Ratgeber

Ferienwohnung mehr als Liebhaberei: Dauerverluste mindern Steuerlast

Wer eine Ferienwohnung vermietet, macht im ungünstigsten Fall sogar Verluste damit. Dann sind immerhin Abschreibungen möglich. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, etwa die ortsübliche Belegzeit.

Die Ferienwohnung darf maximal 25 Prozent der üblichen Belegzeit leer stehen - ansonsten versagt das Finanzamt den Abzug der Verluste.
Die Ferienwohnung darf maximal 25 Prozent der üblichen Belegzeit leer stehen - ansonsten versagt das Finanzamt den Abzug der Verluste.

Eine eigene Ferienwohnung kostet Geld. Nicht immer reichen die Einnahmen aus der Vermietung aus, um die Kosten zu decken. Besitzer können allerdings Abschreibungen auf Gebäude und Inventar sowie laufende Kosten steuerlich geltend machen, selbst wenn die Verluste mehrere Jahre hintereinander anfallen. Das berichtet der Bund der Steuerzahler mit Blick auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs in München.

Darin geht das höchste deutsche Steuergericht davon aus, dass die Vermietung einer Ferienwohnung nicht nur als Hobby betrieben wird, auch wenn über einen längeren Zeitraum nur Verluste erwirtschaftet werden.

In dem verhandelten Fall vermietete der spätere Kläger seine im Jahre 1990 erworbene Eigentumswohnung ausschließlich an wechselnde Feriengäste und hielt sie in der übrigen Zeit dafür bereit. Hieraus ergaben sich bis zum Jahre 2001 Werbungskostenüberschüsse in Höhe von insgesamt rund 590.000 DM.

Das Finanzamt ging deshalb in den Streitjahren (1997 bis 2000) davon aus, dass dem Kläger die Einkünfteerzielungsabsicht fehle und ließ die geltend gemachten Werbungskostenüberschüsse bei der Ermittlung der verbleibenden Verlustabzüge unberücksichtigt. Einspruch und Klage gegen dieses Vorgehen blieben zunächst ohne Erfolg. Der Bundesfinanzhof gab schließlich dem Kläger recht.

"Allerdings muss der Steuerzahler nachweisen, dass er die Wohnung regelmäßig vermietet", erklärt Anita Käding vom Steuerzahlerbund. Als Maßstab werden dazu die ortsüblichen Belegzeiten herangezogen. Auskunft darüber erhält der Vermieter beim Touristenbüro. Die Ferienwohnung darf nicht mehr als 25 Prozent der üblichen Belegzeit leer stehen.

Auch wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, versuchen viele Finanzbeamte, die Vermietung der Ferienwohnung als Liebhaberei abzutun. Mit der Folge, dass die Verluste steuerlich nicht berücksichtigt werden. Aufpassen müssen Besitzer, wenn sie jemanden mit der Vermietung der Ferienwohnung beauftragt und im Vertrag ein Selbstnutzungsrecht festgeschrieben haben. Dann müsse der Vermieter belegen können, dass er tatsächlich Einkünfte erzielen will, sagt Käding. Ansonsten versagt das Finanzamt den Abzug der Verluste.

Quelle: n-tv.de

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