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Nationalflaggen vor dem Palace of Westminster: London ist eine sehr internationale Stadt, nicht nur zu den Olympischen Spielen.
Nationalflaggen vor dem Palace of Westminster: London ist eine sehr internationale Stadt, nicht nur zu den Olympischen Spielen.(Foto: dapd)

"Die großartigste Stadt der Welt": 111 Gründe, London zu lieben

Von Andrea Beu

Sie waren schon mehrmals in London und meinen, bereits alles Sehenswerte zu kennen? Oder Sie sind scharf auf ein paar echte Geheimtipps zu Orten, wo sich garantiert keine Touristenmassen drängeln? Dann ist dieses Buch genau das Richtige: Skurriles, Überraschendes, Seltenes.

"111 Gründe, London zu lieben" ist bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen.
"111 Gründe, London zu lieben" ist bei Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen.(Foto: Seb Winter)

London, London, London – um die britische Hauptstadt kommt man derzeit kaum drum herum. Ein Großereignis jagt das nächste – die Hochzeit von Kate und William, die vielen Festivitäten rund um das 60. Thronjubiläum der Queen, dann die Olympischen Sommerspiele und die Paralympics. Klar, dass die britische Tourismusindustrie das ausnutzt und auf noch viel mehr Gäste in der ohnehin schon gut besuchten Stadt hofft. Klar ebenso, dass die Reisebuchverlage ihren Anteil am Aufmerksamkeitskuchen abhaben wollen und zusätzliche London-Bücher auf den Markt werfen.

Es ist ja nicht so, dass es nicht schon reichlich Reiseführer zu London gäbe, dicke und dünne, mit vielen Bildern oder wenigen, mehr oder weniger hilfreich. Aber in den meisten findet man – durchaus sehr nützlich – die üblichen Informationen: zur Anreise, zur besten Reisezeit, zu Unterkünften, Restaurants und sehenswerten Sehenswürdigkeiten. Dabei natürlich immer die Standards: Tower und Tower Bridge, St. Paul's Cathedral, Buckingham Palace, Westminster Abbey … alles sicher sehr sehenswert, aber das finden dann eben auch tausende andere Touristen und so drängelt man sich an diesen Plätzen mit unzähligen Chinesen, Russen, US-Amerikanern und Deutschen um die besten Plätze und Fotomotive. Dann wird geknipst, was Millionen anderer schon vor einem geknipst haben und zu Hause zeigt man die Bilder von Motiven, die jeder schon hundertmal gesehen hat: Tower Bridge, Buckingham Palace, Big Ben …

Geheimtipps, die diesen Namen auch verdienen

Gerhard Elfers führt durch die große Stadt London in nicht so bekannte Ecken.
Gerhard Elfers führt durch die große Stadt London in nicht so bekannte Ecken.(Foto: Seb Winter)

Wer auf all das keine Lust verspürt, wer von Touristenmassen genug hat oder die Klassiker Londons schon kennt und mal abseits der Pfade diese aufregende Stadt entdecken will - für all diejenigen ist "111 Gründe, London zu lieben - Eine Liebeserklärung an die großartigste Stadt der Welt" von Gerhard Elfers gemacht. Der Autor lebt schon seit einigen Jahren in London und kennt die Stadt daher recht gut - vor allem den Osten, da er und seine Frau dort leben. Und er hat Geheimtipps, die diesen Namen auch verdienen - nicht die "Geheimtipps", wo man sich dann mit vielen anderen Touristen auf die Füße tritt, aber keine Einheimischen mehr trifft, weil sie schon in allen Reiseführern stehen.

Elfers führt die titelgebenden 111 Gründe an, diese Stadt zu lieben und widerspricht dabei so mancher vorgefassten Meinung: die Deutschen sind gar nicht so unbeliebt bei den Briten wie sie glauben; auch das Londoner Wetter ist gar nicht so mies, ebenso wenig das Essen - beides ist laut Elfers besser als ihr Ruf. Die 111 Liebes-Gründe werden in zehn Kapiteln vorgestellt - da geht es etwa um "London hinter Glas", "London zum Staunen", "London für Genießer", "London für Aktivbolzen", aber auch um "London zum Runterkommen.". Auch das Shoppingparadies London kommt nicht zu kurz - im Kapitel "Shop 'til you drop - die beste Einkaufsstadt der Welt" stellt Elfers neben wirklichen Schnäppchen-Gelegenheiten (sehr willkommen auf dem teuren Londoner Pflaster!) kuriose Geschäfte vor, in denen man garantiert Stücke bekommt, die sonst niemand trägt.

Billige Lebensmittel fürs Volk

Er führt zu einem "Volkssupermarkt", einer ökonomischen Bürgerinitiative, wo man Lebensmittel sehr günstig bekommt - und die Bauern, die den "People's Supermarket" beliefern, bekommen auch noch mehr Geld, als wenn sie an Supermarktriesen verkaufen. Eine Einkaufsstraße nur für Männer gibt es ebenso wie ein Geschäft, der derart Kurioses im Angebot hat, dass er Eintritt von den Kunden verlangt. Aber wer mal zwischen Schrumpfköpfen, chirurgischen Sägen, Wachsmodellen und ausgestopften Tieren rumstöbern will, dem sind die zwei Pfund (etwa 2,50 Euro) sicher nicht zu viel - und vielleicht entdeckt man ja etwas wirklich Tolles für das heimische Regal.

Elfers verrät dem interessierten Leser auch, dass man in London beileibe nicht nur öffentlich trinken kann - schließlich leitet sich das Wort "Pub" ja von public house ab, einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Haus. Die britische Hauptstadt verbirgt in ihren Straßen aber auch die eine oder andere geheime Bar, sogenannte Speakeasys. Wenn man den richtigen Zugangscode kennt, wird man beispielsweise durch einen Kühlschrank ins Trinker-Versteck geführt.

Man erfährt, wo man Promis trifft und wo man sich gut die Zeit vertreiben kann, wenn es regnet, wie man sich im Pub verhält und was man dort auf keinen Fall tun sollte - und auch, wo London nervt.

So geht es sehr vergnüglich, skurril und auch informativ weiter - das Buch macht tatsächlich große Lust auf London. Für Besucher, die auf ihrem Trampelpfad mal abbiegen wollen, eine perfekte Ergänzung zu den gängigen Reiseführern. Auch zu den Olympischen Spielen gibt es natürlich ein Kapitel.

"111 Gründe, London zu lieben" ist im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen. Das Taschenbuch hat 338 Seiten und kostet 9,90 Euro. Hier online bestellen

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Quelle: n-tv.de

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