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Taylor Swift bei ihrer Aussage - aus dem Blickwinkel des Gerichtszeichners.
Taylor Swift bei ihrer Aussage - aus dem Blickwinkel des Gerichtszeichners.(Foto: AP)
Freitag, 11. August 2017

"Ein sehr langer Grapscher": Swift sagt im Belästigungs-Prozess aus

War es nur eine unabsichtliche, flüchtige Berührung? Oder hat DJ David Mueller Popstar Taylor Swift mit voller Absicht unter den Rock und an den nackten Hintern gegriffen? Letzteres - da ist sich die Sängerin vor Gericht definitiv sicher.

Pop-Superstar Taylor Swift hat im "Po-Grapscher"-Prozess vor einem Bundesgericht in Denver persönlich ausgesagt. Unter Eid bekräftigte sie dort ihre Vorwürfe gegen den früheren Radio-DJ David Mueller. Dieser habe sie beim gemeinsamen Posieren für ein Foto sexuell belästigt, indem er unter ihren Rock gegriffen und ihren nackten Hintern angefasst habe, beteuerte die 27-Jährige.

"Er hat meine blanke Pobacke umklammert gehalten", so Swift auf Nachfrage von Richter Gabriel McFarland. "Ich habe gefühlt, wie er unter meinem Rock an meinen Hintern fasst." Um ein Missverständnis oder Versehen habe es sich eindeutig nicht gehandelt: "Die ersten Millisekunden dachte ich, das muss ein Fehler sein, also bewegte ich mich schnell weg, damit seine Seite nicht mehr meinen Hintern berührt. Aber er hat nicht losgelassen." Und weiter: "Es war auf jeden Fall ein Grapscher, ein sehr langer Grapscher."

Muellers Behauptung, er habe sie woanders berührt, wies Swift kategorisch zurück: "Er hat nicht meine Hand angefasst. Er hat nicht meinen Arm angefasst. Er hat nicht meine Rippen angefasst. Er hat meinen nackten Po angefasst."

Klage und Gegenklage

Hintergrund des Prozesses ist ein Vorfall bei einem sogenannten "Meet and Greet" vor über vier Jahren. Mueller selbst bestreitet die Vorwürfe. Swift wiederum ging nach dem angeblichen Grapscher nicht zur Polizei, sondern beschwerte sich direkt bei Muellers damaligem Arbeitgeber, der den heute 55-Jährigen in der Folge entließ. Nun fordert der Radio-DJ umgerechnet gut 2,5 Millionen Euro Schadenersatz von Swift. Die Sängerin erhob daraufhin Gegenklage wegen sexuellen Übergriffs. Dabei fordert sie von Mueller lediglich einen symbolischen Euro - und die Anerkennung seiner Schuld vor Gericht.

Swift zeigte sich empört über Muellers Schritt. "Ich werde für unglückliche Vorkommnisse in seinem Leben verantwortlich gemacht, die Folge seiner Entscheidungen sind, nicht meiner." Kritische Nachfragen von Muellers Anwalt musste sich die Sängerin für den Umstand gefallen lassen, dass heute wie damals der gleiche Bodyguard für sie tätig ist - der bei dem mutmaßlichen Grapschen nicht eingeschritten war. Auf die Frage, ob sie diese Untätigkeit kritisch sehe, betonte Swift: "Nein, ich sehe es kritisch, dass ihr Klient meine Hand unter meinen Rock gesteckt und meinen Hintern gepackt hat."

Swift beschrieb die psychischen Folgen des Vorfalls als drastisch: "Ein Leuchten in meiner Persönlichkeit ist erloschen", sagte sie. Der Popstar hatte bereits während der vorangegangenen Prozesstage persönlich an der Verhandlung teilgenommen. Am Donnerstag hatte auch Swifts Mutter Andrea ausgesagt. "Er hat sie sexuell belästigt", erklärte sie. "Ich war so verärgert, dass ich mich übergeben habe und gleichzeitig hätte heulen können." Das Grapschen selbst habe sie allerdings nicht gesehen. Ein Urteil in dem Prozess wird in etwa einer Woche erwartet.

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Quelle: n-tv.de

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