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Elterngeld mitnehmen: Auszeit kein Karrierekiller

Der Nachwuchs ist da, der Wunsch nach Elternzeit auch - doch kann man sich wirklich wochenlang vom Büroalltag verabschieden? Meistens schon, sagen Arbeitswelt-Experten. Es ist alles eine Frage der richtigen Vorbereitung.

Ein paar Wochen Windeln wechseln machen einen nicht zum Weichei.
Ein paar Wochen Windeln wechseln machen einen nicht zum Weichei.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu betreuen – bis vor einigen Jahren war das für die meisten frischgebackenen Väter noch undenkbar. Doch mit dem Elterngeld gibt es seit 2007 echte finanzielle Anreize: Der Staat zahlt rund zwei Drittel des bisherigen Netto-Einkommens bis zu einem Betrag von 1800 Euro. Bleiben Väter mindestens zwei Monate zu Hause, verlängern sie damit den gesamten Elterngeldbezug auf bis zu 14 Monate. Dennoch liegt die Quote der Männer bei Elterngeldbeziehern bei derzeit nur 20 Prozent. Meist hat die Zurückhaltung Karrieregründe, weiß Eberhard Schäfer, Leiter des Väterzentrums Berlin: "Es gibt immer noch Väter, die befürchten, in der Firma aufs Abstellgleis zu geraten, wenn sie in Elternzeit gehen."

Dennoch beobachten Fachleute einen Wandel in den Betrieben. Sehr wichtig ist, dass man mit seinem Chef frühzeitig über die geplanten Vätermonate spricht. Wer sich vor dem Gespräch überlegt, welche Probleme auf den Vorgesetzten zukommen, hält am besten schon Lösungsansätze bereit. "Es ist immer gut, Kooperationsbereitschaft zu zeigen", rät Laufbahnberaterin Julia Funke. Vielleicht kann man sich darauf einigen, einen Tag in der Woche für wichtige Kunden erreichbar zu sein. Laut Gesetz dürfen Väter und Mütter in Elternzeit bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Der Lohn wird entsprechend vom Elterngeld abgezogen

Zwei Monate sind meist okay

Generell gilt: "Zwei Monate Väterzeit machen am wenigsten Karriereprobleme", sagt Funke. Je länger Väter wegbleiben, desto schwieriger könne es aber werden. "Dann tritt derselbe Effekt ein wie bei Frauen auch: Interessante Projekte laufen ohne einen weiter, und man ist erst einmal raus." Dadurch könne ein Karriereknick entstehen. Ein Karrierekiller sei das aber meist nicht.
Nur wenige Männer steigen wirklich lange aus dem Job aus. Laut Statistischem Bundesamt blieben drei Viertel der männlichen Elterngeldbezieher im ersten und zweiten Quartal 2010 zwei Monate zu Hause. Nur rund 17 Prozent betreuten ihren Nachwuchs sechs Monate und länger. Die Altersstatistik zeigt, dass ein Großteil der männlichen Elterngeldbezieher zwischen 30 und 40 Jahre alt ist - mehr als 60 Prozent. Im Berufsleben ist das die Zeit, in der es oft die ersten wichtigen Stufen auf der Karriereleiter hinaufgeht. Das macht die Entscheidung für die Familie nicht leichter, wie Führungskräftecoach Hans-Georg Huber erläutert: "Je höher die Position in einem Unternehmen, desto schwieriger wird es, länger weg zu bleiben."

Generell sollten Väter wissen, dass der Wiedereinstieg holprig sein kann. "Man sollte sich schon auf eine gewisse Einarbeitungszeit einstellen", sagt Väterberater Eberhard Schäfer. Womöglich ist der Schreibtisch noch von demjenigen besetzt, der einen vertreten hat. Oder es gab Änderungen im Arbeitsablauf, die man verpasst hat. Abschrecken muss das Väter nicht: Wer vor der Elternzeit einen guten Job gemacht hat, schafft das danach auch wieder.

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Quelle: n-tv.de

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