Montag, 08. März 2010
Kompakter Sound - live und im Studio: Who is who?
Manfred Bleskin
The Who: "Greatest Hits & More"
Je weiter die Jahre voranschreiten, desto lauter ertönt die Frage, wer denn eigentlich diesen Song geschrieben hat, in dem der Sänger hofft, dass er stirbt, bevor er alt wird? Und wie man überhaupt so einen Quatsch von sich geben könne. Eigentlich müsste das Konzept ja den Apologeten jener Rentenpolitiker in den Kram passen, die Pensionskürzungen mit dem Immer-älter-werden "der Menschen draußen" begründen.
All das hat Pete Townshend nicht bedacht und gewollt, als er 1965 den epochemachenden Song "My Generation" verfasste. Dem Mastermind der Londoner Band ging es um die Abgrenzung zu einer Generation, die er samt Sänger Roger Daltrey, Trommler Keith Moon und Bassist John Enwistle als zunehmend konservativ und mithin abstoßend empfand.
Das vorliegende "Greatest Hits & More" vereint die besten Nummern einer Gruppe, die es wie sonst vielleicht nur The Police geschafft hat, als Dreierkombination einen Sound zu erzeugen, der eine ganze Kapelle vorgaukelt. Dazu gehört mehr als nur ein guter Marshall-Röhrenverstärker. Enwistles Finger hüpfen über den Elektrobass, Tonwnsends Akkorde werden durch seine gleich Windmühlen in der Luft herumwirbelnde Rechte zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Und dann erst der wohl beste Drummer des Rock and Roll: Mister Keith Moon.
Der Band gelingt der kompakte Sound sowohl bei den Studioeinspielungen als auch bei den Liveaufnahmen. Eingefleischte Who-Fans mögen das legendäre "Live At Leeds" im Regal stehen haben. Was sie noch nicht haben, sind die Konzertmitschnitte, die sich auf der zweiten CD finden. Umwerfende Aufnahmen hat’s, von "I Can’t Explain", einem der ersten Hits der Band im heimatlichen UK, 1971 in San Franciscos "Civic Auditorium" eingespielt, bis hin zu "A Man In A Purple Dress" von ihrer leider viel zu wenig beachteten letzten LP "Endless Wire" aus 2007.
Wer also wissen will, who die Who sind, sollte sich diese Doppel-CD nicht entgehen lassen.
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