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Ein absoluter Klassiker: Michael Jacksons "Bad"-Album.
Ein absoluter Klassiker: Michael Jacksons "Bad"-Album.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 01. September 2017

Michael Jackson tanzt im Himmel: 30 Jahre "Bad" - Schlecht klingt anders

Von Kai Butterweck

Vor drei Jahrzehnten thronte ein Mann auf dem Pop-Gipfel, vor dessen Lebensleistung sich noch immer Musiker aus allen Genres verneigen. Sein Name: Michael Jackson. Heute feiert sein Studio-Gigant "Bad" Geburtstag. Wir hören nochmal rein.

Jedes Musikgenre prahlt nur allzu gerne mit seinen Role-Models. Wer beispielsweise mit einer verzerrten Gitarre auf die Bühne stürmt, der nennt mindestens zwei Beatles-Shirts und eine Greatest-Hits-Compilation von Elvis sein Eigen. Hier-und-jetzt-Rapper sinken auf die Knie, wenn sich Grandmaster Flashs "The Message" durch die Boxen schält. Wen der Soul gepackt hat, der schwört auf den Soundschmelz von Otis Redding. Und wer statt Baseball-Cap lieber Cowboy-Hut trägt, der weiß, wer am 13. Januar 1968 die Schwerverbrecher im berüchtigten Folson State Gefängnis auf andere Gedanken brachte.

Auch die vermeintliche Champions League der Musik - die Popbranche - verweist immer wieder gerne auf ihre fleischgewordenen Fabelwesen, deren Einfluss auch heute noch Millionen Kids von einem Leben in Saus und Braus träumen lässt.

Michael Jackson lebte ein solches Leben - zumindest in der Wahrnehmung vieler Schönwetter-Fans und Halbtags-Kritiker. Unter der glitzernden Oberfläche brodelte es nämlich gewaltig. Rohrstock-Erinnerungen, Identitätskrisen, Tablettensucht: Der "King of Pop" schleppte ein schweres Paket mit sich rum. Am 31. August 1987 jedoch wurden alle Dämonen vorübergehend in den Keller gesperrt.

Riesiger Erwartungsdruck

Es war der Tag, an dem Michael Jackson sein heiß ersehntes siebtes Studioalbum "Bad" veröffentlichte. Der Erwartungsdruck war riesig. Fünf Jahre zuvor avancierte der "Moonwalk"-Erfinder mit dem Album "Thriller" zum Megastar. "Bad" sollte das alles noch toppen. Mehr Grammys, mehr Nummer-eins-Hits, mehr Kohle: Michael Jackson tanzte im Höher-schneller-weiter-Modus durch den Summer of 87.

Natürlich ging Jackson damals auch auf "Bad"-Tournee.
Natürlich ging Jackson damals auch auf "Bad"-Tournee.(Foto: imago stock&people)

Bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung stand fest: Mit der sterilen Mixtur aus knackigem Schwarzweiß-Pop, Angezerrtem aus der Rock-Schatulle und schlageresken Candlelight-Tupfern traf Michael Jackson voll ins Schwarze. "Bad" grüßte schon in der ersten Woche vom Gipfel der amerikanischen Billboard-Charts. Sage und schreibe fünf Singles aus dem Album schafften es ebenfalls an die US-Charts-Spitze. Alles lief wie geschmiert. Der Rubel rollte.

Michael war happy, auch wenn nicht alles klappte, was er sich für das "Über-Projekt" vorgenommen hatte. So hatte Prince beispielsweise keine Lust auf ein Titelsong-Duett. Auch Whitney Houston und Barbara Streisand ließen sich nicht in den Westland Studios blicken. Stattdessen stand eine unbekannte Background-Sängerin namens Siedah Garrett an Michaels Seite, als es darum ging die erste Album-Single "I Just Can't Stop Loving You" einzuträllern.

Für den rockigen Part des Albums ("Dirty Diana") hatte so mancher Insider große Saitenhexer-Kaliber auf dem Schirm. Einen zwar unter Fachleuten geschätzten, aber in der Öffentlichkeit nur unter dem Radar wahrgenommenen Rocker wie Billy-Idol-Gitarrist Steven Stevens hatten nur die Wenigsten auf dem Zettel.

45 Millionen Mal verkauft

Einzig Stevie Wonder versprühte als handzahmer "Just Good Friend(s)" ein wenig Guest-"Star"-Flair für die breite Masse. Für die Dollars zählenden Hintermänner im Jackson-Clan spielte die nicht ganz so prickelnde Gästeliste des Albums allerdings keine große Rolle. Zwar hinkte "Bad" meilenweit hinter den Verkaufszahlen von "Thriller" her. Aber man bewegte sich immer noch in zweistelligen Millionenbereichen.

Bis zum heutigen Tag hat sich "Bad" weltweit über 45 Millionen Mal verkauft. Von derartigen Zahlen können Dieser-Tage-Ikonen wie Madonna, Lady Gaga, Justin Bieber und Co nur träumen. Ergo: Alles richtig gemacht, lieber Michael. Wir wünschen tolle Feierlichkeiten auf Wolke 30!

Quelle: n-tv.de

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