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Die Düsseldorfer Tabelle ist nicht bindend, dient aber als Orientierung.
Die Düsseldorfer Tabelle ist nicht bindend, dient aber als Orientierung.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Düsseldorfer Tabelle: Eltern müssen mehr Unterhalt zahlen

Getrennt lebende Väter oder Mütter müssen ihren Kindern etwas mehr Geld überweisen. Nach fünf Jahren Stagnation steigen die Unterhaltssätze. Die neuen Werte gelten schon ab August.

Trennungskinder sollen ab dem 1. August höheren Unterhalt bekommen. In der neuen "Düsseldorfer Tabelle" des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) werden die Bedarfssätze von Millionen unterhaltsberechtigten Kindern zum ersten Mal seit 2010 wieder erhöht. Zuvor waren zweimal die Selbstbehalte der Unterhaltszahler - das sind in der Regel die Väter - erhöht worden.

Das sind die neuen Sätze.
Das sind die neuen Sätze.

"Kinder bekommen endlich mehr Geld", sagte Jürgen Soyka, Familienrichter am OLG und einer der Herausgeber der Tabelle. Im Durchschnitt gibt es etwa 3,3 Prozent mehr. Die Anhebung ist eine Folge des Gesetzes zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags, das der Bundestag am 22. Juli verabschiedet hat.

Der steuerliche Kinderfreibetrag, also der Minimumbedarf eines Kindes, steigt für 2015 um 144 Euro auf 4512 Euro. Als Folge wird nun auch der Mindestunterhalt angepasst. Während der Freibetrag rückwirkend ab Anfang 2015 greift, gelten die neuen Unterhaltssätze erst ab dem 1. August. Gesetzeskraft hat die Tabelle aber ohnehin nicht, die Werte sind nicht in Stein gemeißelt. Es handelt sich vielmehr um eine Richtlinie, an der sich Gerichte und Jugendämter orientieren, wenn sie den Unterhalt für Kinder festsetzen.

Alter und Einkommen entscheiden

Die Höhe des Unterhalts in der Düsseldorfer Tabelle richtet sich zum einen nach dem Alter des Kindes, zum anderen nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Für ein Kind unter sechs Jahren liegt die Spanne zwischen 328 Euro bei einem Einkommen bis 1500 Euro und 525 Euro, wenn der Zahler mehr als 4700 Euro verdient.

In der alten Tabelle waren 317 Euro das Minimum, der Satz wurde also um elf Euro angepasst. Kinder zwischen sechs und elf Jahren sollen mindestens 376 Euro bekommen statt bisher 364 Euro. Zwischen zwölf und 17 steigt der Satz von 426 Euro auf 440 Euro. Volljährige Kinder sollen mit 504 Euro statt 488 Euro unterstützt werden, solange sie noch unterhaltsberechtigt sind.  

Im Einzelfall kann es aber auch deutliche Abweichungen von diesen Werten geben, je nachdem für wie viele Personen Unterhalt fällig wird. Bei drei Geschwistern wird pro Kopf womöglich weniger Geld fließen als bei einem Einzelkind. Zum 1. Januar 2016 wird es voraussichtlich schon wieder eine neue Ausgabe der Düsseldorfer Tabelle mit erhöhten Beträgen geben. Denn  dann wird der Kinderfreibetrag, erneut steigen.

Quelle: n-tv.de

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