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Finanziell lohnt sich's kaum: Das sollten Samenspender wissen

Das Samenspenden mag leicht von der Hand gehen, doch nur die wenigsten Männer sind dafür überhaupt geeignet. Außerdem birgt die womöglich zigfache Vaterschaft gewisse Risiken.

Wenig romantisch: Unterm Mikroskop werden Spendersamen in die Eizelle der Mutter injiziert.
Wenig romantisch: Unterm Mikroskop werden Spendersamen in die Eizelle der Mutter injiziert.(Foto: imago stock&people)

Kinder, die per Samenspende gezeugt wurden, haben Anspruch darauf zu erfahren, wer ihr biologischer Vater ist. Das gilt nicht erst ab 18, sondern von Geburt an, wie der Bundesgerichtshof nun entschieden hat. So soll dem Persönlichkeitsrecht der Kinder entsprochen werden, die nicht in ihrer Identitätsfindung gehindert werden sollen. Samenspende könnte damit aber womöglich unattraktiver werden, solange es keine verbindliche gesetzliche Regelung gibt, die Spender gegen finanzielle Ansprüche schützt.

Wie wird die Samenspende honoriert?

In den USA und anderen Ländern ist Samenspenden ein Geschäft, für das die Spender – abhängig von ihren eigenen Voraussetzungen und der Qualität ihrer Samen – mehr oder weniger gut bezahlt werden. In Deutschland wird man mit Samenspenden kaum reich. Spender bekommen nur eine Aufwandsentschädigung, die allerdings selten über 100 Euro liegt, oft auch ein gutes Stück darunter. Der volle Betrag wird auch erst nach einem Zyklus von sechs Spenden ausgezahlt. Ist eine Spende unbrauchbar, gibt es meistens gar kein Geld. Man sollte also rund sechs Monate regelmäßig zur Verfügung stehen.

Wenn keine finanziellen Gründe für die Spende sprechen – welche denn dann?

Fertilitätskliniken und Samenbanken argumentieren meistens auf der sozialen Ebene: Die Samenspende helfe Paaren mit Familienwunsch. Wie beim Blutspenden stehe die gute Tat im Vordergrund. Angenehmer Nebeneffekt für die Spender: Sie bekommen einen kostenlosen Gesundheitscheck und eine Untersuchung ihrer Spermienqualität.

Kann jeder Samenspender werden?

Nein. Wichtigste Voraussetzung ist eine sehr gute Spermienqualität. Die ist keineswegs selbstverständlich, auch nach dem Einfrieren und Auftauen sollten noch genügend befruchtungsfähige Spermien vorhanden sein. In der Münchner Cryobank wird beispielsweise nur etwa jeder achte Spendenwillige angenommen. Nicht jeder, der problemlos ein Kind zeugen kann, ist also auch als Spender geeignet.

Eine weitere Hürde ist der Gesundheitszustand. Potentielle Spender werden natürlich auf ansteckende Krankheiten untersucht. Auch wenn es in der Familie erbliche Krankheitsbilder gibt, ist das ein Ausschlusskriterium. Schwere Allergien gehören dazu ebenso wie Schuppenflechte, Rheuma oder angeborene Herzfehler.

Das Aussehen spielt bei Samenspendern hierzulande keine größere Rolle, die Persönlichkeit und charakterliche Reife schon eher. Häufig wechselnde Sexualpartner sind ebenso ein Ausschlusskriterium wie Drogenkonsum oder Alkoholsucht. Auch starke Raucher werden in der Regel als Spender abgelehnt.

Dürfen Samenspender anonym bleiben?

Nein. Bereits 1989 hat der  BGH entschieden, dass Kinder ein Recht darauf haben zu erfahren, wer ihr Vater ist. Damals ging es um ein unehelich geborenes Kind. 2013 hat erstmals eine per Samenspende gezeugte Frau erfolgreich auf Herausgabe des  Spendernamens geklagt. Den meisten älteren Spenderkindern hilft die Rechtslage aber wenig. Denn erst seit 2007 müssen Kliniken die Spenderunterlagen 30 Jahre lang aufbewahren. Früher wurden die Daten oft schon nach zehn Jahren entsorgt.

Auch wenn sich die Eltern mit der anonymen Spende einverstanden erklärt haben, können sich die Spender nicht in Sicherheit wiegen. Denn die Eltern können den Auskunfstanspruch des Kindes nicht per Vertrag ausschließen.

Müssen Spender befürchten, später unterhaltspflichtig zu werden?

Grundsätzlich ist das nicht ausgeschlossen. Die Hürden sind aber hoch und bislang hat es in Deutschland auch noch keinen entsprechenden Fall gegeben. Zunächst einmal ist der rechtliche "Wunschvater" für den Unterhalt verantwortlich und das bleibt er auch, falls sich die Eltern später trennen. Nur wenn das Kind die Vaterschaft des Wunschvaters anficht und der Spender vor Gericht als Vater festgestellt wird, kann der Spender unterhaltspflichtig werden.. Das muss aber innerhalb von zwei Jahren passieren, nachdem das Kind von den Umständen seiner Zeugung erfahren hat. Die Frist beginnt mit der Volljährigkeit.   

Quelle: n-tv.de

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