziert das Branchenportal "meedia". Für einen Streifen mit einer derartigen Publicity wäre dies ein Desaster. Zum Vergleich: Im Fernsehen erreicht der "Tatort" stets mehrere Millionen Zuschauer. Vor allem die Fälle aus Münster mit dem Ermittler-Team Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) begeistern regelmäßig die Fans - in Spitzenzeiten mehr als 13 Millionen. Und auch wenn Schweigers Einsätze zuletzt in der Publikumsgunst gesunken waren - 7,69 Millionen sahen bei seinem bis dato letzten TV-"Tatort" unter dem Titel "Fegefeuer" immerhin auch noch zu.

Klar, im Kino sind solche Zahlen kaum zu erreichen. Doch auch im Vergleich zu zwei früheren "Tatort"-Ausflügen in die Lichtspielhäuser schneidet "Tschiller: Off Duty" nach jetzigem Stand erstaunlich schlecht ab. In den 80er Jahren ging Götz George als "Schimanski" zweimal im Leinwandformat auf Verbrecherjagd. Die Streifen "Zahn um Zahn" und "Zabou" brachten damals immerhin 2,7 beziehungsweise 1,5 Millionen Menschen dazu, an der Kinokasse ein Ticket zu lösen.

Fragwürdiges Gebaren

Möglicherweise bekommen die Verantwortlichen von "Tschiller: Off Duty" damit auch ein Stück weit die Quittung für das fragwürdige Gebaren um den Streifen. Vor dem Kinostart wurde der Film wieder einmal nach Gutdünken nur bestimmten Pressevertretern gezeigt - viele Medien verzichteten deshalb auf eine Berichterstattung.

Über die genauen Produktionskosten des Krimis schweigen sich die Macher aus - fest steht jedoch, dass er mit 800.000 Euro vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert wurde. Das Satire-Portal "Der Postillon" witzelte mit Blick auf den öffentlich-rechtlichen Norddeutschen Rundfunk (NDR), der den Film mitproduziert hat, selbstverständlich hätten alle Zahler von Rundfunkgebühren im Kino freien Eintritt.

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Quelle: n-tv.de

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