Freitag, 23. Mai 2008
Der "King of cool": Steve McQueen in Bildern
Markus Lippold
Steve McQueen, der "King of cool" - wie könnte man diesen Titel besser rechtfertigen als durch einen Bildband? Und wirklich zeigt jede der über 180 Aufnahmen aus dem Buch "Steve McQueen - Bilder eines Lebens" aus dem Henschel-Verlag einen abgeklärten, überlegenen McQueen. Vom 27-Jährigen, der mit der Fernsehserie "Josh" erste Erfolge feiert, über den Strafgefangenen in "Gesprengte Ketten", kurz vor dem Aufstieg zum Superstar, bis zu den letzten Filmen kurz vor seinem Krebstod 1980.
McQueen 1963 in seinem Ford Cobra. (Bild ist nicht im Band enthalten)
(Foto: AP)
Der Band vereint Standbilder und Werbefotos seiner Filme mit Aufnahmen von den Dreharbeiten, Bildern von offiziellen Anlässen und Bildstrecken des privaten McQueen. Dabei entsteht weniger eine umfassende Lebensretrospektive, schon weil die Bilder nicht streng chronologisch angeordnet sind, als vielmehr eine mit Privataufnahmen garnierte Werkschau.
Bilder aus der Kindheit, die McQueen selbst als "den letzten Dreck" bezeichnet, als auch Bilder nach seiner Krebserkrankung, die seine letzte Frau Barbara in dem Band "The last Mile" 2007 veröffentlichte, fehlen. Doch auch wenn diese wirklich intimen Aufnahmen fehlen, zeigt der Band McQueen in seinen vielen Facetten.
Revolverheld, Poker-As und Feuerwehrchef
Der Revolverheld aus "Die glorreichen Sieben", das Poker-As in "Cincinnati Kid", der Strafgefangene aus "Papillon", der gaunernde (und natürlich obercoole) Millionär in "Thomas Crown ist nicht zu fassen" oder der Feuerwehrchef aus "Flammendes Inferno" - sie alle tauchen hier auf.
Und doch sind es natürlich die privaten Bilderstrecken, die meist für die US-Magazine "Life" und "Look" geschossen wurden, die das Bild des Schauspielers erst vervollständigen: Steve McQueen beim Windeln wechseln, mit seinen Kindern, mit seinen Frauen Neile Adams, mit der er von 1956 bis 1972 verheiratet war, und Ali MacGraw, die er 1973 heiratete und von der er sich 1978 scheiden ließ, McQueen in seinem Haus, mit seinem Hund und bei seinem Schneider.
Auto- und Motorradfreak
Und vor allem immer wieder: Steve McQueen, der Auto- und Motorradfreak, der Rennen fährt und hier immer bis aufs Ganze geht. Selten vergisst McQueen die beobachtende Kamera so sehr wie im Gespräch mit seinen Mechanikern, neben seinem Jaguar XKSS, dem Porsche Speedster oder hinter dem Steuer seines Lotus Eleven, kurz vor einem Rennen.
Nicht umsonst sagte er: "Ich liebe den Rennsport in all seinen Varianten. Der Kerl neben mir interessiert sich einen Dreck dafür, wer ich bin. Er ist nur darauf aus, mich zu schlagen." Und so sind diese Bilder tatsächlich die privatesten, die einem dem "King of cool" näher bringen als andere Fotos.
Vervollständigt wird der Band durch einen biographischen Essay von Axelle Emden.
"Steve McQueen. Bilder eines Lebens". Herausgegeben von Yann-Brice Dherbier. Henschel Verlag 2008, 192 Seiten, 34 Euro.
Bücher
-
"Mathias Rust ist kein Spinner"
Legendäre Landung auf dem Roten Platz
-
Ungeziefer, Exkremente, Blut
Der Tod ist ihr Geschäft
-
Der Euro als Sühne
Sarrazin empört sich
-
Olga Grjasnowas Debütroman
Ins Schreiben reingerutscht
-
Genie oder Spinner?
Warum wir Querdenker brauchen
-
Die Saga um die "Krone von Aleppo"
Ein jüdischer "Da Vinci Code"?
-
Entscheidungen am Ende des Lebens
"Sterben lassen"
-
Untote, Menschenfleisch und "The Walking Dead"
Die Zombies sind wieder da
-
Scholl-Latour hält nichts vom Arabischen Frühling
Mit Zynismus gegen Weltverbesserer