Ratgeber

Strenge Regulierung droht: E-Zigarette vor dem Aus?

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland greifen gelegentlich zur E-Zigarette. Damit könnte es bald vorbei sein. Denn den Dampf-Zigaretten droht ein faktisches Verbot durch die EU.

Der Dampf von E-Zigaretten ist für die Umstehenden weitgehend ungefährlich.
Der Dampf von E-Zigaretten ist für die Umstehenden weitgehend ungefährlich.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Europäische Kommission will den Verkauf von nikotinhaltigen elektronischen Zigaretten angeblich deutlich strenger regulieren. "Elektronische Zigaretten werden gleich behandelt mit Nikotin-Ersatztherapien wie Nikotin-Pflaster, Sprays oder Kaugummis", teilte die EU-Kommission auf Anfrage der "Berliner Zeitung"mit.

Ab einem bestimmten Nikotingehalt brauchen Produkte laut dem Entwurf für die neue Tabakdirektive eine Zulassung als Arzneimittel. Nach Einschätzung der Kommission dürfte das auf viele der derzeit verkauften indlichen Produkte zutreffen. "Wir haben zwar keine präzisen Informationen über alle derzeit auf dem Markt befindlichen E-Zigaretten gesammelt, aber es liegt nahe, dass viele die Vorgaben für Arzneimittel erfüllen oder vom Markt genommen werden müssen", zitiert die Zeitung die EU-Kommission.

Zwei Millionen Nutzer

Die elektronische Zigarette ist ein Produkt, mit der eine oftmals, aber nicht immer nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird. Immer mehr Raucher entdecken sie als Alternative zur herkömmlichen Zigarette. In Deutschland soll es Anfang 2012 nach Angaben des Verbandes des E-Zigarettenhandels (VdeH) etwa zwei Millionen Konsumenten gegeben haben.

Der Regulierungsvorschlag der EU-Kommission sieht laut "Berliner Zeitung" sehr niedrige Grenzwerte vor, bis zu denen die nikotinhaltigen Produkte frei verkauft werden dürfen. Demnach darf eine Verbrauchseinheit nicht mehr als zwei Milligramm Nikotin enthalten und die Konzentration des Nikotins in der Flüssigkeit darf den Wert von vier Milligramm pro Milliliter nicht übersteigen. Derzeit gängige Produkte enthielten jedoch ein Vielfaches an Nikotin.

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen sieht in der Regelung ein faktisches Verbot der nikotinhaltigen elektronischen Zigarette. "Die EU schützt ihre Bürger zu Tode", kritisierte sie gegenüber der "Berliner Zeitung". "Der Verzicht auf Tabak bei gleichbleibendem Ritual und gleichbleibender Versorgung mit Nikotin wird nicht länger möglich sein." Obwohl E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten seien, würde eine Umsetzung des Vorschlags der EU-Kommission viele Menschen zum Tabakrauchen zurückgetrieben, warnte die Interessengemeinschaft.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen