Unterhaltung
In "Logan Lucky" spielt Adam Driver einen Dieb. Im echten Leben wäre ihm so was viel zu nervenaufreibend.
In "Logan Lucky" spielt Adam Driver einen Dieb. Im echten Leben wäre ihm so was viel zu nervenaufreibend.(Foto: StudioCanal)
Donnerstag, 14. September 2017

Adam Driver: Doch kein Dieb: "Mir jagt das alles zu viel Angst ein!"

Ein bisschen grummelig kommt er rüber. Das mag allerdings daran liegen, dass man noch immer geneigt ist, Adam Driver mit seiner ersten großen Rolle zu verwechseln. In der Serie "Girls" spielte er Lena Dunhams schwierigen Freund. Mit seiner Rolle als Bösewicht Kylo Ren in der neuen "Star Wars"-Trilogie gelang im endgültig der Durchbruch. Kritiker feiern ihn für leise Rollen wie die des Bus fahrenden Dichters in "Paterson". In "Logan Lucky" bedient Driver beiderlei Klientel - als stiller Kopfmensch leiert er einen aufwendigen Diebstahl an. n-tv.de verrät der 33-Jährige, ob er bei so etwas im echten Leben die Nerven behalten würde und was er aus seiner Zeit bei der US-Armee gelernt hat.

Wer einen Raubzug wie bei "Logan Lucky" durchziehen will, braucht Nerven aus Stahl. Wie leicht lassen Sie sich aus der Ruhe bringen?

Mir würde das alles viel zu viel Angst einjagen. Ich habe es mal mit Glücksspiel versucht. Das macht mich so nervös - schon, wenn ich 20 Dollar setze. Die Zukunft meiner Familie liegt in meinen Händen. Nie im Leben könnte ich einen Raub regeln.

Lernt man so etwas wie Stressresistenz nicht beim Militär? Inwiefern hat sie die Zeit bei den Marines geprägt?

Soldaten sind großem Stress ausgesetzt. Deswegen kann ihr Verhalten unberechenbar wirken. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich beim Militär gelernt habe - auch was die Schauspielerei anbelangt - ist, wie man als Team arbeitet. Da ist eine Gruppe von Menschen, die mit einer Mission betraut sind, die größer ist als sie selbst. Jeder hat seine Rolle zu spielen. Es geht nicht um den Einzelnen, sondern ums große Ganze. Man ist nur so gut wie die Leute links und rechts von einem. Das gilt auch bei einem Filmdreh. Selbstverständlich geht es da nicht um Leben und Tod.

In "Logan Lucky" spielen Sie einen Kriegsveteranen. Fühlen Sie sich aufgrund Ihrer eigenen Biografie besonders zu der Figur hingezogen?

Beide nicht ganz unversehrt: die Logan-Brüder Jimmy (Channing Tatum, l.) und Clyde.
Beide nicht ganz unversehrt: die Logan-Brüder Jimmy (Channing Tatum, l.) und Clyde.(Foto: StudioCanal)

In "Paterson" war meine Figur ebenfalls Kriegsveteran. An beiden Rollen hat mir gefallen, dass sie zwar in der Armee gedient haben, aber dass das kein definierendes Merkmal ist. Diese Zeit hat sicherlich Spuren hinterlassen, aber weder Paterson noch Clyde Logan laufen in ihren Uniformen rum oder salutieren.

Clyde hat im Krieg einen Arm verloren. Er trägt deswegen eine Prothese. Wie haben Sie das beim Dreh gelöst?

Es gibt verschiedene Prothesen für unterschiedliche Situationen. Es gibt ein Plastikteil, in das mein Unterarm reinpasst, aber auch eine Art Latex-Ärmel, bei dem ich so tun musste, als sei es festes Material. Für die Szenen, in denen Clyde keine Prothese trägt, gab es einen grünen Ärmel - quasi wie ein kleiner Green Screen.

Ist es Ihnen schwergefallen, Ihre Bewegungsabläufe entsprechend anzupassen?

Mir hat es sogar dabei geholfen, mich in die Rolle hineinzufinden. Clyde ist nachdenklich und stoisch, stiller als sein Bruder Jimmy. Etwas am Arm zu haben, das einschränkt, war dafür ein guter physischer Erinnerungsposten.

Im Film mixen Sie als Barmann einarmig Drinks. Hatten Sie schon die Gelegenheit, privat mit den neu erworbenen Fähigkeiten zu glänzen?

Bislang nicht. Ich bin nicht besonders unterhaltsam und gehe nicht unter Leute. Wir leben doch alle in unseren dunklen Löchern. (grinst) Das war ein Witz. Irgendwie.

Mit Adam Driver sprach Anna Meinecke.

"Logan Lucky" startet am 14. September in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen