Ninja? Warrior? Oder Bademeister?Zapfenstreich im Pilzparadies

Auch die zweite "Ninja Warrior Germany"-Folge macht aus so manch stahlgehärtetem Vorzeigeathleten eine Lachnummer. Nicht einmal ein ehemaliger WM-Held wie David Odonkor schafft es ins Ziel. Es bleibt dabei: Muckis machen noch lange keinen "Krieger".
Bäcker und Bankkaufmänner, Schornsteinfeger und Feuerwehrmänner: Wenn das große Geld lockt, wagen sie sich alle in die Arena. Im Alltag stehen die meisten "Ninja Warrior"-Kandidaten nur selten im Rampenlicht. Vor den großen Augen von Frank Buschmann, Jann Köppen und Laura Wontorra jedoch werden aus Allerwelts-Charakteren urplötzlich Helden des Moments. "Ninja Warrior Germany" macht‘s möglich: Ein unbeschadeter Ritt durch den Parcours, und schon steht TV-Deutschland Kopf. Allerdings ist der Weg zum Ziel kein Zuckerschlecken. Bis zum Erreichen des roten Buzzers müssen sich die Parcours-Gladiatoren diesmal an schweren Vorhängen entlanghangeln, über wackelige Pilzköpfe balancieren, an Kunststoffzapfen baumelnd in ein Cargo-Netz springen und erneut eine viereinhalb Meter hohe Wand hochkraxeln.
Abermals erreichen nur wenige den Thron, auf dem eine Glitterfontäne und ein kurzes Gratulations-Pläuschchen mit den Herren Buschmann und Köppen lockt. Da helfen auch keine ausgefallenen Kostüme und keine aufsehenerregenden Kampfnamen weiter. Der imaginäre Parcours-Geist lacht sich eher ins Fäustchen, wenn sich Gestalten mit Predatormasken, pinkfarbenen Ringer-Leggins und Pseudonymen wie "Eisen-Schwein" und "The Machine" vor ihm aufbauen. Am Ende landen sie alle im kalten Nass oder liegen, alle Viere von sich gestreckt, auf den Matten.
"Der fliegt durch den Kamin"
Auch der Promi-Bonus zahlt sich nicht aus. Weder Ex-Nationalspieler David Odonkor noch die ehemalige Bachelor-Kandidatin Nena Buddemeier schaffen es ins Ziel. Hier gibt’s keinen Torjubel und auch keine rote Rose zu verschenken. Hier muss vorher abgeliefert werden. Und das tun mal wieder nur die wenigsten. Die dann aber amtlich.
So flitzt beispielsweise der 22-jährige Hannoveraner George Yousef in einem Höllentempo durch den entscheidenden zweiten Parcours des Abends, dass sogar einem abgebrühten Extrem-Experten wie Frank Buschmann die Spucke wegbleibt: "Guck dir das an! Der fliegt durch den Kamin", schreit Buschi ins Mikrofon.
Nur unwesentlich langsamer kämpft sich der 19-jährige Metallbauer Daniel Gerber durchs Hindernis-Labyrinth aus Chaosbällen, Drehrädern und Himmelsleitern. Und das trotz eines kleinen Bäuchleins. Wie bereits in der Woche zuvor zeigt sich auch diesmal: Muckis allein sind noch lange kein Garant für ein Freifahrtschein ins Finale. Wer am Ende nicht baden gehen will, sondern weiter den Traum vom "Ninja-Warrior"-Titel leben will, der sollte vor allem Geist und Körper auf den Punkt genau in Einklang bringen können.
So sind es am Ende wieder die unscheinbareren Teilnehmer, die die Fäuste in die Höhe recken und sich zurecht vom Karlsruher Studio-Publikum feiern lassen. Ein Metallbauer, ein Voltigierer, vier Studenten und ein ... Ja, was macht eigentlich der glatzköpfige Tim Wacker beruflich? Schon wieder vergessen, sorry. Aber spielt auch keine Rolle. Nationalspieler, Kung Fu-Meister oder Bodybuilding-Schwergewicht war und ist er jedenfalls nicht.
Nun stehen also schon 14 Finalisten für den großen Showdown am 30. Juli fest – allesamt Männer. Wird also langsam Zeit für den einen oder anderen weiblich Farbtupfer im Kampf um die 100.000 Euro Siegprämie. Der Wille ist definitiv da. Auch diesmal standen wieder so einige Damen mit dem Selbstbewusstsein einer "Athletin" an der Startrampe. Noch sollte aber keine das Ziel erreichen. Vielleicht ja nächste Woche. Dann stellt sich übrigens auch "Kasalla"-Guru Thorsten Legat der ultimativen Parcours-Herausforderung. Spannung, Spaß und denkwürdige Statements sind also garantiert. Wir bleiben am Ball, am Tau, am Rad oder wo auch immer…