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Dicker bricht auf Treppe ein: Eigentümer haftet für Stufe

Ein dicker Mensch geht eine Treppe hinauf und plötzlich passiert es: eine Stufe kracht ein. In einem solchen Fall muss der Hauseigentümer haften - ungeachtet des Gewichts der geschädigten Person.

Eigentümer haften, wenn eine Treppenstufe bei der Benutzung im Rahmen ihrer zulässigen Belastbarkeit bricht.
Eigentümer haften, wenn eine Treppenstufe bei der Benutzung im Rahmen ihrer zulässigen Belastbarkeit bricht.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Eigentümer eines Hauses haftet, wenn eine Treppenstufe bricht und sich andere auf der Treppe dadurch verletzen. Das berichtet die "Monatsschrift für Deutsches Recht" unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm. Nach Auffassung der Richter spielt es keine Rolle, ob der Benutzer übergewichtig ist oder nicht (Az.: I-6 U 16/12).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Schadenersatzklage eines Verletzten statt. Der Kläger hatte eine Dachbodentreppe benutzt, als eine Stufe der Treppe einbrach. Der Kläger stürzte und verletzte sich. Die Hauseigentümerin machte geltend, die Treppenstufen seien ohne sichtbare Beschädigungen gewesen, so dass sie keine besonderen Kontrollpflichten habe einhalten müssen. Außerdem sei der Kläger mit knapp 115 Kilogramm übergewichtig.

Das OLG ließ beide Argumente nicht gelten. Ein Hauseigentümer müsse sich jederzeit vom ordnungsgemäßen Zustand aller Treppen überzeugen. Er hafte jedenfalls, wenn eine Treppenstufe bei der Benutzung im Rahmen ihrer zulässigen Belastbarkeit breche. Diese Grenze sei hier trotz des Körpergewichts des Klägers nicht überschritten.

Wird eine Treppenstufe im Rahmen ihrer zulässigen Belastbarkeit betreten und bricht sodann, streitet der Anscheinsbeweis für fehlerhafte Errichtung oder mangelhafte Unterhaltung. Der Hausbesitzer kann sich nicht erfolgreich mit dem Hinweis entlasten, weitergehende Maßnahmen als Sichtprüfungen seien nicht zumutbar und bei einer bloßen Sichtprüfung hätte ein Schaden an der Holzstufe nicht erkannt werden können, argumentierte das Gericht weiter.

Die Hauseigentümerin wurde verurteilt, an den Kläger 1240,51 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 25. Januar 2011 zu zahlen.

Darüber hinaus wurde sie dazu verurteil, an den Kläger ein Schmerzensgeld in Höhe von 8000 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 25. Januar 2011 zu zahlen. Und auch die Anwaltskosten in Höhe von  775,64 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 21. Juli 2011 musste die Hauseigentümerin zahlen, entschieden die Richter.

Quelle: n-tv.de

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