Ratgeber

Silbermünzen, Goldbarren, Xetra-Gold & Co.: Die Besteuerung von Edelmetallen

Unruhige Zeiten an den Börsen. Infolge des sich verschärfenden Konflikts in Syrien greifen Anleger wieder verstärkt zu Gold und Silber. Grund genug, einmal einen Blick auf die Besteuerung der Edelmetalle zu werfen. Dabei sollten Anleger besonders Silbermünzen im Auge behalten.

Gold und Silber
(Foto: REUTERS)

Aufgrund der drohenden Eskalation des Bürgerkriegs in Syrien flüchten die Anleger wieder in vermeintlich sichere Kapitalanlagen. Der Goldpreis hat am vergangenen Mittwoch erstmals seit rund drei Monaten wieder die Marke von 1400 US-Dollar noch oben durchbrochen. Gegenüber dem letzten zyklischen Tief von Ende Juni bedeutet dies ein Plus von 17 Prozent. Der Silberpreis ist in den zurückliegenden Wochen sogar um fast 25 Prozent gestiegen. Anleger, die jetzt in Edelmetalle investieren wollen, sollten auf jeden Fall auch steuerliche Besonderheiten berücksichtigen. Details schildert der Steuerexperte Michael Bormann.

Reduzierte Mehrwertsteuer für Silbermünzen entfällt

Klammheimlich hat die Bundesregierung im Sommer den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Silbermünzen abgeschafft. Das wollte sie schon einmal gegen Ende des vergangenen Jahres, war aber im Bundesrat gescheitert. Jetzt hat es geklappt. Für Anleger bedeutet dies, dass beim Kauf von Silbermünzen ab dem kommenden Jahr 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden. Dies entspricht einer "Preiserhöhung" von zwölf Prozentpunkten. Denn bislang gilt, dass der Kauf von populären Münzen wie dem Silber Philharmoniker oder dem Silber Meaple Leaf nur mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent belegt wird. Bei Silberbarren greift bereits der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Dies erklärt die große Beliebtheit von Silbermünzen. Wertpapierhändler rechnen bereits bei Silbermünzen mit einem ausgesprochen guten Weihnachtsgeschäft, bevor die Steuererhöhung greift. Von der Abgeltungssteuer bleiben Silbermünzen und –barren dagegen weiterhin befreit - vorausgesetzt, dass erzielte Kursgewinne erst nach Ablauf der Spekulationsfrist von zwölf Monaten realisiert werden. Stellt der Anleger die entsprechenden Positionen schon vor Ablauf der Spekulationsfrist glatt, fällt der persönliche Einkommenssteuersatz an.

Anlagegold bleibt vorerst steuerfrei

Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner
Dr. Michael Bormann ist Gründungspartner und Steuerexperte der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner

Bei Anlagegold gilt bislang noch Entwarnung. Da Münzen und Barren vom Fiskus gewissermaßen als Währungen angesehen werden, erhebt er hier keine Mehrwertsteuer. Außerdem greift auch hier die Abgeltungssteuer nicht. Unter rein steuerlichen Gesichtspunkten stellt Anlagegold somit das günstigste Investment dar. Allerdings bestehen vor allem bei kleinen Prägungen unter einer Feinunze (31,1 Gramm) vergleichsweise hohe Aufgelder und größere Spannen zwischen An- und Verkaufspreisen. Außerdem entfallen mögliche Lagerkosten in Form von Schließfachgebühren oder für den Kauf und Einbau eines Tresors.

Besteuerung von Xetra-Gold weiter unklar

Vor diesem Hintergrund greifen Anleger gerne bei so genanntem Xetra-Gold (WKN: A0S 9GB; ISIN: DE 000 A0S 9GB 0) zu. Hierbei handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung (also Anleihe), die mit physischem Gold unterlegt ist. Zudem verbrieft Xetra-Gold eine physische Auslieferung des Edelmetalls, bei der allerdings Kosten für Prägung, Transport und Versicherung anfallen. Xetra-Gold wird börsentäglich sehr liquide gehandelt. Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis ist minimal.

Allerdings ist die steuerliche Behandlung von Xetra-Gold bislang nicht zu 100 Prozent geklärt. Aus Sicht des Bundesfinanzministeriums und der Finanzverwaltung ist Xetra-Gold nicht physischem Gold gleichzusetzen. Damit unterliegen realisierte Kursgewinne der Abgeltungssteuer in Höhe  von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und etwaiger Kirchensteuer. Dementsprechend verfahren auch die Banken. Zwar wird in den Medien immer wieder berichtet, dass Anleger gegen dieses Verfahren erfolgreich Einspruch beim zuständigen Finanzamt eingelegt haben. Anleger sollten aber, um auf der sicheren Seite sein, bei Xetra-Gold die Abgeltungssteuer auf die Kursgewinne mit einkalkulieren.

Bei den übrigen gängigen Goldinvestments ist die steuerliche Behandlung dagegen unstrittig. Goldminenaktien, Aktienfonds, die in Goldminengesellschaften investieren, oder Zertifikate – für sie alle gilt die Abgeltungssteuer. Das heißt, dass hier vom Kursgewinn, der realisiert wird, 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und etwaige Kirchensteuer an den Fiskus gehen. So betrachtet strahlen Goldmünzen und Goldbarren am hellsten.

Quelle: n-tv.de

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