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Teldafax kein Einzelfall: Billig-Versorger machen Verluste

Discountanbieter haben des Strommarkt in den letzten Jahren umgekrempelt. Wer sich blauäugig auf das billigste Angebot schmeißt, schaut am Ende aber in die Röhre, wie der Fall Teldafax zeigt. Einer Studie zufolge wirtschaften auch andere Versorger so unprofitabel, dass sie früher oder später pleite gehen werden.

Immer noch drängen neue Anbieter in den Strommarkt.
Immer noch drängen neue Anbieter in den Strommarkt.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Teldafax droht einer Studie zufolge weiteren Anbietern von Billigstrom eine Pleite. Discount-Anbieter böten den Strom oft so billig an, dass sie damit ihre eigenen Kosten nicht decken könnten, so das Fazit einer Studie, die das Beratungsunternehmen A. T. Kearney jetzt veröffentlicht hat. Die Analyse zeige deutlich eine "negative Rohmarge". Konkret: Werden von den Endkundenpreisen die Ausgaben für Steuern, Abgaben, Netzentgelt und Energiebeschaffung abgezogen, bleibt ein Minusbetrag übrig.

Bei einem typischen Discount-Endkundenpreis von 780 Euro für 3500 Kilowattstunden Strom ergebe sich somit beispielsweise ein Minus von bis zu 40 Euro - interne Vertriebskosten seien dabei noch gar nicht eingerechnet. "Das strukturell unprofitable Geschäftsmodell von Discount-Anbietern lässt sich nicht nachhaltig fortführen", erklärt Andreas Stender, einer der Autoren der Studie.

Vorsicht Voreinstellung

Billig-Anbieter locken ihre Kunden mit günstigen Angeboten, verlangen dabei von den Kunden aber mitunter eine Kaution oder Vorkasse. Geht ein Unternehmen - wie im Falle von Teldafax - pleite, ist dieses Geld weitestgehend verloren. Verbraucherschützer raten deshalb von solchen Preismodellen konsequent ab.

Trotzdem landen die Anbieter mit vermeintlich sehr günstigen Tarifen in Internet-Vergleichsportalen meistens weit oben. Das liegt an den Voreinstellungen der Tarifrechner. Meistens muss man Optionen wie Vorkasse oder Kaution erst aktiv abschalten. Verbraucherschützer und Stiftung Warentest bemängeln solche Voreinstellungen. "Das ist eigentlich verbraucherunfreundlich. Besser wäre es, wenn nichts voreingestellt wäre", sagte der Energieexperte der Stiftung Warentest, Thomas Müller.

Ohne solche Voreinstellungen fällt der Preisunterschied unter den Angeboten jedoch nicht mehr so groß aus. Kunden bleiben ihrem Anbieter vielleicht eher treu, zum Leidwesen der Portale, die an jedem Wechsel verdienen. "Die Geschäftsmodelle von Discount-Anbietern und Preisvergleichsportalen unterstützen sich gegenseitig", erklärt Volker Lang, der die Studie mitverfasst hat. Und der Wechselwille unter den Kunden nimmt der Untersuchung zufolge zu. Auch, weil sich immer mehr Verbraucher für "grünen" Strom interessieren.

Ökostrom nicht immer nachhaltig

Doch nicht alle Ökostrom-Produkte sind so nachhaltig, wie es die Kunden vielleicht erhoffen. Discountanbietern genügen meist einfache Grünstromzertifikate von bestehenden Anlagen wie zum Beispiel RECS. Andere Anbieter setzen dagegen häufig auf höherwertige Produkte, die den Anforderungen von Öko-Labels wie etwa "OK-Power" oder "Grüner Strom Label" genügen. Der Mehrwert dieser Produkte liegt beispielsweise darin, dass über sie Neuanlagen gefördert werden und somit der künftige Energiemix direkter beeinflusst wird. Discountangebote im Ökosegment seien strukturell letzten Endes genauso unprofitabel wie klassische Discountangebote, so das Fazit der Studie.

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Quelle: n-tv.de

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