Ratgeber

Smartphone-Seuche am Steuer: Belgien erzieht Autofahrer humorvoll

Von Axel Witte

Smartphones sollen das Leben erleichtern - und nicht gefährden. Doch das ewige Tippen und Telefonieren ist nicht nur fraglich in Hinblick auf das Sozialverhalten, sondern auch riskant - besonders beim Autofahren. Zahlreiche Kampagne warnen. Auch in Belgien.

Nur eben mal kurz telefonieren, eine E-Mail lesen oder eine Text-Nachricht verschicken: Auch im Nachbarland Belgien gehört es zur Unsitte, während des Fahrens das Smartphone zu bedienen. Dass damit erhebliche Gefahren einhergehen, wurde vielerorts in der Welt erkannt. Die Belgier haben nun eine gleichermaßen spaßige wie aufschlussreiche Kampagne gegen das Daddeln am Steuer gestartet.

"Wenn Sie nicht während des Fahrens in der Lage sind, eine SMS zu schreiben, kann ich Ihnen den Führerschein leider nicht geben." So einfach, so unmöglich, wie die Fahrprüfung mit versteckter Kamera beweist. Und nicht nur Anfänger haben erhebliche Schwierigkeiten, ihr Fahrzeug aufmerksam zu lenken, während sie versuchen, eine Nachricht beim Fahren zu verschicken.

Auch hierzulande haben der Autoclub Mobil und der TÜV Süd eine Kampagne zur Verkehrssicherheit gestartet. Das Motto lautet: "Be Smart! Hände ans Steuer - Augen auf die Straße". Schirmherr der Aktion ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Noch drastischer warnt die Kampagne des US-Telekommunikationsriesen At&T "Texting and Driving – It can wait".

So viel schonungslose Aufklärung scheint bitter nötig. Laut Untersuchungen von Verkehrsforschern der Universität Duisburg-Essen sind von den jährlich 2,4 Millionen Unfällen in Deutschland 300.000 auf die Nutzung von internetfähigen Handys zurückzuführen. Tendenz steigend.

Und obwohl es die Mehrheit der Autofahrer tut, sollte eigentlich klar sein, dass die Smartphone-Nutzung am Steuer verboten ist. Angesichts der Ignoranz vieler PKW-Nutzer fordern Autoclub, TÜV Süd und Verkehrsminister denn auch schärfere Gesetze und drakonische Strafen gegen Missetäter. Denn Fahrer werden ohnehin stark durch viele Dinge in ihrer Umgebung abgelenkt, das Smartphone ist dabei nur eine weitere gefährliche Ablenkung. So riskiert, wer im Stadtverkehr bei Tempo 50 nur eine Sekunde auf sein Handy guckt, 14 Meter "Blindflug". Inklusive erhöhter Unfall- und Lebensgefahr.

Quelle: n-tv.de

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