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Smartphones und Tablets sind kinderleicht zu bedienen.
Smartphones und Tablets sind kinderleicht zu bedienen.(Foto: picture alliance / dpa)

Kinderleichte Bedienung kann teuer werden: Eltern können App-Käufe verhindern

Handys und Tablets sind für Kinder reizvolle Geräte, die allerdings hohe Kosten verursachen können. Wenn Eltern ihren Kindern genau auf die Finger schauen, lassen sich unbeabsichtige Käufe von Anwendungen vermeiden.

Nur ein Klick und schon ist das Spiel auf dem Tablet-Computer oder Smartphone: Die Online-Läden für Apps sind kinderleicht zu bedienen - manchmal sogar zu leicht. Apple hat sich nun mit der US-Aufsichtsbehörde FTC geeinigt, Eltern in den USA für unbeaufsichtigte Einkäufe ihrer Kinder zu entschädigen. Doch Eltern können auch etwas tun, damit es gar nicht erst soweit kommt.

Wodurch entstehen die zusätzlichen Kosten bei Tablets und Smartphones?

Um nicht nur die Standard-Programme auf dem Tablet oder Smartphone nutzen zu können, haben die Hersteller zumeist einen Online-Laden für Programme, sogenannte Apps, vorinstalliert. Dort können Nutzer aus Tausenden von Apps wählen - viele davon kostenlos. Für andere Programme muss gezahlt werden. Die Preise variieren dabei von wenigen Cent bis zu Hunderten von Euro für komplexe Spezialanwendungen.

Entstehen Kosten nur beim Kauf von Apps?

Nein, Kosten können auch dann entstehen, wenn innerhalb einer App bestimmte Funktionen freigeschaltet werden sollen. Die Basisvariante der App ist dabei häufig kostenlos. Um jedoch in den Genuss aller Funktionen zu kommen, muss bezahlt werden. Bei Spielen können das zum Beispiel das nächste Level oder virtuelle Gegenstände sein. Gerade bei diesen sogenannten In-App-Käufen können schnell hohe Kosten entstehen.

Kann mein Kind mit meinem Gerät einfach so Apps und Funktionen kaufen?

Normalerweise sind die App-Stores passwortgeschützt. Um etwas zu kaufen, muss das Passwort des Benutzerkontos eingegeben werden. Damit Kinder nicht unbeaufsichtigt einkaufen, sollten Eltern das Passwort geheim halten. Bei einigen Shops lässt sich das Passwort hinterlegen, damit es nicht ständig erneut eingegeben werden muss. Was praktisch erscheint, ist aber gefährlich: So kann jeder, der das Tablet in der Hand hat, mit einem Knopfdruck Apps kaufen.

Wie konnten Kinder trotz Passwortschutz so viel Geld ausgeben?

Ihr Passwort sollten Eltern auch vor ihren Kindern geheim gehalten werden.
Ihr Passwort sollten Eltern auch vor ihren Kindern geheim gehalten werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Passwortschutz bei den beiden großen Betriebssystemen - Apples iOS und Googles Android - hat eine eigentlich benutzerfreundliche Einschränkung: Wer einmal das Passwort eingegeben hat, kann innerhalb einer kurzen Zeitspanne einkaufen, ohne den Code noch einmal eingeben zu müssen. Bei Google sind das 30 Minuten, bei Apple 15 Minuten. Vielen Nutzern war das nicht bewusst. So haben Eltern beispielsweise ein Gratis-Spiel für Kinder heruntergeladen und die Kinder beim Spielen sofort per In-App-Käufe viel Geld ausgegeben. Apple hat hier nun Nachbesserungen angekündigt.

Kann ich die Kauffunktion für Kinder unzugänglich machen?

Ja, die Funktion lässt sich stark einschränken. Das ist bei Kindern im Haushalt oft sinnvoll. Bei Apple können der App-Store oder auch nur die sogenannten In-App-Käufe über die allgemeinen Einstellungen abgeschaltet werden. Auch bei Geräten mit Android lässt sich über die Einstellungen des Play Stores ein zusätzlicher Passwortschutz einrichten. Die neueren Tablet-Versionen von Android ermöglichen auch das Einrichten von verschiedenen Benutzerprofilen, bei denen für Kinder die Käufe abgeschaltet werden können.

Auf welche Apps sollte ich für mein Kind verzichten?

Verbraucherschützer warnen vor allem vor Apps, die den kindlichen Spieltrieb manipulieren oder finanziell ausnutzen. Spiele, die schon nach wenigen Minuten zu einem Kauf auffordern, seien ungeeignet. In-App-Verkäufe sollten laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nur sehr beschränkt in Kinder-Apps vorkommen und die Käufe sich am Taschengeld der Kinder orientieren. Am besten kontrollieren Eltern die Apps, indem sie diese zunächst selbst oder gemeinsam mit ihren Kindern ausprobieren.

Kann ich auch in Deutschland Geld zurückbekommen?

Die Einigung von Apple mit der US-Aufsichtsbehörde gilt nur für die USA. Zu Rückzahlungen in Deutschland hat sich Apple bislang nicht geäußert. Zwar können Verbraucher laut vzbv vor Gericht klagen. Angesichts hoher Anwalts- und Gerichtskosten und des immer verbleibenden Risikos, am Ende mit leeren Händen dazustehen, sollte dieser Schritt wohlüberlegt sein.

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Quelle: n-tv.de

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